Rheinmetall erwartet 2014 Umsatzwachstum und deutliche Ergebnisverbesserung

(PresseBox) (Düsseldorf, ) .
Ausblick 2014:
- Konzernumsatz von 4,8 bis 4,9 MrdEUR und Konzern-EBIT von 220 bis 240 MioEUR erwartet
- Erholung in Defence, weitere Verbesserung in Automotive
- Strategieprogramm "Rheinmetall 2015" kommt gut voran

Geschäftsjahr 2013:
- Auftragsbestand Ende 2013 auf neuem Rekordwert
- Automotive wächst schneller als der Markt
- Umsatzrückgang in Defence und Restrukturierungsmaßnahmen belasten das Ergebnis
- Konzern-EBIT von 112 MioEUR
- Dividende von 0,40 EUR je Aktie vorgeschlagen

Das Strategieprogramm des Düsseldorfer Rheinmetall-Konzerns kommt gut voran. Das Unternehmen rechnet im laufenden Geschäftsjahr in beiden Unternehmensbereichen mit Umsatzwachstum und verbesserten Ergebnissen. Nachdem der Auftragsbestand im zurückliegenden Jahr einen neuen Höchstwert erreicht hat, wird 2014 ein Konzernumsatz von 4,8 bis 4,9 MrdEUR (2013: 4,6 MrdEUR) erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll voraussichtlich auf 220 bis 240 MioEUR (2013: 112 MioEUR) steigen.

"Das Geschäftsjahr 2013 stand ganz im Zeichen unseres Strategieprogramms 'Rheinmetall 2015'. Wir haben wichtige Weichenstellungen und Restrukturierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht und damit das Fundament für profitables Wachstum in der Zukunft gelegt", sagt Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG. "Erste Fortschritte werden sich bereits in den Zahlen für 2014 ablesen lassen. Seine volle Wirkung wird das Strategieprogramm aber erst ab 2015 entfalten."

Geschäftsjahr 2013: Auftragsplus von fast 10%

Im Geschäftsjahr 2013 erzielte Rheinmetall neue Bestmarken bei Auftragseingang und Auftragsbestand: Der Konzern konnte Bestellungen im Wert von 5.805 MioEUR (Vorjahr: 5.311 MioEUR) akquirieren. Das entspricht einem Plus von 9,3%. Der Auftragsbestand verzeichnet mit 6.475 MioEUR (Vorjahr: 5.405 MioEUR) sogar eine Steigerung von 19,8%.

Der Konzernumsatz bleibt mit 4.613 MioEUR aufgrund negativer Wechselkurseffekte um 2% hinter dem Vorjahreswert von 4.704 MioEUR zurück. Wechselkursbereinigt erreichte der Umsatz das Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis (EBIT vor Sondereffekten) betrug 213 MioEUR (Vorjahr: 268 MioEUR), die operative Marge lag damit bei 4,6% nach 5,7% im Vorjahr. Während der Unternehmensbereich Automotive sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis verbessern konnte, fielen Erlöse und Ergebnis von Defence unter die Vorjahreswerte.

2013 war ein Jahr des Übergangs, in dem eine Reihe von Restrukturierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht worden sind. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen dafür auf 86 MioEUR. Davon entfielen 51 MioEUR auf den Unternehmensbereich Defence und 35 MioEUR auf Automotive. Unter Berücksichtigung aller Sondereffekte erreichte das EBIT im abgelaufenen Geschäftsjahr 112 MioEUR nach 296 MioEUR im Vorjahr.

Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei 22 MioEUR (Vorjahr: 173 MioEUR). Nach Berücksichtigung des auf die Anteile anderer Gesellschafter entfallenden Ergebnisses ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von 0,75 EUR (Vorjahr: 4,55 EUR). Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 6. Mai 2014 eine Dividende von 0,40 EUR je Aktie vor (Vorjahr: 1,80 EUR). "Es ist unser erklärtes Ziel, mit dem Abschluss unseres Strategieprogramms im Jahr 2015 wieder auf das Dividendenniveau der Jahre vor der Restrukturierung zurückzukehren", betont Vorstandsvorsitzender Armin Papperger.

