Der Maßanzug der elektronischen Baugruppe

Hightech aus dem Erzgebirge
Im Reinraum wird die Konzentration luftgetragener Teilchen so gering wie möglich gehalten. (Foto: KSG Leiterplatten GmbH) (PresseBox) (Gornsdorf, ) Die KSG Leiterplatten GmbH aus Gornsdorf gehört europaweit zu den Technologieführern in der Herstellung von Leiterplatten und liefert ihren Kunden die komplette Bandbreite vom Entwicklungsmuster bis hin zur Serienfertigung. Erstklassiger Service, Terminzuverlässigkeit und höchste Qualität gehören dabei zu den Maximen des Unternehmens. Die konsequente Ausbildung und Qualifizierung junger Fachkräfte sichert der KSG eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Elektronik und Elektrotechnik haben Tradition im Erzgebirge. An Standorten wie Zwönitz, Stollberg oder Beierfeld werden Komponenten für Kunden in der ganzen Welt hergestellt. Das Erstaunliche dabei ist, dass sich viele dieser traditionsreichen Unternehmen nach der Wiedervereinigung neu aufgestellt haben. Dazu zählt auch die KSG Leiterplatten GmbH aus Gornsdorf – ein Unternehmen, das auf eine bewegte Geschichte zurückblickt. 1878 unter dem Namen C.A. Uhlmann damals als Fabrik für Strumpfwaren gegründet, entwickelte sich der Familienbetrieb mit dem Einzug der Elektronik zu einem Spezialanbieter für Kontaktbauelemente und Spezialmaschinen, was gleichzeitig den Namen des Gornsdorfer Unternehmens erklärt. Ab 1959 wurden sodann im volkseigenen Betrieb der DDR Leiterplatten hergestellt und diese führend im gesamten Ostblock vertrieben. Nach der Wiedervereinigung 1990 kämpfte die Eigentümerfamilie vier Jahre um den Erhalt und den Übertrag des Unternehmens aus dem Treuhandbesitz. Die Mitarbeiterzahl sank im Jahr 1997 bis auf 139. Heute beschäftigt das Gornsdorfer Familienunternehmen über 600 Mitarbeiter und zählt zu den drei führenden Produzenten von Leiterplatten in Deutschland. Der Erfolgsweg, den das Unternehmen seit Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts einschlägt, ist geprägt von einer Kundenfokussierung sowie von der Verantwortung für Mitarbeiter und die Region.

Den Kunden positiv überraschen

Die Beschäftigung mit dem Kunden ist für einen Auftragsfertiger Alltag. ‚Wie viele Teile, zu welchen Preis, wohin?‘ – das sind die Standardgrößen nach denen heute produziert wird. Standards reichen aber für die KSG Leiterplatten GmbH schon lange nicht mehr aus. Die Mikrotechnologen aus Gornsdorf treiben andere Fragestellungen an, denn sie wollen Kunden dauerhaft an das Unternehmen binden. Kundenindividuelle Leistungen lautet das Erfolgsrezept. Von der Fertigung bis zur Lieferung bieten die Gornsdorfer Ingenieure Mehrwerte, die sich nicht allein am Preis messen lassen.

Kurze Lieferzeiten – früher undenkbar in der Branche, denn nicht selten mussten Kunden länger als acht Wochen auf bestellte Ware warten – darin setzte die KSG Leiterplatten GmbH weltweit Maßstäbe. Konsequent wurden Auftragsmanagement und interne Logistik optimiert. Heute sind zwei Wochen Lieferzeit Standard in der Leiterplattenindustrie, zu verdanken ist das dem Pionierdenken des Teams um Prof. Dr. Udo Bechtloff, Geschäftsführer und Mitgesellschafter der KSG Leiterplatten GmbH.

„Der Maßanzug in der elektronischen Baugruppe“, so bezeichnen die Gornsdorfer, gern ihre heutigen Produkte. Das Augenzwinkern, als Hinweis auf die Unternehmenshistorie, ist durchaus erwünscht – doch beschreibt die Metapher recht gut, welch hoch individuelle Leistung für den Kunden in der Leiterplattenproduktion erbracht wird. KSG Leiterplatten werden entsprechend der Kundenanforderungen gefertigt, sie können also nicht ohne Weiteres vom Wettbewerb kopiert werden. Das Know-how, welches die Gornsdorfer Mikrotechnologen in den „Maßanzug“ einbringen, bildet die Basis für eine gute Kunden-Lieferantenbeziehung. Zuverlässigkeit, Flexibilität, Termintreue und eine schnelle Abwicklung der Aufträge ist das Gerüst für eine langfristige und stabile Kundenbeziehung. In einem Markt, der von günstigen asiatischen Konkurrenten eng besetzt ist, ist das Vertrauen der Kunden in den Lieferanten von enormer Bedeutung. „Wir stehen für Stabilität, wir sind auch morgen noch für unsere Kunden da. Der Preis für unsere Produkte ist deshalb ein Kriterium unter vielen, weshalb uns Kunden in der ganzen Welt vertrauen.“, schildert Prof. Dr. Udo Bechtloff die Kundenbeziehungen von heute.

