Erneut ausgezeichnet: Der Deutsche Innovationspreis für die MTU Aero Engines

Schnelllaufende Niederdruckturbine für Getriebefan-Triebwerk punktet wieder
Auf dem Bild sehen Sie (v.l.n.r) den Vorstandsvorsitzenden der MTU Aero Engines, Herrn Egon Behle sowie den Laudator Frank Riemensperger. (Bildnachweis: Thorsten Jochim) (PresseBox) (München, ) Die MTU Aero Engines hat einen weiteren Innovationspreis erhalten: Am Freitagabend, 26. April, nahm MTU-Chef Egon Behle im Bayerischen Hof in München von der Initiative 'Der Deutsche Innovationspreis' in der Kategorie Großunternehmen den gleichnamigen Preis entgegen. Prämiert wurde wieder die schnelllaufende Niederdruckturbine des Getriebefan-Triebwerks (GTF), für die die MTU im März bereits den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft erhalten hatte.

Niederdruckturbinen sind seit Jahrzehnten eine Domäne des Münchner Triebwerksherstellers. "Mit dem schnelllaufenden Modell ist uns eine Meisterleistung geglückt", erklärte Behle. Sie ist eine Schlüsselkomponente, ohne die der kraftstoffsparende, emissionsarme und leise Zukunftsantrieb GTF von Pratt & Whitney nicht realisiert werden könnte; ihre Technologie beherrscht weltweit nur die MTU.

Die GTF-Niederdruckturbine wurde technisch so verfeinert, dass sie herkömmliche Turbokomponenten dieser Art um Längen schlägt. Sie zeichnet sich unter anderem durch weniger Stufen und somit eine kompaktere, leichtere Bauweise aus, eine geringere Lärmemission, neuartige, aerodynamisch optimierte 3D-Schaufelblätter sowie neue, hochbeständige und leichte Werkstoffe. Niederdruckturbinen gehören zu den höchstbelasteten Komponenten in einem Triebwerk - sie müssen hohen Temperaturen und hohen Drehzahlen standhalten.

Den GTF bezeichnete Behle als Quantensprung in der Triebwerkstechnologie: "Der GTF realisiert auf einen Schlag eine Kraftstoffersparnis von 15 Prozent, reduziert den CO2-Ausstoß ebenfalls um diesen Wert und halbiert den Lärm." Das Besondere an ihm ist eine völlig neue Triebwerksarchitektur. Der Clou ist ein Untersetzungsgetriebe zwischen Fan und Niederdruckturbine; bei herkömmlichen Triebwerken sind beide durch eine Welle miteinander verbunden. Die Turbine treibt den Fan an. Durch die Entkoppelung kann der Fan mit seinem großen Durchmesser langsamer drehen und die Turbine erheblich schneller. Dadurch erreichen beide Komponenten ihr jeweiliges Optimum und verhelfen dem Getriebefan zu einem sehr hohen Wirkungsgrad. Schon jetzt wird an weiteren Optimierungen gearbeitet, so dass im Jahr 2035 ein verbessertes Getriebefan-Triebwerk 30 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht und 30 Prozent weniger CO2 ausstößt.

Seine Vorzüge machen den neuen Antrieb zu einem Bestseller: In kurzer Zeit schnellten die GTF-Bestellungen auf 3.500 nach oben. Behle: "Das gab es in der Geschichte der Luftfahrt noch nie, dass ein neues Triebwerk so schnell so erfolgreich ist." In die Luft bringen wird der neue Antrieb die A320neo von Airbus, die CSeries-Flugzeuge von Bombardier, die neuen E-Jets von Embraer, den japanischen Regionalflieger MRJ und die MS-21 von Irkut.

Der Deutsche Innovationspreis wird jedes Jahr in den Kategorien Großunternehmen, Mittelständische Unternehmen sowie Kleinere Unternehmen und Start-ups vergeben.

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