Schwieriges Marktumfeld und Einmaleffekte belasten Defence

Rheinmetall Defence sah sich 2013 einem schwierigen Marktumfeld gegenüber. Die weltweit rückläufigen Verteidigungsausgaben bremsten die Umsatzentwicklung des Unternehmensbereichs. Mit 2.155 MioEUR lagen die Erlöse um 180 MioEUR oder 8% unter dem Vorjahresniveau. Wechselkursbereinigt sank der Umsatz um 6%. Das operative Ergebnis (EBIT vor Sondereffekten) hat mit 60 MioEUR die letzte Prognose getroffen, lag aber um 85 MioEUR unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis wurde von Budgetkürzungen in wichtigen Kundenländern, zeitlichen Verschiebungen sowie Kostenüberschreitungen von Projekten und von außerplanmäßigen Akquisitionskosten belastet.

Sehr vielversprechend entwickelte sich die Auftragslage. Der Auftragseingang verbesserte sich auf 3.339 MioEUR, ein Plus von 14% oder 406 MioEUR. Zum Jahresultimo stehen Bestellungen in Höhe von 6.050 MioEUR in den Büchern, ein Anstieg von 21% oder 1.063 MioEUR. Das ist ein neuer Höchstwert.

Zu den größeren Aufträgen gehört eine Bestellung der australischen Streitkräfte über die Lieferung von rund 2.500 Logistikfahrzeugen - mit einem Volumen von 1,1 MrdEUR der zweitgrößte Einzelauftrag in der Unternehmensgeschichte. Defence sicherte sich außerdem einen Auftrag aus Indonesien über die Lieferung von militärischen Kettenfahrzeugen sowie Logistik und Munition im Gesamtwert von rund 216 MioEUR. Durch das breite und innovative Produktportfolio konnte Rheinmetall auch wichtige Aufträge in stagnierenden oder rückläufigen Märkten gewinnen. Beispielsweise hat die Bundeswehr 700 Sensorausstattungen für diverse Fahrzeugtypen und weitere Tranchen für die moderne Soldatenausstattung Gladius bestellt. Der Rahmenvertrag mit den niederländischen Streitkräften über die Versorgung mit verschiedenen Munitionstypen wurde um weitere sieben Jahre bis Ende 2019 verlängert.

Automotive wächst schneller als der Markt

Die starke Präsenz in wichtigen Wachstumsmärkten und die regulatorischen Trends zu umweltgerechter Mobilität ließen den Umsatz des Unternehmensbereichs Automotive auf 2.458 MioEUR ansteigen. Das entspricht einem Wachstum von 4% oder 89 MioEUR. Wechselkursbereinigt ist der Umsatz sogar um 6% gestiegen. Damit ist Automotive schneller als die internationale Automobilproduktion gewachsen, die 2013 um 3,5% zulegte. Das operative Ergebnis (EBIT vor Sondereffekten) verbesserte sich um 15% auf 160 MioEUR; die operative EBIT-Rendite stieg damit von 5,9% auf 6,5%.

Mit einem Wachstum von 7% war die Division Mechatronics der wesentliche Wachstums-treiber. Die Division profitiert von der weltweit großen Nachfrage nach mechatronischen Komponenten zur Verbrauchs- und Emissionsreduzierung, wie zum Beispiel kombinierten Öl- und Vakuumpumpen, Abgasführungssystemen und elektrischen Varianten von Magnetventilen.

