GASTKOMMENTAR | Die rosarote KATA Brille

Gastkommentar im LEANmagazin.de von Frank Göller, Geschäftsführer Festool Engineering GmbH
Frank Göller, Geschäftsführer Festool Engineering GmbH (PresseBox) (Marktheidenfeld, ) Weit über 250 Teilnehmer waren am 20. und 21. Mai zu Gast auf der 15. Production Systems im Haus der Wirtschaft in Stuttgart. Da es sich um die Leitveranstaltung für Lean-Management handelt, ist FESTOOL und Festool Engineering seit Jahren inhaltlicher Unterstützer und Sponsor der Veranstaltung, um Impulse zu sammeln aber auch zu geben. In diesem Jahr waren über 50% der Teilnehmer erstmals bei dieser Veranstaltung dabei, um interessante Redner zu hören, spannende Vorträge zu erleben und anregende Gespräche zu führen. Aber Vorsicht für alle Neuen. Trotz dem mehrmals betonten Ansatz „kapieren, nicht nur kopieren", scheint sich eine Eindimensionalität und ein Dogmatismus um das Thema „Kata" breit zu machen. Wiederholen, Wiederholen, Wiederholen! Coachen, Coachen, Coachen! Ist das die Universalformel zum Glück?

Zu Recht gab es aus dem Plenum die eine oder andere kritische Frage über die Art und Weise des KATA Coachings und der dabei nachweisbaren Wirkung. Und es gab sehr gute Antworten, die wirkungsvolle Führungsarbeit und klare Zielentfaltungsprozesse deutlich vor das Einhalten von Fragefolgen positionierten. Vielen Dank dafür.

Die Teilnehmer konnten weiterhin u.a. aufschlussreiche Vorträge über kurzzyklisches Messen von Projektfortschritten und das Begeistern für Veränderung erleben. Und sie hörten - wie in früheren Jahren auch - dass eine verständliche und transparente Zielvorgabe – gerne über kaskadierende Zielzustände – Schlüssel zur Wirkung und Erfolg ist. Erfolgsgeschichten von klaren Zielsetzungen mit Teameinverständnis und einer logisch transparenten Wirkungs- und Abweichungsmessung wurden präsentiert. Aber viel zu selten hörten wir von Wirkungen im letztendlich entscheidenden Kosten-Qualität-Zeit Dreieck, was auf früheren Veranstaltungen doch deutlich öfter der Fall war. Mir stellt sich die Frage: „Wollen, dürfen oder können wir keine Wirkung zeigen, wenn im Rahmen der „KATA" verbessert wird?" Ich hoffe sehr, dass keine „rosarote KATA Brille" vor unsere Augen geschoben worden ist, die die kritischen Fragen nach dauerhafter Wirkung einfach wegfiltert.

Die Production Systems war wiedermal eine eindrucksvolle Veranstaltung für alle Veränderungsanhänger mit „passion for change". Und ich möchte darauf hinweisen, dass eine eindimensionale Sicht auf das Thema „KATA" fatal sein kann, was der eine oder andere Anwender vielleicht auch schon erlebt hat. Arbeitsroutinen für die Verbesserung und für die Führungsinhalte sind unverzichtbar, aber diese müssen in ein Gesamtkonzept für dauerhafte Transformation eingebettet werden. Letztendlich zählt die gesamtheitliche Sicht auf Ihre Prozesse und die nachhaltige Befähigung Ihrer Mitarbeiter. Die KATA kann, muss aber kein Element darin sein.

Wir werden im kommenden Jahr wieder auf der Production Systems sein und die Entwicklung der uns alle verbindenden Transformationsarbeit zu verfolgen.

Ihr
Frank Göller (Geschäftsführer der Festool Engineering GmbH)

PS: Ich freue mich auf Ihre Meinung und Kommentare unter frank.goeller@festoolengineering.com

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