Deutsch-italienische Einigung auf einheitliche Ladestecker für Elektrofahrzeuge

(PresseBox) (Berlin, ) (27.05.2013) Vertreter der italienischen und deutschen Normungsorganisationen sowie Experten der italienischen und deutschen Industrie haben sich auf einen gemeinsamen Vorschlag an CENELEC, dem Europäischen Komitee der elektrotechnischen Normung, zur Weiterentwicklung der Norm zu Ladesteckern für die Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen geeinigt. Die Einigung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu der von der Europäischen Kommission geforderten europaweit einheitlichen E-Mobility-Ladeinfrastruktur. Der gefundene Kompromiss sieht auf der Ladeinfrastrukturseite für Elektrofahrzeuge die Nutzung der sogenannten Typ 2 Steckdose mit und ohne einen zusätzlichen Einsteckschutz (Shutter) vor. Die Option der Nutzung des zusätzlichen Einsteckschutzes trägt den spezifischen Gegebenheiten und unterschiedlichen Marktanforderungen in Italien und einzelnen weiteren europäischen Ländern Rechnung. Sie erfüllt trotzdem die für den Fahrzeughalter wichtige Anforderung nach Kompatibilität zu der in den meisten anderen europäischen Ländern verwendeten Typ 2 Steckdose ohne diesen Shutter. Die gefundene Lösung schafft Planungssicherheit für die europäische Automobilindustrie und ist ein Ausdruck der erfolgreichen Selbstverwaltung der Wirtschaft bei Normungsvorhaben.

In den vergangenen Monaten hatten italienische und deutsche Experten aus Normung und Wirtschaft intensiv an der Harmonisierung der Anforderungen für unterschiedliche Ladesteckertypen und Lademodi von Elektrofahrzeugen gemäß den Normen EN 62196-2:2012 und EN 61851-1 gearbeitet. Wichtige Diskussionspunkte waren dabei der in einigen Ländern – so auch in Italien – verwendete mechanische Einsteckschutz (Shutter) für Ladesteckdosen und die spezifischen Anforderungen an die Ladeinfrastruktur für Leichtfahrzeuge. Auch bezüglich der speziellen Ladeinfrastruktur für diese – gerade in Italien sehr verbreiteten Scooter und leichten drei- und vierrädrigen Fahrzeuge – konnte mit der Verständigung auf einen Vorschlag für die sogenannte Typ 3a Ladesteckdose, die auch mit und ohne Einsteckschutz ausgeführt werden kann, eine Einigung erzielt werden.

Die im vergangenen Jahr von dem Europäischen Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) veröffentlichten europäischen Normen EN 62196-1:2012 und EN 62196-2:2012 beschreiben bereits Stecker, Steckdosen, Fahrzeugsteckvorrichtungen und Fahrzeugstecker für Elektrofahrzeuge, jedoch ohne konkrete Festlegung auf eine einzige Steckerlösung für Europa.

Der jetzt gemeinsam erarbeitete Kompromissvorschlag bietet auch für andere europäische Länder, in denen man aufgrund lokaler Gegebenheiten an den Einsatz eines zusätzlichen Einsteckschutzes gewöhnt ist, die Basis für die von der Kommission geforderte Umsetzung der europaweit für den Nutzer einheitlichen Ladeinfrastruktur auf Basis des Typ 2 Steckers.

Der deutsch-italienische Kompromissvorschlag, der bereits an das auf europäischer Ebene zuständige Technische Komitee CENELEC/TC23BX übermittelt wurde und in Kürze an das CENELEC/TC69X übermittelt wird und zeitnah umgesetzt werden soll, ebnet dadurch den Weg zu einer gemeinsamen Lösung für alle CEN/CENELEC-Länder. Auf deutscher Seite erfolgt die Führung und Koordinierung der Expertengruppe und der weiteren Aktivitäten durch die Arbeitsgruppe 4 „Normung, Standardisierung und Zertifizierung“ der Nationalen Plattform Elektromobilität in enger Abstimmung mit dem DIN Deutsches Institut für Normung e.V. und den technischen Gremien der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE. Auf italienischer Seite wurde diese Aufgabe durch CEI, dem Italienischen Elektrotechnischen Komitee, wahrgenommen.

Bereits 2009 wurde die „TYP-2“-Steckervariante in das internationale Normverfahren eingebracht. Sie unterstützt das ein- und dreiphasige Laden und bietet deutlich höhere Ladeleistungen und kürzere Ladezeiten als die in Japan und in den USA eingesetzten Steckvorrichtungen, die nur das einphasige Laden unterstützen. Die Verfügbarkeit einer einheitlichen, sicheren und effizienten Ladeinfrastruktur, die das Laden von Elektroautos unabhängig vom Hersteller und Standort ermöglicht, gilt als elementare Voraussetzung für die Durchsetzung der Elektromobilität in Europa und weltweit.


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