Loyale Leistungsträger gewinnen

Vertrauen ist auch die Maßgabe des Unternehmens in Sachen Personalmanagement. Studienfinanzierung, individuelle Weiterbildungsangebote und Übertragung von Verantwortung – das sind bei der KSG Leiterplatten nicht bloße Marketingphrasen, sondern gelebte Firmenphilosophie, die auf dem Grundsatz Geben und Nehmen beruhen. Von 1997 bis heute haben 80 Jugendliche – davon 72 Azubis und acht Studierende – erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen. Fast alle wurden übernommen und sind noch heute im Unternehmen tätig. Aktuell werden 19 Nachwuchsfachkräfte im Traditionsbetrieb ausgebildet. Über 10 Auszubildende will die KSG auch 2014 wieder einstellen. Die Bandbreite der Berufe für junge Frauen und Männer reicht vom Mechatroniker, Mikrotechnologen und Oberflächenbeschichter bis hin zu kaufmännischen Berufen. „Unsere Zukunft entwickeln wir heute. Für unsere Projekte auf der ganzen Welt finden wir hier im Erzgebirge die richtigen Fachkräfte.“, betont die Geschäftsführerin und Mitgesellschafterin der KSG Leiterplatten GmbH Margret Gleininger, die auf Talente und Fachkräfte aus der Region setzt und mit regionaler Kompetenz die Ausbildung des Nachwuchses bei der KSG sicherstellt.

Margret Gleiniger ist seit 2010 Botschafterin des Erzgebirges und engagiert sich intensiv im Projekt CSRnetERZ der Wirtschaftsförderung Erzgebirge. Soziale Verantwortung reichen bei der KSG vom nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen, dem Engagement in der Region als Sportförderer, bis hin zu einer gelebten Unternehmenskultur, die Eigenverantwortung stärkt und Mitarbeiter entsprechend ihrer Lebenssituation unterstützt.

Positivbeispiele finden sich im Unternehmen viele: So hat es Jens Liebers in weniger als zwei Jahren vom Leiharbeiter zum Schichtmeister geschafft. Im Januar 2011 war der Handwerksmeister über eine Leiharbeitsfirma in den Familienbetrieb gekommen. Das technische Verständnis brachte der 44-jährige mit. Weiterbildungsangebote des Unternehmens, praktische Erfahrungen und das notwendige soziale Feingefühl, qualifizierten ihn zum Bindeglied zwischen Management und Produktion. Nach der Festanstellung folgte Ende 2013 die Beförderung zum Schichtmeister.

Ganz früh praktische Erfahrungen sammeln – dies trifft auf Stefanie Schädlich zu. Die heute 25-jährige kam auf einer Ausbildungsmesse mit Frau Gleiniger in Kontakt. Damals wollte sie eigentlich nur ein Schulpraktikum absolvieren, doch ihr wurde ein Ferienjob angeboten, um Praxiswissen zu sammeln und gleichzeitig die Wertschätzung ihrer Arbeit zu erfahren. Inzwischen hat Stefanie Schädlich ein Mikrotechnologie-Studium mit integriertem Facharbeiterabschluss absolviert sowie einen Masterabschluss in Nano- und Oberflächentechnik. „Der frühe Kontakt mit solch jungen, engagierten Menschen aus der Region verhilft uns Talente frühzeitig zu erkennen und diese richtig auszubilden. Die Schulabgänger sind den Kollegen so bereits aus der Ferienarbeit bekannt, das ist für die Ausbildung eine ideale Basis. Die Nachwuchsfachkräfte wissen, was wir von ihnen verlangen. Wir wiederum wissen, auf wen wir uns verlassen können.“, kommentiert Gleiniger ihre Strategie. Im Oktober 2013 war schließlich Stefanie Schädlichs erster Arbeitstag in der KSG als Bereichsingenieurin für chemische Prozesse.

Weiterhin auf Wachstumskurs

Gut 100 Mio. Euro wurden in den letzten 15 Jahren investiert. Inzwischen rangiert das Unternehmen bei einem Jahresumsatz von 68 Mio. Euro. Nach der Wirtschaftskrise 2009 ging es in den Folgejahren mit großen Wachstumsschritten voran. Die Eigenkapitalquote der KSG ist dabei überproportional hoch. Dies liegt an der kontinuierlichen Reinvestitionsstrategie der Gesellschafter und Geschäftsführung. So wird ein wesentlicher Teil der Gewinne in Prozessverbesserung und Erweiterungen investiert. Auch in schwierigen Zeiten war und ist die KSG so in der Lage, den Kurs von Investition, Expansion und Weiterentwicklung fortzuführen. Zum Beispiel leistet sich die KSG eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, steht in engem Austausch mit den Hochschulen der Region und kooperiert mit dem Fraunhofer Institut, um auch weiterhin als Impulsgeber und Innovationslieferant die Marktposition zu behaupten, bzw. ausbauen zu können.

Bechtloff blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2013 zurück. „Die Akquise von Neukunden läuft sehr gut, Neuaufträge und die Arbeit für Bestandskunden bescherten uns das erfolgreichste Jahr unserer Firmengeschichte.“

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Kristin Escher
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