Daten nützen, Daten schützen

6. IT-Businesstalk in Salzburg: Trends im Future Internet
Die Referenten des 6. IT-Businesstalks auf der Salzburger Edmundsburg: (v.l.n.r.: Mark Markus (Salzburg Research), Robert Schischka (CERT.at), Richard Wein (nic.at), Georg Güntner (Salzburg NewMediaLab), Gabriele Matijevic-Beisteiner  (twyn group), Siegfried Reich (Salzburg Research), Christoph Bauer (ORF), Gerhard Haider (conova) (PresseBox) (Salzburg, ) Salzburg, 17.5.2013. Der gestrige Donnerstag stand ganz im Zeichen aktueller Internet-Technologien: Zum sechsten Mal luden nic.at, die Registrierungsstelle für .at-Domains, und Salzburg Research, Salzburgs Forschungsschmiede für Informationstechnologie, zum spannenden Talk auf die Salzburger Edmundsburg. Über einhundert Besucher lauschten den Expertenvorträgen, die diesmal das Thema Daten im Fokus hatten.

Insgesamt sechs Vortragende aus Wirtschaft und Wissenschaft informierten die interessierten Gäste darüber, wie es Unternehmen und Privatpersonen gelingen kann, Daten und Dienste im Internet zu nutzen und gleichzeitig zu schützen. Georg Güntner und Mark Markus von Salzburg Research, Christoph Bauer vom ORF und Gabriele Matijevic-Beisteiner von der twyn group zeigten auf, wie Wirtschaftstreibende Daten sinnvoll einsetzen und nutzen können.

Daten nützen: Der Informationsflut Herr werden

Mark Markus, Leiter des InnovationLab bei Salzburg Research, ist überzeugt, dass Innovationssignale im World Wide Web förmlich auf der Straße liegen: „Nutzer nehmen sich im Internet kein Blatt vor den Mund. Produktentwickler und Innovationsmanager müssten eigentlich nur mitlesen. Doch das ist in der Realität aufgrund der enormen Informationsflut meist nur per Zufall oder mit enormem Aufwand möglich.“ Er und seine Kollegen entwickelten eine innovative Methode, um diese Verbesserungsvorschläge bei gleichzeitiger Wahrung der individuellen Privatsphäre gezielt zu sammeln und zu nutzen.

Die enorme Datenflut übersteigt das menschliche Auffassungsvermögen, darum werden Maschinen-lesbare Daten immer wichtiger: Auf das von Menschen für Menschen konzipierte WWW folgt das so genannte „Web of Data“. „Schon jetzt kommt es in vielen Bereichen der Wirtschaft und der öffentlichen Hand zu einem neuartigen Datenaustausch: Die einen stellen ihre Daten zur Verfügung, andere binden diese in eigene Anwendungen ein – zum Nutzen aller Beteiligten“, erklärte Georg Güntner, Leiter des bei Salzburg Research angesiedelten Kompetenzzentrums für Neue Medien „Salzburg NewMediaLab“. „Es gibt kaum eine Branche, die nicht von diesem Web of Data profitieren kann“, so Güntner weiter.

Ein Anwendungsbeispiel dazu präsentierte ORF-Chefarchivar Christoph Bauer: „Für unsere Redakteure ist Archiv-Material und eine rasche Recherche immer wichtiger. Medien-Archive haben sich in den letzten Jahren dank innovativer Technologie von einer reinen „Endlagerstätte“ für versauernde Filmrollen zum zentralen Info-Pool und Service-Dienstleiter gewandelt.“

Auch die Werbewirtschaft profitiert von Daten. Gabriele Matijevic-Beisteiner von der twyn group zeigte verschiedene Methoden des „Targetings“, der zielgerichteten Ansprache der Kunden mit Online-Werbung: „81 Prozent der Österreicher sind online und hinterlassen ihre Spuren im Web. Das ermöglicht uns, ihre Interessen und Bedürfnisse zu identifizieren und relevante Werbung zu schalten. Letzten Endes hat es aber jeder User selbst in der Hand, ob er diese Werbeform zulässt oder ob er dies durch Deaktivierung der Cookies auf seinem Computer unterbindet.“

Daten schützen: Online-Sicherheit im Fokus

Hacking, Viren, Trojaner und Co.: Dem brisanten Dauerthema Security widmeten sich Robert Schischka, Leiter des CERT.at und Gerhard Haider, Geschäftsführer der Conova. Gerhard Haider ging es dabei besonders um die „Entglorifizierung“ des Hackertums. „Hacking ist kein Kavaliersdelikt sondern kann weitreichende wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auf Unternehmen haben – auch wenn dabei keine sensiblen Daten entwendet und missbraucht werden.“

Robert Schischka ist als Leiter des CERT.at täglich mit Sicherheitsvorfällen im Internet konfrontiert: vom Hacker, dem es um Ruhm und Ehre geht, bis hin zur organisierten Cyber-Kriminalität mit Millionenumsatz. Er warnt: „Wir dürfen nicht den Fehler begehen, uns nur auf Security-Technologien zu verlassen – die größte Sicherheitslücke ist nach wie vor der Mensch. Darum ist Aufklärung und Bewusstseinsbildung rund um schützenswerte Daten so zentral.“

Die beiden Organisatoren Siegfried Reich von Salzburg Research und Richard Wein von nic.at freuten sich über die gelungene Veranstaltung und das enorme Besucherinteresse und kündigten eine Neuauflage des IT-Businesstalks an.

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