Interview mit Karlheinz Evertz, Leiter Erstausrüstung Pkw-Reifen weltweit

Karlheinz Evertz, Leiter Pkw-Reifen-Erstausrüstung weltweit (PresseBox) (Hannover, ) Karlheinz Evertz ist Leiter der Geschäftseinheit Pkw-Reifen für die Erstausrüstung weltweit, der auch die Forschung und Entwicklung für Pkw-Reifen von Continental angehört. Im folgenden Interview spricht er über die hohen Anforderungen an die Reifenentwicklung, die Erwartungen der Fahrzeughersteller und die Marktposition von Continental in diesem Segment.

Der Reifenmarkt diversifiziert sich immer weiter - mehr Modelle, zusätzliche Anforderungen von Endverbrauchern, Fahrzeugherstellern und Behörden, die u.a. zusätzliche Zertifizierungen verlangen. Wie stark erhöht das die Komplexität Ihres Erstausrüstungs-Geschäftes zusätzlich?

Die Komplexität in unseren Reifenwerken und in der Logistik wächst quasi zwangsläufig entsprechend mit. Es geht für uns daher darum, die zunehmende Komplexität nachhaltig zu managen und unsere weltweiten Prozesse und Standards konsequent darauf auszurichten. Die langfristige Wachstums-strategie der Division Reifen - Vision 2025 - ist entsprechend ausgerichtet.

Was erwarten die Fahrzeughersteller neben den klassischen Leistungseigenschaften Handling, Bremsleistung, Nässeeigenschaften, Komfort und Pannensicherheit heute hinsichtlich Rollwiderstand?

Die hohen heutigen Anforderungen an den Rollwiderstand werden in Zukunft noch weiter steigen. Insbesondere für unsere Premium-Kunden unter den Fahrzeugherstellern hat die Reduzierung des Flottenverbrauches heute eine sehr hohe Priorität. Darüber hinaus ist der Rollwiderstand natürlich ein besonders zentrales Thema bei den Elektro-Fahrzeugen, die langfristig an Bedeutung im Markt gewinnen werden. Deren erzielbare Reichweite kann damit nennenswert gesteigert werden und das wiederum wird helfen, bestehende Vorbehalte auf Seiten der Autofahrer abzubauen.

Wie schaffen Sie es, die Zielkonflikte trotz der ständig steigenden Zahl auf dem höchsten möglichen Technologie-Niveau zu lösen?

In unserer Forschung und Entwicklung für Reifen wird permanent und mit Hochdruck an diesem Thema gearbeitet. Sowohl auf der Material- als auch auf der Prozessseite werden kontinuierlich Verbesserungen erzielt, die die Leistungseigenschaften unserer Produkte schrittweise zu einem höheren Technologie-Niveau führen. Dadurch liegen die Performance-Unterschiede zwischen zwei Produkt-Generationen heute zum Beispiel beim Rollwiderstand häufig im zweistelligen Prozentbereich – das wäre noch vor 10 Jahren undenkbar gewesen.

Continental ist einer der führenden Zulieferer für Pkw-Reifen weltweit. Welche neuen Kunden konnten Sie im letzten Jahr dazu gewinnen und wie ist Continentals Entwicklung in China sowie Asien insgesamt zu bewerten?

In der EU sowie in Nord- und Süd-Amerika sind wir heute bei allen namhaften Fahrzeugherstellern vertreten. Neue Kunden gewinnen wir überwiegend in Asien, wo der Markt am schnellsten wächst. Hier ist unser Marktanteil in der Erstausrüstung im Vergleich zur EU und den Amerikas noch sehr ausbaufähig.

Wie hat sich Ihre Marktposition 2013 bei der Ausstattung der Neuwagen in Europa mit Continental-Premium-Reifen entwickelt?

In der EU freuen wir uns über die Ausstattung von gut einem Drittel aller Neufahrzeuge.

Das neue Pkw-Reifenwerk in Kaluga, Russland ist im Gegensatz zur üblichen Praxis schon von Beginn an auf Reifen für das Ersatzgeschäft UND die Erstausrüstung ausgelegt. Wann rechnen Sie mit den ersten lokal produzierten OE-Reifen?

Die ISO-Zertifizierung verlangt eine 12-monatige Serienproduktion, bevor in die Erstausrüstung geliefert wird. Wir werden daher mit den ersten Belieferungen aus russischer Produktion an Fahrzeughersteller in Russland gegen Ende 2014 starten.

Volkswagen und zahlreiche weitere Automobilhersteller sind ja ebenfalls schon in Kaluga vertreten. Wie schätzen Sie vor diesem Hintergrund die mittel- bis langfristige Perspektive für Ihr Erstausrüstungsgeschäft mit Pkw-Reifen in Russland ein?

Der russische Markt birgt riesiges Potential. Langfristig wollen wir unsere Marktposition in Russland kontinuierlich verbessern. Die Entscheidung für unser Werk in Kaluga basiert vor dem Hintergrund der starken Präsenz internationaler Hersteller auch auf dem zukünftigen Erstausrüstungs-Geschäft.

Über welche Erstausrüstungsfreigaben haben Sie sich 2013 am meisten gefreut?

Diese Antwort fällt mir ein wenig schwer, ich freue mich über jede einzelne Freigabe und das damit verbundene Geschäft.

Kontakt

Continental Reifen Deutschland GmbH
Büttner Straße 25
D-30165 Hannover
Klaus Engelhart
Continental AG
Pressereferent
Alexander Bahlmann
Continental AG
Leiter Öffentlichkeitsarbeit Division Pkw-Reifen
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