Logistik wird teurer – knallhartes Business oder unnötiger Aufschrei?

Die Logistik anno 2015 in Deutschland – ein Erklärungsversuch
(PresseBox) (Bremen, ) Globalisierung ist unumkehrbar – das bestätigen zumindest branchenübergreifend die von der Bundesvereinigung für Logistik (BVL) befragten Unternehmen im Hinblick auf das Jahr 2015. Ob bewusst wahrgenommen oder einfach nur erlebt, die Globalisierung ist der Megatrend in der Logistik, von dem sich bis 2015 78% der Industrieunternehmen und 65% der Handelsunternehmen unmittelbar beeinflusst sehen.

Im Zuge dessen stehen somit auch die Themen Umwelt, Sicherheit und Innovation zwangsläufig ganz oben auf der Agenda. Während in puncto Sicherheit die Stabilität der Supply Chains steigende Aufmerksamkeit generiert, ist der Ressourcenschutz in den Fokus jeglichen Umweltdenkens gerückt. Dem nicht genug, gesellen sich zum täglichen Geschäft auch Beschaffungs- und Absatzrisiken, Katastrophen, Streiks, Terroranschläge oder die Insolvenz von Wertschöpfungspartnern sowie Prozessveränderungen durch Technologieinnovationen. Was dem Leser als beiläufige Hyperbel erscheinen mag, ist jedoch eine immer wiederkehrende Realität, die den vom Wettbewerb geforderten Logistikzielen diametral entgegensteht: Verbesserung der Servicequalität, Zuverlässigkeit, Reaktionsfähigkeit und Flexibilität, um nur einige zu nennen.

Es ist nicht zu leugnen, dass die Befriedigung der Kundenbedürfnisse und damit ein zuverlässiges und reaktionsfähiges Logistiksystem ein Hauptziel der strategischen Unternehmensausrichtung ist. „Die Beherrschung der Logistikkosten wird dabei in erster Linie als notwendiger Faktor gesehen, um im alltäglichen Wettbewerb bestehen zu können. Verstärkt wird vor allem auf die Zuverlässigkeit der neu aufgebauten globalen Netzwerke und Unternehmenspartnerschaften geachtet“, so die BVL. Unter dem Strich muss also festgehalten werden, dass Zuverlässigkeit der Logistik noch vor der Kostensenkung anzusiedeln ist.

Was aber ist aus dem Trend sinkender Logistikkosten geworden? Die Logistikmanager sind morgen noch mehr als heute mit steigenden Kosten konfrontiert, welche stark von externen Faktoren beeinflusst werden. Insbesondere sind dabei als treibende Ursachen die Energie-, Treibstoff- und Transportpreise sowie hohe Personalaufwendungen zu nennen. Bereits im Jahr 2008 beziffert der Handel durchschnittlich 15,9%, die Industrie 7,0% der Gesamtkosten als Logistikkosten. Die Grenzen interner Optimierungspotentiale sind in Teilen erreicht. Der Trend sinkender Logistikkosten ist also unterbrochen – viele Unternehmen sehen sich sogar nicht in der Lage, ihre Logistikkosten überhaupt beziffern zu können.
Trotz alledem stehen die Kosten im Unternehmen immer im Fokus. Gestützt auf ein reaktionsfähiges Logistiksystem, sehen sich Unternehmen bis 2015, aber auch darüber hinaus, mit weiteren weitreichenden Entscheidungen konfrontiert. Die realistischere Einschätzung und Umsetzung von Outsourcingpotenzialen wird ebenso an Bedeutung gewinnen wie der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter, die mit interkulturellen Kompetenzen einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor in unternehmensübergreifenden Netzwerken leisten können. Welchen Stellenwert eine Konzentration auf die Logistik im Unternehmen ausmacht, zeigt dabei eine Befragung der BVL von Industrieunternehmen: Bei 25% der befragten Unternehmen übernimmt die Leitung der Logistik ein Vorstandsmitglied oder die Geschäftsführung, bei 45% zumindest die Bereichsleitung.

Auf die Logistik werden hinsichtlich 2015 im wahrsten Sinne des Wortes weitere Baustellen zukommen. Von einem unnötigen Aufschrei kann also keine Rede sein; diese Momentaufnahme darf allerdings sehr wohl als Weckruf für Unternehmen verstanden werden, die ihrer Logistik und ihrem Logistiksystem keine weitreichende Bedeutung beimessen.

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