Deutschland ist sicherer Hafen für Investoren

Neuer FDI Confidence Index® von A.T. Kearney: USA, China und Kanada vorne, Deutschland auf Rang 6. In Europa wächst das Vertrauen in eine positive wirtschaftliche Entwicklung.
(PresseBox) (Düsseldorf, ) Die USA bauen ihre Führung bei den Ländern mit den höchsten zu erwartenden ausländischen Direktinvestitionen weiter aus. China festigt Rang 2 und Kanada rückt auf Rang 3 vor. Deutschland verbessert sich um einen Rang und liegt mit Rang 6 im Spitzenfeld. Insgesamt schätzen die Investoren die Zukunftsaussichten für Europa und die gesamte globale Wirtschaft deutlich positiver ein als im Vorjahr. Das geht aus den Ergebnissen des aktuellen Foreign Direct Investment (FDI) Confidence Index® (FDICI) der Unter-nehmensberatung A.T. Kearney hervor, der kürzlich auch im White House Report „Winning Business Investment in the United States“ zitiert wurde. Die Rangliste basiert auf einer regelmäßigen Befragung von Vorständen und Top-Managern der 1.000 weltweit größten Unternehmen zu ihren Investitionsplänen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die zehn Top-Investitionsziele aus dem Index etwa ein Jahr nach Veröffentlichung tatsächlich den größten Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen verzeichnen.

„Trotz der anhaltenden Volatilität und wirtschaftlichen Unsicherheit deuten die Ergebnisse des aktuellen FDICI auf eine Trendwende hin. Viele Kon-zerne, die große Liquiditätsreserven angesammelt haben, sind überzeugt, dass der Zeitpunkt für Investitionen mit attraktiven Renditen gekommen ist“, fasst Dr. Martin Sonnenschein, Partner und Managing Director Central Eu-rope die Studienergebnisse zusammen.

Deutschland ist sicheres Investitionsziel

Als weltweit führender Produktionsstandort bleibt Deutschland für Investoren interessant, die ein sicheres, renditeträchtiges Umfeld suchen und rückt um eine Position auf Rang 6 vor. Vor kurzem eröffnete zum Beispiel das amerikanische Forschungsunternehmen ApoCell ein Labor in Leipzig und gab die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut bei der Entwicklung seiner zirkulierenden Tumorzellentechnologie bekannt. Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant, der Deutschland schon seit Jahrhunderten verbunden ist, hat sein internationales F&E-Zentrum in Frankfurt am gleichen Standort eröffnet, an dem sich auch seine größte Fertigungsstätte befindet. Der japanische Automobilzulieferer DENSO erweitert seine beiden Technikzentren in Deutschland und wird in Zukunft mehr Produkte vor Ort entwickeln sowie marktspezifischere Systeme anbieten.
„Internationale Unternehmen schätzen Deutschland als starken und stabilen Wirtschaftsstandort und somit als sicheren Hafen für ihre stra-tegischen Investitionen“, erklärt Sonnenschein. „Zu den wichtigsten Er-folgsfaktoren Deutschlands gehören dabei die hoch qualifizierten Arbeitskräfte, die anspruchsvollen und kaufkräftigen Verbraucher, die gut ausgebaute Infrastruktur sowie die hohe Innovationsfähigkeit.“

USA, China und Kanada Spitzenreiter, Russland abgestiegen

Im Januar 2014 bezog sich US-Präsident Barack Obama während seiner Rede zum „State of the Union“ auf die FDICI-Ergebnisse des Vorjahres und erklärte: „Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren haben Top-Manager nicht mehr China als die weltweit erste Adresse für Investitionen genannt, sondern die USA.“ Die Hälfte der für den FDICI 2014 Befragten gab an, dass sie die wirtschaftliche Entwicklung in den USA positiver sieht als noch von zwei Jahren. Seit Einführung des Index hat kein anderes Land bei der Bewertung der Zukunftsaussichten für Investoren so gut abgeschnitten. Als einen der wichtigsten Faktoren für zunehmende Investitionsaktivitäten in den USA nannten die befragten Top-Manager die Aussicht auf eine unabhängige Energieversorgung des Landes.

