Kleines Scheibchen, große Wirkung

ESK Ceramics produziert im Februar die 100millionste EKagrip Scheibe
(PresseBox) (Neuss, ) Weniger Hubraum, mehr Leistung: Das "Downsizing" von Motoren, verbunden mit einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs, ist ein anhaltender Trend in der Automobilindustrie. Ein kleines Bauteil trägt seit 15 Jahren dazu bei, die Grenzen des Machbaren weiter zu verschieben: Im Februar 2014 produziert die Kemptener Firma ESK Ceramics, eine Gesellschaft des 3M Konzerns, die hundertmillionste EKagrip Scheibe.

Das Produkt ist ein zehntel Millimeter dick, wiegt weniger als ein Gramm und kostet weniger als einen Euro. Wie ist es möglich, dass ein so unscheinbares Bauteil die Leistungsdichte eines Motors deutlich erhöhen kann?

Viermal höhere Kraftübertragung

Bei zentralverschraubten Bauteilen wie Kurbelwelle oder Nockenwelle müssen die einzelnen Komponenten so fest verbunden werden, dass sie die eingeleiteten Momente aufnehmen können ohne durchzurutschen. Im Prinzip gilt: Will man höhere Momente übertragen, braucht man größere und damit schwerere Komponenten. Hier kommt die reibungserhöhende EKagrip Scheibe ins Spiel: Sie "beißt" sich zwischen den Bauteilen fest und ermöglicht eine viermal höhere Kraftübertragung über die Schraubverbindung.

Siegeszug der EKagrip Scheiben

Das von ESK entwickelte, patentierte Produkt kam 1999 auf den Markt und hielt insbesondere in den letzten Jahren einen Siegeszug: Während die jährliche Autoproduktion in den letzten 10 Jahren um ca. 40 Prozent zunahm, steigerte sich der jährliche Absatz der EKagrip Scheiben um im gleichen Zeitraum sogar auf das Sechsfache. Im Jahr 2013 wurden bereits über 16 Millionen Scheiben hergestellt, und auch für die nächsten Jahre wird ein deutliches Wachstum prognostiziert.

Diamantpartikel mit Biss

Doch wie funktioniert EKagrip eigentlich? Die reibungserhöhenden Scheiben bestehen aus einer dünnen, elastischen Metallfolie, die beidseitig mit einer Nickelmatrix beschichtet ist. Darin eingelagert befindet sich eine festgelegte Menge an Diamantpartikeln mit definierter Größe. Wird die Scheibe zwischen zwei Motorbauteilen montiert, drücken sich die harten Diamantpartikel beim Zusammenpressen in deren Oberflächen und bewirken einen Mikroformschluss. Dank der EKagrip Scheiben können somit auf einfache und kostengünstige Weise ohne konstruktive Veränderung höhere Kräfte und Drehmomente sicher übertragen werden.

Viele namhafte Autohersteller setzen bei Kurbel- und Nockenwellenverbindungen, Schwungrädern und Ausgleichswellenmodulen bereits heute auf EKagrip Scheiben. Darüber hinaus wird das Produkt auch im Motorsport in verschiedenen Anwendungen erfolgreich eingesetzt. Und auch in Wind- und Wasserturbinen sorgen EKagrip Lösungen immer häufiger für eine sichere Verbindung von Bauteilen.

Strategische Ausrichtung

Für die Zukunft ist das Geschäft mit den EKagrip Scheiben gut aufgestellt, ist sich Knut Jordan, Director Sales Automotive & Transportation bei ESK, sicher. "Es gibt viele weitere Anwendungsgebiete, in denen unsere Produkte in Zukunft eine Rolle spielen werden", so K. Jordan. "Als Teil des global tätigen 3M Konzerns haben wir nun Zugang zu Schlüsselkunden in aller Welt", betont er. Vor diesem Hintergrund wird auch der Name angepasst: Zukünftig wird die smarte Scheibe unter der Bezeichnung 3M Friction Shim weltweit verkauft werden. Außerdem wird bei ESK über Möglichkeiten zur Vereinfachung der Prozesse bei den Kunden nachgedacht. Zum Beispiel will das Unternehmen den Automobilherstellern künftig durch Vormontage-Lösungen einen zusätzlichen Mehrwert bieten.

Über ESK

Die ESK Ceramics GmbH & Co. KG ist ein weltweit führender Anbieter keramischer Hochleistungsprodukte für industrielle Anwendungen und ein Spezialist im Bereich Nickel-Dispersionsschichten. Das Unternehmen beschäftigt heute in Kempten (Allgäu) rund 700 Mitarbeiter. Im Jahr 2013 erwirtschaftete die ESK ca. 103 Mio. Euro. Seit 2012 ist ESK ein 100%iges Tochterunternehmen der 3M Deutschland GmbH.

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