Arbeits- und Gesundheitsschutz: Unternehmen ändern ihre Haltung

Von der Reaktion auf Zwischenfälle bis zur Verankerung des Themas in der Unternehmenskultur: Der Umgang mit dem Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz ändert sich auf der ganzen Welt.
Luca Crisciotti, CEO von DNV GL – Business Assurance (PresseBox) (Essen, ) Für Nordamerikaner ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz entscheidend, um Geschäftstätigkeiten zu erhalten, Norweger und Schweden stellen die Mitarbeiter in den Mittelpunkt und Asiaten sind der Meinung, dass sie noch an strukturellen Herausforderungen arbeiten müssen.

Arbeits- und Gesundheitsschutzkonzepte verbessern sich auf der ganzen Welt. In Unternehmen wandelt sich das Bewusstsein von einer eher reaktiven Einstellung zu einem proaktiven Umgang mit Fragestellungen in diesem Bereich. Damit wird die Basis dafür geschaffen, das Thema „Arbeits- und Gesundheitsschutz“ in der Unternehmenskultur fest zu verankern. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Befragung, die von einem der führenden Zertifizierungsunternehmen, DNV GL – Business Assurance, initiiert und gemeinsam mit dem Forschungsinstituts GFK Eurisko unter mehr als 3.860 Fachleuten aus Unternehmen in verschiedenen Branchen in Europa, Nordamerika, Mittel-und Südamerika und Asien durchgeführt wurde.

Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement
Mehr als 90 Prozent der Befragten geben an, dass sie ein Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement bereits heute in der Unternehmensstrategie verankert haben. 76 Prozent betonen außerdem, dass die von ihnen implementierte Politik erheblich über Gesetze und Vorschriften hinausgeht.

Die Befragung zeigt auch, dass größere Unternehmen sich häufiger mit dem Thema auseinandersetzen. Allerdings geben auch 70 Prozent der kleinen Unternehmen an, ein spezifisches Arbeits- und Gesundheitsschutzkonzept zu haben.

Sicherheitsrisiken und Hauptinitiativen, zu denen sich Unternehmen in der ganzen Welt verpflichten
Bei Fragen, die auf wesentliche Risikofelder für den Arbeits- und Gesundheitsschutz abzielen, identifizieren die Teilnehmer der Befragung überwiegend Aspekte im Betriebsablauf – auch wenn hier regionale Unterschiede erkennbar sind. So achten Nordamerikaner (66%) und Schweden (55%) am meisten auf ergonomische Aspekte, während Asiaten (54%) Mängel an Maschinen und an der Ausrüstung als wesentliches Risikofeld bestimmen. Im deutschsprachigen Raum ist laut Befragung das größte Risiko der Umgang mit Gefahrenstoffen (44%).

Folglich sind für die Unternehmen auch betriebliche und weniger strategische Maßnahmen wie Prävention am effektivsten in Bezug auf die Vermeidung von Sicherheitsrisiken. Tatsächlich wird das Ranking der wirksamsten Maßnahmen durch die regelmäßige Instandhaltung der Betriebsstätten (48%) und Notfallmaßnahmen (46%) angeführt. Organisatorische Aspekte wie die Bewertung aller Risiken für Gesundheit und Sicherheit (37%) und präventive Maßnahmen (35%) befinden sich weiter unten auf der Liste.

Am meisten fortgeschritten im Bereich der Risikovermeidung sind die Nordamerikaner. Sie liegen sowohl bei der wirksamen Umsetzung von Maßnahmen zur Steuerung betrieblicher Aspekte über dem Durchschnitt als auch in Bezug auf Maßnahmen im Bereich organisatorischer Fragestellungen: So wird eine von zwei Initiativen, Risiken zu minimieren, erfolgreich umgesetzt, und 44 Prozent geben an, ein Risikomanagementsystem zu implementieren. Norweger und Schweden zeichnen sich dagegen darin aus, dass sie die meiste Aufmerksamkeit auf die Beteiligung und Befragung der Mitarbeiter zu diesem Thema aufbringen (Norwegen 46%, Schweden 43%).

Hauptgründe und Haupthindernisse
Der häufigste Grund für Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz ist die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften (87%). Direkt dahinter geben die Befragten als Motivation die eigene Unternehmenspolitik an (73 %). Externe Faktoren, die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit haben könnten, spielen für globale Unternehmen dagegen eine eher untergeordnete Rolle. Tatsächlich werden Markenschutz (24%), die öffentliche Meinung (19%) und die Wettbewerbsfähigkeit (19%) weniger als Anlass angeführt, sich mit dem Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz zu beschäftigen.

Auch in diesem Bereich lassen sich regionale Unterschiede im Verhalten feststellen. Neben der Einhaltung der Gesetze ist für die Nordamerikaner der Arbeits- und Gesundheitsschutz vor allem wichtig, um Geschäftstätigkeiten zu erhalten: So sieht jeder Zweite diese Maßnahmen als einen Weg, um Unternehmenswerte zu schützen und etwa jeder Ditte gibt an, dass die Maßnahmen das Eigentum und das Top-Management schützen oder Anfragen von Versicherungen zufriedenstellen.

