Postminister a.D. Prof. Dr. Christian Schwarz-Schilling übernimmt den Beiratsvorsitz beim Düsseldorfer Unternehmen UPLINK Network GmbH

"Anbieter-Monopole im liberalisierten TK-Markt sind Anachronismus"
(PresseBox) (Büdingen/Düsseldorf, ) Der Bundesminister für Post und Telekommunikation a.D. Prof. Dr. Christian Schwarz-Schilling hat zum 01. März den Vorsitz des Unternehmensbeirates der UPLINK Network GmbH übernommen. Der in Düsseldorf sitzende Netzbetreiber für terrestrischen Hörfunk stärkt damit seine Position in der anstehenden Liberalisierung des Marktes für Radioausstrahlung.

"Praktisch alle privaten Radiosender in Deutschland sind heute noch gezwungen, ihr Programm über einen einzelnen Anbieter auszusenden, der aus der ehemaligen Bundespost entstanden ist", erklärt UPLINK Network Geschäftsführer Michael Radomski die Situation im Markt für UKW-Sendernetzbetrieb mit Verweis auf seinen Wettbewerber, die durch ausländische Investoren gehaltene Media Broadcast GmbH.

Prof. Dr. Schwarz Schilling, der als Minister die vollständige Privatisierung der Deutschen Bundespost umgesetzt hatte, sieht diesen Umstand als Anachronismus an: "Es kann nicht sein, dass 20 Jahre nach der Liberalisierung der Telekommunikation immer noch faktische Monopole existieren, die Wettbewerb, Innovationen und Effizienz ausbremsen."

Dem Beirat der UPLINK Network GmbH gehören neben Prof. Dr. Schwarz-Schilling (Büdingen) der auf Regulierung spezialisierte Klaus K. Schlegel (Düsseldorf), der für Infrastruktur zuständige Andreas Wild (München) sowie der Medienspezialist Wilfried Sorge (Hamburg) an. Ziel des Unternehmens und seines Beirats ist es, den deutschen Rundfunkanstalten eine echte Auswahl bei der Beauftragung des technischen Dienstleisters zu geben.

"Wir rechnen mit deutlichem Widerstand beim Markteinstieg, schließlich steht hinter der Media Broadcast ein ausschließlich renditeorientierter Finanzinvestor, der keine Marktanteile freiwillig abgeben wird. Aber es ist offensichtlich, dass die deutschen Radiosender händeringend Alternativen zum bisherigen Monopolisten suchen", zeigt sich Wilfried Sorge, der lange als Geschäftsführer von Radio Hamburg, Radio ffn und dem größten deutschen Radiovermarkter RMS tätig war, optimistisch. Beirat Klaus K. Schlegel wertet dabei auch die Signale der zuständigen Regulierungsbehörden positiv: "Es besteht erkennbar ein klarer Wille zur Realisierung eines echten Wettbewerbs durch Politik und Verwaltung auf allen Ebenen."

Weitere Informationen...

...zu Prof. Dr. Schwarz-Schilling:


Prof. Dr. Christian Schwarz-Schilling (Jahrgang 1930) war 25 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1982 bis 1992 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen bzw.

Telekommunikation. Unter seiner Leitung wurde in Deutschland das Kabelfernsehen, das Privatfernsehen sowie der Mobilfunk eingeführt und der Telekommunikationsmarkt grundlegend privatisiert. Als Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina verantwortete er 2006 zudem die Überwachung des Friedensabkommens von Dayton. Seit 2007 hat Prof. Dr. Schwarz-Schilling eine Professur für Politische Wissenschaften an der

"Sarajevo School of Science and Technology" in Sarajewo inne. Prof. Dr. Schwarz-Schilling ist Vorsitzender des Unternehmensbeirates der UPLINK Network GmbH.

...zu Klaus K. Schlegel:

Klaus K. Schlegel (Jahrgang 1946) begann nach einem Ingenieursstudium seine Karriere im Bereich Rundfunk- und Fernsehsendern bei der Deutschen Bundespost. Nach einem zweiten Studium wechselte er in das Bundesministerium für Post und Telekommunikation wo er zuletzt den internationalen Satelliten- und Seekabelbereich leitete. Nach Gründung der Deutschen Telekom AG übernahm er dort führende Aufgaben in internationalen Spitzengremien und bei der Akquisition und der Steuerung von Auslandsgesellschaften. Klaus K. Schlegel verantwortet als Beiratsmitglied den Bereich Regulierung.

...zu Wilfried Sorge:

Wilfried Sorge (Jahrgang 1943) durchlief eine Reihe von Spitzenpositionen in Konzernen wie Esso, Gruner&Jahr und Bertelsmann. Als Geschäftsführer von Radio Hamburg und Radio ffn etablierte er die Sender als Marktführer in umkämpften Märkten, bevor er 2003 die Geschäftsführung von Radio Marketing Service (RMS) übernahm. RMS bündelt das nationale Werbeangebot der privaten Sender und ist Europas führender Hörfunkvermarkter. Wilfried Sorge kennt die Strukturen und Personen der Radioveranstalter wie kein zweiter und verantwortet als Beiratsmitglied den Bereich Marktzugang.

...zu Andreas Wild:

Andreas Wild (Jahrgang 1953) ist Diplom-Wirtschaftsingenieur und war für die Siemens Kommunikations- und Informationstechnik in verschiedenen Führungspositionen tätig, zuletzt u.a. in Südeuropa, Marokko und Polen, wo er für Siemens Public Networks Transmission Systems die erste landesweite Richtfunkstrecke aufbaute. Andreas Wild verantwortet als Beiratsmitglied den Bereich Infrastruktur.

...zu Michael Radomski:

Michael Radomski (Jahrgang 1974) hat nach seinem Betriebswirtschaftsstudium bereits Ende der 90er in der liberalisierten TK-Branche Erfahrungen mit regulierten Marktumfeldern gewonnen, zuletzt als verantwortlicher Geschäftsführer bei der Produkteinführung der Mobilfunk-Eigenmarken der REWE-Gruppe. Als Technik-Vorstand für das Schweizer Medienunternehmen CITYGUIDE AG verantwortete er bis 2013 die Entwicklung und den europaweiten Rollout digitaler Stadtführer bevor er als geschäftsführender Gesellschafter die UPLINK Network GmbH gründete.

...zum Markt für UKW-Sendernetzbetrieb:

Mit einer Reichweite von 80% der deutschen Bevölkerung ist das klassische UKW-Radio nach wie vor das führende Informationsmedium im Haushalt, im Auto und am Arbeitsplatz. Private Radioveranstalter sind dabei verpflichtet, zur Ausstrahlung ihres terrestrischen Programmes einen Sendernetzbetreiber zu beauftragen. Diese Aufgabe wurde ursprünglich von der Deutschen Bundespost ausgeübt und nach der Privatisierung von der Telekom als Media Broadcast GmbH an einen ausländischen Medienkonzern verkauft. Bis heute hält diese Gesellschaft praktisch ein Monopol, was auf Grund einer Entscheidung des Bundesrates im Jahr 2012 nun geändert werden soll.
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