Gesunde Mitarbeiter kosten Geld - kranke ein Vermögen

Betriebliches Gesundheitsmanagement als Prävention
(PresseBox) (München, ) Noch immer gilt ein niedriger Krankenstand in den meisten Betrieben als Indikator für eine gesunde und produktive Belegschaft. Das ist aber ein großer Irrtum. Mehr und mehr Arbeitnehmer arbeiten trotz gesundheitlicher Beschwerden. Allerdings sind sie in diesem Zustand nicht sonderlich produktiv und leistungsfähig. Eine Studie der Strategieberatung Booz & Company aus dem Jahr 2011 bestätigt, dass die krankheitsbedingten Kosten für Unternehmen nur zu einem Drittel durch Fehlzeiten und zu zwei Drittel durch Präsentismus entstehen. Die TÜV SÜD-Experten wissen, warum Mitarbeiter krank zur Arbeit gehen, welche Folgen das haben kann und wie Arbeitgeber dem entgegenwirken können.

Wer krank ist, sollte im Bett bleiben und sich richtig auskurieren. Doch ein Großteil der Arbeitnehmer - 57 Prozent laut dem Stressreport Deutschland 2012 der baua - geht dennoch zur Arbeit. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben der Sorge, dass die Arbeit sonst liegen bleibt, rangieren die Angst um den Arbeitsplatz und der Wunsch, Ärger mit den Kollegen zu vermeiden, auf den ersten Plätzen. Vor allem Menschen, die chronisch oder psychisch erkrankt sind, neigen zu Präsentismus. Sie fürchten, dass die häufigen Ausfallzeiten beziehungsweise die mangelnde Nachvollziehbarkeit der Krankheit für Kollegen und Vorgesetzte negative Auswirkungen haben.

Präsentismus kann zu Arbeitsunfähigkeit führen

Doch die Folgen von Präsentismus sind nicht zu unterschätzen: Mangelnde Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, größere Fehleranfälligkeit und höheres Risiko für Arbeitsunfälle führen zu Produktivitätsverlusten. Bei Infektionen können sich Kollegen anstecken, die dann ebenfalls ausfallen. Außerdem fehlen viele Arbeitnehmer, die zu Präsentismus neigen, zu einem späteren Zeitpunkt deutlich länger, da sie die Krankheit verschleppt haben. Dies kann sogar zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit führen. Daher sind die Kosten durch Präsentismus wesentlich höher als die durch krankheitsbedingte Fehlzeiten.

"Präsentismus ist jedoch nicht gleich Präsentismus", erklärt Diplom-Psychologin Kerstin Reviol, Leiterin der Arbeitspsychologie bei der TÜV SÜD Life Service GmbH. "Bei einigen Krankheitsbildern wie Rückenschmerzen oder bestimmten psychischen Erkrankungen kann sich die Weiterführung der Arbeitstätigkeit positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Hier geht der Arbeitnehmer krank zur Arbeit, um seine Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Prinzipiell handelt es sich dabei auch um Präsentismus - allerdings unter ärztlicher Aufsicht."

Betriebliches Gesundheitsmanagement als Prävention

Die Unternehmenskultur und das Betriebsklima haben einen großen Einfluss darauf, ob sich Mitarbeiter bei einer Krankheit in die Arbeit quälen. Aus Gründen der Fürsorgepflicht, aber auch aus wirtschaftlicher Sicht sollten Betriebe die Gesundheit ihrer Mitarbeiter im Blick haben. Ein erster Schritt wäre, nicht automatisch anzunehmen, dass jemand, der zur Arbeit erscheint, gesund ist und jemand, der fehlt, krank ist. Zudem sollten organisatorische Strukturen, die Präsentismus fördern, abgebaut werden. Dazu zählen Anwesenheitsprämien, die Forderung, am ersten Tag der Erkrankung ein Attest vorzulegen, und ein autoritärer Führungsstil. Vorgesetzte sollten außerdem ein gutes Vorbild sein und zu Hause bleiben, wenn sie selbst krank sind. Auch die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zahlt sich aus. Einer Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zufolge haben Unternehmen mit einem BGM weniger krankheitsbedingte Personalausfälle und sind deutlich weniger von Präsentismus betroffen, als Unternehmen, die keine Präventionsmaßnahmen anbieten.

TÜV SÜD unterstützt Unternehmen in puncto Gesundheitsmanagement

Die TÜV SÜD Life Service GmbH betreut die Mitarbeiter von knapp 10.000 Unternehmen in Deutschland beim Arbeits- und Gesundheitsschutz und entwickelt individuelle Lösungen zum Umgang mit Stress, zur Förderung der Arbeitsmotivation, bei Suchtgefährdung sowie bei Über- oder Unterforderung. Das Ziel ist stets, Bedingungen am Arbeitsplatz zu schaffen, die die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter schützen. "Die Mitarbeiter honorieren dies durch bessere Leistungsfähigkeit. Kosten durch Arbeitsunfälle, einseitige Belastungen und Krankheiten helfen wir zu verringern und auch Leistungseinbrüche durch psychischen Stress oder Überforderung können unsere Experten durch ein durchdachtes Betriebliches Gesundheitsmanagement wirksam abfedern", erläutert Herbert Huß, Geschäftsführer der TÜV SÜD Life Service GmbH.

Weitere Informationen unter www.tuev-sued.de/bgm.

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