"Sojus"-Rakete entsteht auf Schuler-Presse

Eine seiner bisher größten hydraulischen Anlagen hat der Schuler-Standort Waghäusel für ein russisches Staatsunternehmen gefertigt
Auf einer hydraulischen Schuler-Presse will ZSKB-Progress Einzelteile für Trägerraketen vom Typ (PresseBox) (Waghäusel, ) Sie befördern Weltraumfahrer und -touristen auf die Internationale Raumstation ISS, versorgen sie mit Sauerstoff, Lebensmitteln und Ersatzteilen, und schießen Satelliten ins All: die "Sojus"-Trägerraketen von ZSKB-Progress. Rund 1.900 Mal haben sie Weltraumbahnhöfe wie Baikonur und Plessezk in Russland oder Kourou in Französisch-Guyana schon verlassen, nach dem Absturz der US-Raumfähre Columbia 2003 stellten sie zeitweise die einzige Verbindung zur ISS dar. Voraussichtlich ab 2015 wird das russische Staatsunternehmen seine Raketen auf einer Presse von Schuler herstellen.

Die Vorabnahme für die hydraulische Anlage mit einer Presskraft von 2.600 Tonnen hat bereits stattgefunden, sie wird demnächst ausgeliefert. Auf der dreifach wirkenden Presse sollen Teile wie etwa Tankdeckel aus Aluminium entstehen. Sie müssen äußerst widerstandsfähig sein, um den hohen Belastungen vor allem beim Start der Rakete standzuhalten. Der Blechhalter oben und das Tischkissen unten verfügen über jeweils 600 Tonnen Presskraft.

"Mit einer Tischgröße von fünf auf sechs Metern gehört diese Anlage zu den größten hydraulischen Pressen, die wir in Waghäusel jemals gebaut haben", sagt Dr. Martin Habert, Geschäftsführer von Schuler in Waghäusel. Die Trägerraketen werden immer größer, um mehr Nutzlast in den Weltraum transportieren zu können. Dadurch wachsen auch die Bauteile, aus denen die Raketen zusammengesetzt sind - und die Anlagen, auf denen sie gefertigt werden.

"Das stellt uns natürlich in der Produktion der Presse vor besondere Herausforderungen", erklärt Dr. Habert. Auch die Logistik hat es in sich: Die einzelnen Teile der Anlage dürfen nicht mehr als 160 oder 170 Tonnen wiegen, um noch sicher über die Straße befördert werden zu können. Den größten Teil der Strecke legt der Schwertransport aber auf dem Wasser zurück: über Rhein, Nord- und Ostsee und anschließend über die Wolga. Doch Experten von Schuler sind zuversichtlich, schließlich verfügen sie über jahrzehntelange Erfahrung im Großanlagenbau: "ZSKB-Progress hat sich aus gutem Grund für uns entschieden", so Geschäftsführer Dr. Habert.

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