Deutsche Welle: Intendant protestiert gegen Verhaftung des DW-Korrespondenten im Tschad

Intendant Erik Bettermann hat die sofortige Freilassung des Korrespondenten der Deutschen Welle im Tschad gefordert / DW-Mitarbeiter Eric Topona war am 6. Mai mit fadenscheiniger Begründung verhaftet worden
(PresseBox) (Bonn, ) Ein Untersuchungsrichter in der Hauptstadt N'Djamena hatte Topona unter dem Vorwand einbestellt, er solle als "Zeuge in einer Diffamierungsangelegenheit" gehört werden. Vor Ort erfuhr der 29-Jährige dann den wahren Grund seiner Festnahme: Er selbst sei angeklagt - wegen "Gefährdung der Verfassungsordnung". Er habe im Internet "subversive Schriften" veröffentlicht, in denen unter anderem von einem "Volksaufstand" die Rede sei. Dafür droht Topona nach tschadischem Recht eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Eric Topona, der auch Generalsekretär des Tschadischen Journalisten-Verbandes (UJT) ist, bestreitet die Vorwürfe: Keine der angeprangerten Schriften stamme von ihm. Die Ermittler hätten nicht einmal die Authentizität der Texte geprüft, so Topona, dessen Vernehmung nach DW-Informationen erst am 25. Mai erfolgen soll.

Intendant Erik Bettermann: "Die Deutsche Welle protestiert gegen die Festnahme und ist äußerst besorgt um Eric Topona. Ich appelliere an die tschadischen Behörden, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zu achten." Es sei inakzeptabel, dass der DW-Mitarbeiter ohne Vernehmung tagelang festgehalten werde. "Wir fordern seine sofortige Freilassung", so Bettermann am Montag (13.5.) in Bonn.

Der DW-Korrespondent war bereits in der Vergangenheit von den Behörden bedroht worden. UJT-Präsident Mahamat Abba Moussa sagte im DW-Interview, die Medien im Tschad seien verunsichert, die Stimmung unter Journalisten sei angespannt.

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