Molekül im Gehirn ist wichtig für das Erinnern und Lernen

Neurobiologin Dr. Daniela Mauceri erhält Karl-Freudenberg-Preis
(PresseBox) (Weinheim, ) Während Sie diesen Text lesen, passiert in Ihrem Gehirn Erstaunliches: Rund 100 Milliarden Nervenzellen, auch Neurone genannt, nehmen Informationen auf, verarbeiten diese und leiten sie weiter. Die Nervenzellen sehen aus wie verzweigte Bäume und sind über winzige Kontaktstellen verbunden. Über diese gelangen Signale von einer Zelle zur nächsten. Eine wichtige Rolle spielt dabei das bisher nur als Wachstumsfaktor für Lymph- und Blutgefäße bekannte Molekül VEGF D. Das hat Neurobiologin Dr. Daniela Mauceri im Jahr 2011 in einem Team unter der Leitung von Prof. Dr. Hilmar Bading am Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften der Universität Heidelberg nachgewiesen. Das Molekül sorgt dafür, dass die baumartige Struktur der Neuronen erhalten bleibt und hilft so, wichtige Funktionen des Gehirns wie Erinnern und Lernen zu erhalten. Gleichzeitig könnte dieses Ergebnis eine wichtige Grundlage für die zukünftige Behandlung von Demenz, Alzheimer und anderen Fehlfunktionen des Gehirns sein. Deshalb erhält Dr. Mauceri als Nachwuchswissenschaftlerin den Karl-Freudenberg-Preis der Freudenberg Gruppe, der am 25. Mai bei einem Festakt an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften verliehen wird.

Morgen um 15 Uhr präsentiert Dr. Mauceri die Arbeit der Öffentlichkeit im Vortragssaal der Akademie. "Neue Erkenntnisse in Wissenschaft und Forschung sind elementar", so Dr. Jörg Böcking, Chief Technology Officer der Freudenberg Gruppe. "Die Freudenberg Gruppe als innovatives und global tätiges Unternehmen fördert deshalb Nachwuchswissenschaftler, die einen entscheidenden Beitrag in Naturwissenschaften und Technik leisten."

Im Jahr 2011 wurden die Forschungsergebnisse im Wissenschaftsmagazin "Neuron" veröffentlicht. Das Ergebnis: Das Molekül ist ein wichtiger Regulator der Gehirnfunktionen und umgekehrt hält die Gehirnaktivität die Molekülwerte hoch. Bei neurologischen Erkrankungen ist das Molekül nicht mehr ausreichend vorhanden, deshalb können möglicherweise Fehlfunktionen des Gehirns entstehen. Die Patienten können sich zum Beispiel schlecht erinnern. Die richtige Konzentration des Molekül-Haushaltes könnte neue Wege für die Entwicklung wirksamer Behandlungsmethoden von krankheits- oder altersbedingten Fehlfunktionen des Gehirns eröffnen. Das ist vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ein wichtiger wissenschaftlicher Schritt. "Das Patent ist angemeldet, die Rechte liegen bei der Universität", sagt Dr. Mauceri. "Eine gute Voraussetzung, um Unternehmen darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Ergebnisse nutzen können, um neue Medikamente zu entwickeln."

Wenn Mauceri über ihre Arbeit spricht, gestikuliert sie mit den Händen, lacht oft und ihre Augen funkeln hinter den Gläsern der weiß umrandeten Brille. "Als Wissenschaftlerin bin ich die erste Person auf der Welt, die eine neue Entdeckung macht", sagt sie. "Das ist etwas Großartiges." Neugierde, Begeisterung und Durchhaltevermögen, das sind die Bausteine, die die quirlige Neurobiologin mit italienischen Wurzeln erfolgreich machen. Schon als Kind in der Grundschule hat sie sich dafür interessiert, wie der Körper funktioniert. Später an der Universität interessiert sie sich besonders für die Vorgänge im Gehirn. "Ich wollte immer genau verstehen, was da passiert." Ein wissenschaftlicher Vortrag von Professor Bading begeistert sie so, dass sie beschließt, ihm nach Heidelberg zu folgen und dort zu forschen. "Ich habe immer noch so viele Ideen und es gibt noch so viele spannende Themen, die zu bearbeiten sind", sagt sie. "Ich möchte weiter forschen, Professorin werden, ein Team leiten und Studenten unterrichten. Das ist der beste Job der Welt!"

"Noch ist das nicht mein Labor, aber vielleicht in 10 Jahren?" Dr. Daniela Mauceri lacht und obwohl klar ist, dass sie einen Witz gemacht hat, ist auch zu spüren: Sie weiß, wo sie hin will. Ergebnisse veröffentlichen, sich einen Namen als Nachwuchswissenschaftlerin machen, später Professorin werden. Sie macht keine Wissenschaft, sie ist Wissenschaftlerin mit Leib und Seele. An einem typischen Arbeitstag sitzt Dr. Mauceri im Labor, führt Messungen durch und wertet Ergebnisse aus. Danach liest sie Fachliteratur, analysiert die Bilder der Neuronen im Mikroskop und katalogisiert diese nach Nummern. Oft ist das ein einsamer Job.

Als Postdoktorandin im Team des renommierten Professors Dr. Hilmar Bading, Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Neurowissenschaften der Universität Heidelberg, hat sie zwei Jahre daran gearbeitet, herauszufinden, welche Rolle das Molekül VEGF D im Gehirn spielt. "Die eigentliche Arbeit war der wissenschaftliche Nachweis danach, das hat lange gedauert", sagt sie. Dass sie für diese Arbeit jetzt den Karl-Freudenberg-Preis der Freudenberg Gruppe erhält, bedeutet viel für sie: "Der Preis ist eine Anerkennung meiner Arbeit. Eine Auszeichnung tut gut, wenn man so lange an etwas gearbeitet hat", sagt Dr. Daniela Mauceri. "Für diese Arbeit habe ich Mailand, Familie und Freunde verlassen und der Erfolg bestätigt mich darin, dass das richtig war." Auf dem Schreibtisch der lebhaften Mailänderin steht ein Espressokocher, an der Wand hängen Schwarz-Weiß-Fotos von Klassikern der Filmgeschichte, darunter Elizabeth Taylor als Katze auf dem heißen Blechdach. "Ich liebe Kinofilme, Kochen und Shoppen - besonders Schuhe - schließlich bin ich Mailänderin", lacht sie.

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