Stabile Strompreise für die Zukunft

Effektives Energiemanagement: BdHB informiert bei Balinger Firma relatio über neue Konzepte
Gut besucht (PresseBox) (Balingen / Sulz am Neckar (Kastell), ) Viele Kleinigkeiten geben ein großes Ganzes – und entscheidend ist das Bewusstsein für Energie als kostbares Gut. Das war das Fazit der Info-Veranstaltung des Bundesverbands der Haus- und Betriebstechniker (BdHB) bei relatio in Balingen. Der Abend stand unter einem einfachen Motto: „Wer heute nichts tut, zahlt morgen mehr für Energie.“

Doch was genau tun? Nach den Referaten von Joachim Gottwald (Leiter der Instandhaltung der Firma hansgrohe SE in Offenburg) und Bernd Bodmer (Geschäftsführer der Balinger relatio Unternehmensgruppe) waren die zahlreichen Teilnehmer schlauer und nahmen eine Fülle wertvoller Tipps mit. Entscheidend dabei: In der Debatte um Energie und Strompreise zählt das sprichwörtliche „Kleinvieh“.

Wer ist für die Energiewende überhaupt verantwortlich? Eberhard Kipp, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Haus- und Betriebstechniker (BdHB), mahnte als Themeneinstieg an, in der Diskussion um steigende Strompreise werde gern die Schuld beim „Phantom Energiewende“ gesucht. Doch bekanntlich steige der Preis eines Gutes mit zunehmender Verknappung – und das gelte letztlich auch für endliche Energieformen wie Öl, Kohle oder Gas. Damit war Kipp mittendrin im Thema: Wer mittel- und langfristig immer schneller steigende Energiepreise verhindern will, kann seiner Ansicht nach zwei Dinge tun: erstens auf die so genannten „Erneuerbaren“ umsteigen und zweitens seine Verbräuche anpassen und reduzieren. Dazu muss man diese aber zunächst kennen und möglichst exakt analysieren.

„Energiemanagement“ und „Energieeffizienz“ lauten die großen Schlüsselbegriffe – und hier kam Joachim Gottwald zum Zug. Er berichtete den Zuhörern aus der täglichen Praxis und zeigte auf, wie hansgrohe seit dem Jahr 2010 sein Energiemanagementsystem sukzessive auf- und ausgebaut hat. „Das Thema hat mich persönlich gepackt“, gestand der Instandhaltungschef. Egal ob die taghelle Beleuchtung einer menschenleeren Fabrikationshalle am Samstag oder ein achtlos vergessenes Flurlicht: „Das muss einfach nicht sein.“ Mittlerweile hat dies bei hansgrohe Schule gemacht: „Es ist wichtig, die Mitarbeiter zu begeistern und selbst als Vorbild zu fungieren. Mit dem Bewusstsein aller Kollegen steht und fällt die Sache.“

Doch der eigens ins Leben gerufene Lenkungsausschuss „Green“ benötigte für vernünftiges Energiemanagement zunächst exakte Daten zu Verbräuchen, Netzqualität und Lastverteilung. „Das gab es bis dahin nicht“, so Gottwald, „wir wussten nicht einmal genau, wie viel Strom welche Abteilung für ihre Arbeit benötigt. Unsere Stromkosten waren nicht verursachergerecht dargestellt, sondern wurden einfach auf einzelne Abteilungen grob umgelegt.“ Heute ist das anders: Dank Energiemanagement greift hansgrohe auf transparente Daten zurück, beispielsweise auf exakte Verbräuche von Strom, Wärme, Kälte oder Druckluft an den einzelnen Arbeitsplätzen. Der Verbrauch ist genau dort aufgeschlüsselt, wo er entstanden ist. Zentrales Element dabei: Alles ist visualisierbar. Stromrechnungen nimmt Gottwald akribisch unter die Lupe: „Hier machen sechs Prozent Abweichung schnell über 30.000 Euro aus.“ Das Bewusstsein für Stromverbrauch und Umwelt schlägt sich bei hansgrohe indes in barer Münze nieder. Einfachste Maßnahmen bei der Beleuchtung – in Gestalt von Anschaltregelungen - brachten pro Monat einen Einspareffekt von 800 Euro, der Einsatz neuer Kompressoren im selben Zeitraum 1600 Euro. Gerade die Beleuchtung bietet viel Sparpotenzial: Die LED-Technik hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Die Amortisationszeiten sind durch günstige Preise sehr kurz. Einheitlich sind bei hansgroße übrigens auch die Raumtemperaturen: „Manchmal ist es sehr einfach, Verschwendungen zu finden“, betont Gottwald, und sprach hier einem Zuhörer aus der Seele. Dieser hatte angemerkt, das exakte Messen sei ein Punkt, das intelligente Steuern von Gebäudeabläufen der andere. Im ersten Jahr, zog Gottwald abschließend zufrieden Fazit, hat die hansgrohe über 167.000 Euro an Kosten eingespart – bei Investitionen von gerade einmal 32.000 Euro.

Hier schloss sich nahtlos der Vortrag von relatio-Chef Bernd Bodmer an. Um Stromkosten nachhaltig zu senken, sei es notwendig, den Lastgang – „Ihr Strom-Fahrtenbuch“ – zu kennen, führte Bodmer aus. Je detaillierter bekannt sei, warum, wie und wo Strom genutzt werde, desto genauer könne der Verbrauch gesteuert und die Energie effizienter eingesetzt werden. Damit fielen automatisch die Kosten für die Wirkleistung, die tatsächlich verbrauchte Energie. Und damit auch die Nebenkosten, die sich aus einer Vielzahl weiterer Faktoren wie EEG-Umlage, Stromsteuer oder Off-Shore-Haftung zusammensetzen.

Um Energieverbräuche exakt und schlüssig zu ermitteln und transparent zu visualisieren, hat relatio ein Computerprogramm mit dem Namen „loop“ entwickelt. Beim Energiemanagement, betonte der relatio-Chef, seien simple Anfänge denkbar: „Oft bringen Bewegungsmelder für das Licht, neue LED-Leuchten oder Heizungssteuerungen bereits schnelle und nachhaltige Einsparerfolge.“ Strom via Photovoltaik zu erzeugen, betonte Bodmer, rechne sich immer noch – vor allem für den Eigenverbrauch. Der Sonnenstrom werde häufig eingesetzt, um Lastspitzen zu glätten, wie sie zum Beispiel zur Mittagszeit entstehen können. Ebenfalls effektiv: Speichersysteme, wie auch relatio sie anbietet: „Sie machen jetzt und in Zukunft autark und garantieren auf Jahrzehnte feste Energiekosten.“

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