Energie-Portfolien im Internet

Wie blindwerk 18 Stadtwerke unter einem digitalen Hut bringt
Screenshot Quantum Management Cockpit (PresseBox) (Rhodt unter Rietburg, ) Pünktlich zum Start ins neue Jahr launchte die blindwerk - neue medien GmbH das „Quantum-Portal". Den Auftrag für die Entwicklung von Konzept und Layout für das Energieportfolio-Portal erhielt die Südpfälzer Agentur von der Quantum GmbH in Ratingen, einer Portfoliomanagement-Gesellschaft für kommunale Energieversorger.

Wenn fast zwanzig Energieversorger gemeinsame Sache machen, ist nicht nur jede Menge Strom und Gas im Spiel. Damit die Energie fließt, müssen Unmengen von Daten und Informationen erfasst, verarbeitet und genutzt werden. Sind es dann noch ganz unterschiedliche Menschen, die mit all dem - natürlich online - umgehen müssen, können Verantwortliche schnell ins Schwitzen kommen. Oder sie suchen sich externe Partner, die alles unter einen digitalen Hut bringen: das Quantum-Portal.

Die Beschaffung von Strom und Gas ist der gemeinsame Nenner der derzeit 18 kommunalen Energieversorger, die sich zur Quantum GmbH zusammengeschlossen haben. Die Kooperation kleiner und mittelgroßer Stadtwerke entstand 2007 als Antwort auf die Herausforderungen des liberalisierten Energiemarktes. Kerngeschäfte sind das Energiebeschaffungs-Management an den Strom- und Gas-Großhandelsmärkten, das begleitende Portfolio- und Risikomanagement sowie weitere energienahe Dienstleistungen.

Die beiden wesentlichen Felder Strombestellung und Informationen (Portfolio-Berichte) behandelte das Mitgliederportal bislang in zwei komplett getrennten Systemen - mit zwangsläufigen Problemen. Klar war, dass eine Lösung her musste. Klar war auch, dass mit dieser Lösung eine gemeinsame Anlaufstelle geschaffen werden sollte. Spannend war die Frage, wie die Lösung realisiert werden würde.

Die Antwort wurde in einem extremen Ausbau des bestehenden Systems und einer umfassenden Erweiterung der vorhandenen Webapplikation gefunden. Die blindwerk - neue medien GmbH wurde mit der technischen und grafischen Ausarbeitung einer Konzeption betraut. Entstehen sollte ein zentrales, benutzerfreundliches und administrationsoptimiertes Portal für die Verwaltung des gesamten Energieportfolios - das Quantum-Portal-Cockpit. Eine bedienfreundliche Navigation sollte geschaffen und die Programmierung samt Testroutinen auf ein professionelles Niveau gehoben werden. Diese zweifellos große Aufgabe konnte am besten durch eine sukzessive Entwicklung gelöst werden.

Ist-Zustand: kompliziert, Ziel-Zustand: einfach
Die beiden komplett getrennten Systeme machten bisher jede Verwaltung des Energieportfolios zur komplizierten Angelegenheit für alle Beteiligten. Ob Preisanfragen oder Bestellungen, ob man sich über den Markt informieren oder Foren besuchen wollte - für jedes einzelne Vorhaben war ein neues Login erforderlich. Ein solcher Zustand ist nicht nur lästig für die Nutzer. Auch die Administration ist ungeheuer aufwändig. Auf die naheliegende Frage "Ist das nicht zu kompliziert?" folgte die logische Antwort: "Ja, das ist es! Deshalb machen wir es (uns) einfach."

