"Tourismusdestination Bonn/Rhein-Sieg setzt auf eine gemeinsame Vermarktung"

Vorstellung des IHK-Branchenreports Tourismus & Hotellerie
(PresseBox) (Bonn, ) "Der Strukturwandel des Tourismus in der Region Bonn/Rhein-Sieg ist geschafft. Sowohl bei der Nachfrage als auch im (Hotellerie-)Angebot stehen Bonn und die Region auf festen Füßen. Zwar hat der Verlust der Hauptstadtfunktion die gesamte Branche seit Mitte der 1990er Jahre vor große Herausforderungen gestellt, heute kommen aber mehr Gäste in die Bonner Region als je zuvor." Dieses positive Fazit zog Fritz Georg Dreesen, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg und Direktor Rheinhotel Dreesen GmbH, bei der Vorstellung des IHK-Branchenreports Tourismus & Hotellerie. Auf Anregung der IHK hat die Internationale Hochschule Bad Honnef - Bonn (IUBH) - School of Business and Management, Fachbereich Tourismusmanagement unter der Projektleitung von Professor Dr. Helmut Wachowiak, diesen Report erstellt. 20 Jahre nach der "Tourismusstudie Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler", die 1994 das Fundament für Ausgleichsmaßnahmen im touristischen Umfeld - für den Städtetourismus in Bonn sowie für den Freizeittourismus im Bonner Umland - gelegt hat, stellt der neue Branchenreport aktuelle Daten und Fakten bereit, die den Startschuss geben können für neue Initiativen und Projekte zur Förderung des Tourismus. "Ziel dieses IHK-Branchenreports ist es, die Frage zu beantworten, wie sich der Tourismus in der Region Bonn/Rhein-Sieg aktuell darstellt, um daraus weitere Schritte für zukünftige Maßnahmen zur langfristig positiven Positionierung auf dem touristischen Markt abzuleiten", so Professor Wachowiak.

"Die Studie zeigt gleichzeitig die große wirtschaftliche Bedeutung des Gastgewerbes in der Region Bonn/Rhein-Sieg" so Kurt Schmitz-Temming, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK. "Alleine das Beherbergungsgewerbe - und dabei vor allem die Hotels mit ihren insgesamt 19.184 Betten (Bonn: 8.504 / Rhein-Sieg-Kreis: 10.680) - erwirtschaftet pro Jahr einen Gesamtumsatz von 163,8 Millionen Euro (Bonn: 84,2 Millionen Euro, Rhein-Sieg-Kreis: 79,6 Millionen Euro). Zusammen mit der Gastronomie stellt das Beherbergungsgewerbe 9.474 Arbeitsplätze bereit." Weiter macht die Studie deutlich: Die Übernachtungsgäste geben insgesamt fast eine halbe Milliarde Euro (496,7 Millionen Euro) pro Jahr aus. Dieser Gesamtumsatz führt zu 237 Millionen Euro Einkommenseffekten (Unternehmergewinne sowie Löhne und Gehälter) sowie insgesamt 18,1 Millionen Euro Steuern, davon alleine 12 Millionen Euro Gewerbesteuer.

"Mit dieser Studie haben wir erstmals seit 20 Jahren für die Region Bonn spezifische Ergebnisse einer wissenschaftlich akribisch durchgeführten Marktforschung im Bereich Tourismus", so Udo Schäfer, Geschäftsführer der Tourismus & Congress GmbH Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler: "Wir können damit unsere Marktdaten aus dem Bereich Kongresswesen nahtlos komplettieren."

Eindrucksvolle Zahlen aus der Region

Zwischen 1985 und 2012 haben sich die Ankünfte in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis um 85,3 Prozent sowie die Übernachtungen um 54,3 Prozent gesteigert. Dabei verzeichneten die gewerblichen Beherbergungsbetriebe im Rhein-Sieg-Kreis einen stärkeren Zuwachs an Ankünften (89,5 Prozent), die Stadt Bonn einen stärkeren Zuwachs an Übernachtungen (76,8 Prozent). Insgesamt registrieren die gewerblichen Beherbergungsbetriebe in Stadt und Region bei einer Bettenauslastung von 44,6 Prozent heute mehr als 1,3 Millionen Gästeankünfte (Bonn: 733.092 in 2013, Rhein-Sieg-Kreis: 598.966 in 2013) und mehr als 2,74 Millionen Übernachtungen in 2013 (Bonn: 1,399 Millionen, Rhein-Sieg-Kreis: 1,345 Millionen). Dabei liegt die durchschnittliche Übernachtungsdauer im Rhein-Sieg-Kreis mit 2,4 Tagen deutlich höher als in der Stadt Bonn (1,9 Tage).

Die insgesamt langfristig positive Entwicklung des Tourismus in der Region Bonn/Rhein-Sieg wird sich aus Sicht des örtlichen Beherbergungsgewerbes weiter fortsetzen. Ausgehend von einer insgesamt positiven Zukunftsstimmung schätzen die Beherbergungsbetriebe auch die weitere Umsatz- und Investitionsentwicklung deutlich positiv ein: 48,8 Prozent der Bonner Betriebe sowie 43,2 Prozent der Betriebe im Rhein-Sieg-Kreis gehen davon aus, dass die Umsätze in den nächsten Jahren (stark) steigen werden. Ähnliches gilt für die Investitionen, bei denen sogar 52,5 Prozent der Bonner Betriebe und 39,5 Prozent der Betriebe im Kreis einen Zuwachs sehen.

Zukünftige Herausforderungen für die Tourismusdestination

Prof. Wachowiak: "Eine der zentralen Herausforderungen für die touristischen Akteure ist jedoch die Schaffung einer klaren Destinationsmarke, die die gesamte Region attraktiv repräsentiert und ein unverwechselbares Versprechen an zukünftige Gäste gibt, ohne die bestehenden Einzelmerkmale zu vernachlässigen. Ungeachtet der zahlreichen Ansätze und erfolgversprechenden Entwicklungsstrategien kommt damit der Profilschärfung der Stadt und Region Bonn/Rhein-Sieg unter einer einheitlichen Destinationsmarke der zentrale Stellenwert für das zukünftige Tourismusmarketing zu. Die identifizierten städtischen wie regionalen Alleinstellungsmerkmale bestehen noch zu sehr "parallel" und verlieren somit ihre tatsächliche Gesamt-Durchschlagskraft. Dieses sollte für alle handelnden Akteure die zentrale Handlungsleitlinie im weiteren Dialogprozess um die Zukunft des Tourismus und der Hotellerie Bonn/Rhein-Sieg darstellen."

Laut Udo Schäfer ist die regionale Zusammenarbeit und deren Ausbau die Basis für eine bestmögliche Vermarktung. Sie bündelt Potentiale und bringt diese in attraktive Produkte, die genau in der Kombination ihren Reiz haben und den Bedürfnissen im Markt entsprechen. So verfügt zum Beispiel die Stadt Bonn über starke Profile wie Beethovenstadt, Kunst- und Museumsstadt, UN-Stadt, Tagungs-/Konferenzstadt oder Stadt am Rhein. Darüber hinaus bedient der Rhein-Sieg-Kreis verstärkt die Segmente Aktiv- und Radtourismus und bietet mit einer vielfältigen Naturlandschaft und einer gut ausgebauten Infrastruktur eine gute ideale Ergänzung der städtischen Profile.

Ansprechpartner: Kurt Schmitz-Temming, Tel. 0228/2284-142, E-Mail: schmitz-temming@bonn.ihk.de.

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