Sehr dynamisch entwickelten sich die Umsätze der chinesischen Joint Ventures, die in den Zahlen nicht berücksichtigt sind. Dort kletterten die Erlöse um 29% oder 111 MioEUR auf nahezu 500 MioEUR. Damit liegt das Produktionswachstum der Joint-Venture-Gesellschaften deutlich über dem Wachstum des chinesischen Automobilmarktes, der 2013 einen Zuwachs von 14% verzeichnete. China bleibt auch künftig ein attraktiver Wachstumsmarkt. Schon heute ist Rheinmetall in China mit seinem Partner SAIC der größte Hersteller von Kolben und Zylinderköpfen für PKW. Rheinmetall baut in dem Wachstumsmarkt seine Marktpräsenz weiter aus, es gibt inzwischen elf Vertriebs- bzw. Fertigungsstandorte.

Die positive Unternehmensentwicklung der Automobilsparte wurde auch durch andere Wachstumsregionen gestützt, insbesondere NAFTA und Brasilien. Insgesamt hat die Automobilsparte 28% des Umsatzes mit Kunden außerhalb Europas erwirtschaftet. Hier macht sich das weltweite Produktionsnetzwerk bezahlt, das Rheinmetall in den vergangenen Jahren konsequent aufgebaut hat.

Ausblick 2014

Nach dem Übergangsjahr 2013, das von zahlreichen Maßnahmen zur Strukturverbesserung und zur Steigerung der Kosteneffizienz geprägt war, rechnet Rheinmetall 2014 wieder mit einem steigenden Konzernumsatz und deutlichen Ergebnisverbesserungen. Der Konzernumsatz wird mit 4,8 bis 4,9 MrdEUR prognostiziert. Davon entfallen voraussichtlich 2,3 MrdEUR auf Defence und 2,5 bis 2,6 MrdEUR auf Automotive. Beim operativen Ergebnis (EBIT vor Sondereffekten) werden sich erste positive Effekte aus den Restrukturierungsmaßnahmen zeigen: Insgesamt rechnet Rheinmetall mit einem operativen Ergebnis im Konzern zwischen 230 und 250 MioEUR. Dabei entfallen 85 bis 95 MioEUR auf Defence und 165 bis 175 MioEUR auf Automotive. Für nachlaufende Aufwendungen aus Sondereffekten und Restrukturierungsmaßnahmen wird ein Betrag von 10 MioEUR erwartet, so dass für das EBIT des Konzerns ein Betrag von 220 bis 240 MioEUR prognostiziert wird.

Profitables und nachhaltiges Wachstum ab 2015

Als führendes europäisches Systemhaus für Heerestechnik und als führender Entwicklungspartner international bedeutender Automobilhersteller bewegen sich beide Unternehmensbereiche in attraktiven Wachstumsmärkten. Rheinmetall Defence profitiert vom anhaltend hohen technischen Modernisierungsbedarf zahlreicher Streitkräfte und von neuen militärischen Einsatzszenarien. Für Rheinmetall Automotive resultiert aus den regulatorischen Trends zur Verbrauchs- und Schadstoffreduktion ein großes Wachstumspotential.

Mit dem Strategieprogramm "Rheinmetall 2015" - das die Schwerpunkte Internationalisierung, Produktinnovationen und Kosteneffizienz hat - soll dieses Wachstums- und Ertragspotential künftig besser ausgeschöpft werden.

Ab 2015 erwartet Rheinmetall ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 3% bis 5%. Dabei soll der Auslandsanteil in beiden Unternehmensbereichen leicht ansteigen. Defence hat die Zielsetzung, rund 50% seines Umsatzes mit Kunden außerhalb Europas zu erwirtschaften. Automotive beabsichtigt, den Anteil außereuropäischer Umsätze auf ein Drittel zu steigern. Dafür wird Rheinmetall seine seit vielen Jahren erfolgreiche Internationalisierungsstrategie konsequent fortführen und seine lokale Präsenz in Wachstumsregionen weiter stärken. Gleichzeitig strebt Rheinmetall eine verbesserte Profitabilität an. Für Defence erwartet Rheinmetall ab 2015 eine EBIT-Marge von 7% bis 9%. Bei einem stabilen Konjunktur- und Marktumfeld wird für Automotive eine EBIT-Marge von 8% angestrebt.

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Oliver Hoffmann
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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