Aus dem umständlichen Ist-Zustand "Ein eigener Weg für jedes Ziel" sollte der einfache Zustand "Ein gemeinsamer Weg für alle Ziele" werden. Wird um das vorhandene System ein neues optisches Äußeres gelegt, so die Überlegung, dann lässt sich dieses ohne große Änderungen für den umfangreichen Ausbau rüsten. Quantum wollte ein modern anmutendes, funktionales Portal-Cockpit bereitstellen, dessen Benutzerinterface dem einer Brokersoftware vergleichbar ist. Das Ergebnis sollte den Benutzern das gute Gefühl geben, für die branchenbeste Energiebeschaffungssoftware freigeschaltet zu sein.

Ein durch Refactoring und Restrukturierung neu eingeführter ganzheitlicher Enwicklungsworkflow schaffte die Basis für Erweiterungen: viele im ersten Schritt erledigte Punkte waren nicht unmittelbar im Frontend sichtbar, sondern dienten als Basis für zukünftige Entwicklungen.

Erwartungsgemäß brachte die Analyse des Ist-Zustands einige Probleme zutage: So war das Anlegen neuer Stadtwerke im CMS für den Administrator nicht komplett ohne Hilfe eines Programmierers möglich. Mehrere Datensätze konnten nicht gleichzeitig bearbeitet werden. Die Konfiguration der Rechte war nicht über Benutzergruppen gesteuert und erforderte einen hohen administrativen Aufwand. "Mass-Actions" waren nicht möglich. Auch grundlegende Fragen wie schwer zu merkende URLs zeigten Handlungsbedarf. Die anstehende Erweiterung der Applikation erwies sich als optimaler Zeitpunkt, bestehende Probleme zu beheben:

Spagat für die Zielgruppen
Als große Herausforderung erwies sich die sehr heterogene Zielgruppe, was Alter, Position und Technik-Affinität angeht. Die große Bandbreite erforderte einen Spagat: das System musste für alle da sein - also selbsterklärend für technisch nicht so affine Nutzer und dabei keine "Beleidigung" für jene, die mit der Materie vertraut sind. Daneben sollte das Management Cockpit als Marketing-Instrument für die Akquise von potenziellen Neukunden und für Quantum-Mitarbeiter als Informationsquelle dienen.

Als oberstes Muss-Kriterium wurde die Entwicklung einer modularen Software festgelegt, die in naher Zukunft um weitere Funktionalitäten erweitert werden kann. Der in WebEdition CMS realisierte Teil des bestehenden Portals sollte abgelöst und in die bestehende Software integriert werden. Für die Navigation zwischen den Teilbereichen sollte eine Dashboard-Funktionalität (Portal-Cockpit) implementiert werden. Auf der Wunschliste standen zudem die Einsparung von Hosting und Wartung des Linux-Servers durch den Komplettumstieg auf einen Windows-Server. Gestaltung und Design wurden getrennt vom technischen Konzept entwickelt und realisiert.

Innerhalb der Applikation werden folgende Daten gehalten: Downloads, Stadtwerke, Benutzer, Benutzergruppen, Cockpit-Konfigurationen, Portfoliodaten Strom, Strom-Preisanfragen, Strom-Bestellungen, News, Portfolien, Beschaffungsstrategien, Ansprechpartner, Marktinformationen. Daten aus dem bestehenden Portal auf CMS-Seite wurden manuell übernommen, die restlichen Daten befanden sich bereits in der Applikation. Die neue Applikation läuft auf einem Windows-Server-Setup. Die Umsetzung der Funktionen erfolgte über das ASP.net Framework. Über eine im Browser lauffähige Benutzerschnittstelle, die Besuchern und Benutzern ebenso wie Administratoren als Anlaufstelle dient, wird mit der Applikation interagiert. Eine "Programmierschnittstelle" in einem gut verständlichen Format wie XML dient als globale Konfigurationsdatei, in der sämtliche Einstellungen bei geänderten Voraussetzungen angepasst werden können.

