Wie reagieren Immunzellen auf Erreger?

Physiker Dr. Michael Floßdorf erhält Karl-Freudenberg-Preis
Dr. Michael Floßdorf (PresseBox) (Weinheim, ) Das Immunsystem ist immer im Einsatz. Tag und Nacht versuchen Viren und Bakterien in den menschlichen Körper einzudringen. Doch die körpereigene Abwehr arbeitet so effektiv, dass die meisten Infektionen unbemerkt bleiben. Das liegt vor allem an einem bestimmten Typ von Immunzellen, den so genannten T-Zellen: Ist eine Immunreaktion notwendig, beginnen diese Zellen sich so zu vermehren, dass sie gegen die Krankheitserreger schnell und langfristig vorgehen können. So verhindern sie eine Krankheit. Wenn eine solche Zelle zum ersten Mal auf einen Krankheitserreger trifft, teilt sie sich viele Male. Es entstehen kurzlebige Effektor-Zellen und langlebige Gedächtnis-Zellen, die den Erreger kennen und in Zukunft noch schneller bekämpfen.

Wie und in welcher Reihenfolge diese beiden Zelltypen entstehen, hat Physiker Dr. Michael Floßdorf in der wissenschaftlichen Arbeit "Stochastic T cell fate decisions" aus dem Bereich Biowissenschaft untersucht. Dabei hat er mathematische Modelle und statistische Analysen von experimentellen Daten kombiniert. Das Ergebnis ist eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Impfstoffen oder die Behandlung von Krankheiten wie Krebs. Deshalb erhält Dr. Floßdorf den Karl-Freudenberg-Preis der Freudenberg Gruppe, der am 24. Mai an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften verliehen wird.

"Neue Erkenntnisse in Wissenschaft und Forschung sind die Grundlage für zukünftige Innovationen", so Dr. Jörg Böcking, Chief Technology Officer der Freudenberg Gruppe. "Die Freudenberg Gruppe als innovatives und global tätiges Unternehmen fördert deshalb Nachwuchswissenschaftler, die einen entscheidenden Beitrag in den Naturwissenschaften leisten." Der Karl-Freudenberg-Preis wird im Rahmen der Jahresfeier der Heidelberger Akademie der Wissenschaften überreicht. Heute um 15 Uhr präsentieren die Preisträger ihre Arbeiten im Vortragssaal der Akademie der Öffentlichkeit.

"Karl-Freudenberg-Preis ist Anerkennung für Arbeit"

"Die Auszeichnung ist eine tolle Anerkennung für meine wissenschaftliche Arbeit", so Dr. Floßdorf. "Außerdem habe ich so die Möglichkeit, einem breiten Publikum zu zeigen, wie spannend die Anwendung von Mathematik und physikalischen Methoden in der Biowissenschaft ist." Die Arbeit belege, so der Preisträger, dass aus den naiven T-Zellen nach Kontakt mit einem Erreger zunächst sich langsam teilende Gedächtnis-Vorläuferzellen entständen, aus denen sich dann schnell teilende Effektor-Zellen entwickeln würden. Wie weit die T-Zellen in diesem Ablauf kämen, sei zufällig. Bisher gab es für dieses im Körper ablaufende Programm von T-Zell-Differenzierung verschiedene Theorien, die nicht bewiesen waren.

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