Mangelnde finanzielle Ressourcen (31%) und ein Fokus auf kurzfristige Ergebnisse (26%) sind die wichtigsten Faktoren, die Unternehmen auf der ganzen Welt daran hindern, mehr Fortschritte im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagements zu machen.
Mangelnde finanzielle Ressourcen (31%) und ein Fokus auf kurzfristige Ergebnisse (26%) sind die wichtigsten Faktoren, die Unternehmen auf der ganzen Welt daran hindern, mehr Fortschritte im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagements zu machen.

In Asien spielen darüber hinaus noch Faktoren wie die Abnahme der Effizienz (23%), mangelnder „Return on Invest“ (19%) und fehlende Einbeziehung von Subunternehmern eine größere Rolle als im Durchschnitt. Außerdem ist hervorzuheben, dass die Art und Weise wie die Tätigkeiten strukturiert sind, als Hindernis wahrgenommen werden.
Im deutschsprachigen Raum wird als größtes Hindernis, sich mit dem Thema zu beschäftigen, mangelnder „Return on Invest“ (22%) angegeben. 20 Prozent der Befragten sehen hier allerdings auch keine Hindernisse, das Thema weiter voranzutreiben.

Zukünftige Entwicklungen
Für die Zukunft erwarten Experten aus aller Welt einen Rückgang von Gefahren für die Betriebssicherheit. Dessen ungeachtet werden sie ihre Initiativen im Arbeits- und Gesundheitsschutz weiter vorantreiben und ihre Haltung ändern. Schulungen von Mitarbeitern (63%), Bewertung von Risiken (63%) und die Einführung eines Managementsystems oder Präventionsprogramms (59%) stehen ganz oben auf der Liste der Maßnahmen. Die Bemühungen werden sich von betrieblichen zugunsten organisatorischer Aspekte verschieben, sodass der Arbeits- und Gesundheitsschutz tatsächlich in die Unternehmenskultur integriert werden kann.
Der Fokus auf das Thema wird weiterhin hoch sein. Mehr als 90 Prozent der Befragten erwarten für die nächsten drei Jahre eine Erhöhung der Investitionen im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Luca Crisciotti, CEO von DNV GL - Business Assurance, kommentiert die Befragung: „In der Art und Weise, wie sich Unternehmen mit dem Arbeits- und Gesundheitsschutz beschäftigen, hat sich vieles geändert. Vor Jahren war es die Regel, dass in Unternehmen lediglich auf Arbeitsunfälle reagiert wurde. Nun werden zunehmend operative Aspekte systematisch von den Unternehmen gesteuert. Das ist ein wichtiger Schritt, den Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Unternehmenskultur zu verankern und so nicht nur betriebliche, sondern auch organisatorische Aspekte sowie die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter im Blick zu haben."

Crisciotti fährt fort: „Aufgrund unterschiedlicher Gesetzgebungen, verschiedener kultureller Einstellungen und Entwicklungsstadien unterscheidet sich die Ausgangssituation in den Regionen der Welt. Generell lässt sich aber zusammenfassen, dass noch viel Arbeit vor den Unternehmen liegt. Der Mangel an finanziellen Ressourcen und der Druck auf Unternehmen, sich auf kurzfristige Ergebnisse konzentrieren zu müssen, macht es noch schwieriger, gesetzte Ziele zu erreichen. Allerdings ist es für Unternehmen wichtig, Veränderungen voranzutreiben und weiter an diesen Themen zu arbeiten.“

Weitere Unterlagen zu der Befragung erhalten Interessierte auf Anfrage an die E-Mail-Adresse dialog@dnvgl.com zugeschickt.

Methodik und Stichprobe
- Diese Erhebung wurde im Oktober 2013 mit einer Stichprobe von 3.860 Experten prominenter Unternehmen aus den Primär-, Sekundär- und Tertiärsektoren unterschiedlicher Industrien aus Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien durchgeführt.
- Die Stichprobe ist qualitativ und nicht statistisch repräsentativ.
- 23% der beteiligten Unternehmen beschäftigen weniger als 50 Personen, 32% 50 bis 249 und 45% haben mehr als 250 Mitarbeiter.
- Die meisten der beteiligten Unternehmen sind im sekundären Sektor ansässig, vor allem in den Bereichen Lebensmittel (5%), Chemikalien (6%), Metalle (11%), Maschinen (9%) und Elektrik (4%).
- 67% der Befragten sind direkt in der technischen Verwaltung beteiligt.
- Der Fragebogen wurde mit der CAWI (Computer Assisted Web Interviewing) Methodik versendet.

Kontakt

DNV GL Business Assurance Zertifizierung und Umweltgutachter GmbH
Schnieringshof 14
D-45329 Essen
Michael Niemeier
Marketing & Kommunikation
Leiter Unternehmenskommunikation

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