Sowohl Administrator wie auch normale Benutzer haben Zugriff auf die Webapplikation. Die Erweiterung des Rechtekonzepts auf weitere Module machte einen Ausbau der Rechtesteuerung über ein Administrations-Modul notwendig. Die Anwendung wurde auf dem vorhandenen Windows-Server mit IIS Webserver und bestimmten Mindestanforderungen installiert. Ein handelsüblicher moderner Server sollte ausreichen. Daten werden über eine Import-Schnittstelle als Excel-Tabelle importiert. Für die Aufbereitung werden sie aus der Datenbank ausgelesen und in verschiedenen Modulen nach dem Architekturmuster MVC - Datenmodell (M), Datenpräsentation (V), Datensteuerung (C) - verarbeitet.

Schritt für Schritt - das Vorgehen
Im ersten Schritt sollte zunächst nur ein Teil der Module realisiert werden, wie etwa Rechtemanagement, Cockpit, Märkte, Transaktionen und Portfolien Strom, interne Downloads, Präsentationen, Konto und Kontakt. Die zahlreichen Downloads sollten über ein gemeinsames Modul realisiert werden. Weil sich die eingestellten Downloads häufig ändern, war eine hohe Effizienz bei der Bedienung erforderlich.

Um die Praxistauglichkeit der Applikation zu gewährleisten, wurden im technischen Konzept "Use-Cases" für alle erdenklichen Schritte, Funktionen und Befehle genauestens durchdacht und definiert. Entscheidend war hierbei, nicht nur das Naheliegende und Offensichtliche zu beachten und zu bedenken, sondern alle möglichen Möglichkeiten durchzuspielen.

Die größte Neuerung neben der Restrukturierung des Quellcodes und der Integration der WebEdition-CMS-Funktionen war das Dashboard. Nutzer können dieses ganz nach Bedarf persönlich konfigurieren. Verschiedene Widgets lassen sich unterschiedlich einstellen und ergänzen. Änderungen werden automatisch direkt im Benutzerprofil gespeichert.

Im Namen der Verlässlichkeit
Die Formulierung strenger, an DIN Norm ISO 9126 orientierter Qualitätsziele schafft die Grundlage für verlässliche Lösungen. Das System muss auch dann weiter stabil funktionieren, wenn Fehler oder Falschangaben durch Benutzer auftreten, Datensicherung in allen Fällen gewährleistet sein. Der modulare Aufbau hat den Vorteil, dass etwaige Probleme sich nicht auf das Gesamtsystem auswirken.

Bereits während der Entwicklung überprüfte blindwerk regelmäßig die Funktionen des Systems und sorgte für die Korrektheit, Sicherheit und den Schutz aller Daten. Damit die Applikation unter minimalem Zeit- und Arbeitsaufwand so schnell wie möglich eingesetzt und von allen relevanten Personen genutzt werden kann, wird blindwerk ein Benutzerhand-buch erstellen und das Personal schulen. Als plattformunabhängiges System lässt sich die Applikation problemlos in andere Umgebungen übertragen.

Eine Webapplikation dieser Dimension "lebt" und entwickelt sich. Für den Auftraggeber soll es deshalb jederzeit unter akzeptablem Aufwand möglich sei, Verbesserungen, Anpassungen, Veränderungen und Optimierungen an System sowie Hard- und Softwareumgebung durchzuführen.

"Das blindwerk-Team half uns, unsere komplexer werdenden Web-Projekte auf eine solide, zeitgemäße und zukunftsfähige Basis zu stellen. Dabei agiert blindwerk auch im Zusammenspiel mit bestehenden Dienstleistern angenehm anders: positiv denkend, integrierend, unaufgeregt, absolut web-kompetent und an den richtigen Stellen ehrlich und hartnäckig", äußerte sich Timo Eggers, Projektverantwortlicher bei der Quantum GmbH, sehr zufrieden über die Zusammenarbeit.

Kontakt

blindwerk - neue medien GmbH
Gartenstrasse 2 und 6
D-76835 Rhodt unter Rietburg
Jan Entzminger
Geschäftsführender Gesellschafter

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