BHT befürchtet Flut von Discountern

Bayerisches Handwerk zum Landesentwicklungsprogramm
(PresseBox) (München, ) Starke Kritik an Teilen der Neufassung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) durch die Bayerische Staatsregierung übt erneut der Präsident des Bayerischen Handwerkstags (BHT) Heinrich Traublinger, MdL a. D. Er erhält dabei Unterstützung vom Landesverein für Heimatpflege. Dessen Geschäftsführer Martin Wölzmüller kritisiert, dass die Ausdehnung der Verkaufsflächen für Nahversorgungsbedarf von 800 auf 1.200 qm "einer Schleusensprengung" gleichkomme, "die einen Großteil der herkömmlichen Grundversorger, meist familiär geführte Mittelstandsbetriebe, Bäcker, Metzger oder Lebensmittelläden in äußerste Überschwemmungsgefahr bringen muss."

Hinzu kommt aus Sicht des Handwerks, dass bei der Neuregelung etwa die Zahl der Zentralen Orte, die für Einzelhandelsgroßprojekte in Frage kommen, annähernd verdoppelt wird. BHT-Präsident Heinrich Traublinger, MdL a. D.: "Damit wurde ein Einfallstor geschaffen, mit dem unser ganzes Land mit Discountern und großflächigen Verkaufsmärkten überzogen werden kann." Besonders bedenklich sei zudem, dass künftig aufgrund der Regelung für zusammengewachsene Gemeinden auch in nicht zentralen Orten bei städtebaulicher Verknüpfung Einzelhandelsgroßprojekte ermöglicht werden können. Eine u.a. von den bayerischen Handwerkskammern bei der Forschungsgruppe Regionalökonomie in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine nicht unerhebliche Zahl dieser Zentralen Orte ihrer Funktion nicht gerecht wird. Traublinger: "Damit befürchten auch wir eine 'Aldisierung' unseres Landes, wie es ein Münchner Journalist so treffend formuliert hat."

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