39 Prozent der Befragten sahen die Entwicklung des zweitplatzierten China positiver als im Vorjahr. Kanada konnte sich auf den dritten Platz verbessern. Russland (im Vorjahr auf Rang 11) ist nicht mehr unter den Top 25 vertreten, obwohl die Befragung vor den aktuellen politischen Unruhen in der Ukraine durchgeführt wurde.

Europa: Trotz unsicherer Konjunkturentwicklung wachsende Zuversicht
Auf Europa entfällt etwa ein Viertel aller ausländischen Direktinvestitionen. Trotz anhaltender Budgetdefizite in der Eurozone finden sich elf europäische Länder unter den Top 25. Einige davon, wie zum Beispiel Schweden und Dänemark, sind das erste Mal in der Rangliste vertreten, während Belgien und die Niederlande nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Auslandsinvestitionen nun in den Index zurückgekehrt sind. Großbritannien, wo immer wieder Diskussionen um einen EU-Austritt stattfinden, ver-besserte sich um vier Positionen auf Rang 4. Frankreich bemüht sich zurzeit um eine Verbesserung seiner Wettbewerbsfähigkeit und meldet sich zurück unter den Top Ten.

Asien und Mittel- und Südamerika bewähren sich
In Asien, dem Ziel von etwa einem Drittel ausländischer Investitionen, er-wies sich die Wirtschaft in Zeiten von Rezession und darauffolgender wirtschaftlicher Turbulenzen als sehr belastbar. China ist dabei in der Region weiter führend, weil das Land besonders für ausländische Investitionen in die Highend-Fertigung interessant ist. Australien und Indien verzeichneten eine Abkühlung der Investitionsaktivitäten, während Singapur, das für seine stabilen Rahmenbedingungen und niedrigen Unternehmenssteuern bekannt ist, sich um zwei Plätze verbessern konnte.

Von den Ländern Nord-, Mittel- und Südamerikas konnte sich Brasilien, auch aufgrund seiner neuen Industriepolitik, bereits zum vierten Mal in Folge unter den Top 5 des FDI Confidence Index platzieren. Mexiko liegt auf Rang 12 und profitiert von der engen Integration in die US-amerikanischen Wertschöpfungsketten. In Chile haben die stabile Wirtschaft und das positive Investitionsklima dazu beigetragen, dass sich das Land um fünf Positio-nen auf Platz 17 verbessern konnte.

„Wir sind davon überzeugt, dass die Führungskräfte, die über Investitionen im Ausland entscheiden, trotz der langsamen und ungleichmäßigen wirt-schaftlichen Erholung mit zunehmendem Optimismus in die Zukunft bli-cken“, sagt Sonnenschein und ergänzt: „Der aktuelle Index ist nicht nur ein Indikator für die zukünftigen Investitionsaktivitäten, sondern gibt auch einen Ausblick auf die globale wirtschaftliche Entwicklung. Wir freuen uns, dass der diesjährige Index insgesamt ein positiveres Bild zeichnet.”


Über den 2014 Foreign Direct Investment Confidence Index®
Der FDI Confidence Index® basiert auf der Befragung von Vorständen und Führungskräften der weltweit führenden Unternehmen. Zu den Befragten gehören auch „C-Level Executives“ sowie leitende Manager von Unter-nehmensbereichen und regionalen Niederlassungen. Die 300 teilnehmenden Unternehmen kommen aus allen Branchen und sind in 26 Ländern angesiedelt. Alle Unternehmen verzeichneten einen globalen Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Etwa ein Drittel der Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Europa, ein Drittel in der Region Asien-Pazifik und ein Drittel in Nord-, Mittel- oder Südamerika. Die Befragung wurde im Januar und Februar 2014 durchgeführt.
Der FDI Confidence Index® vermittelt einen Ausblick auf zukünftige Pläne von Investoren, nennt jedoch keine expliziten Gründe für die Ergebnisse. Im Rahmen dieses Index werden mögliche Ursachen für positive oder negative Entwicklungen angeführt, dabei handelt es sich jedoch lediglich um fundierte Einschätzungen und Bewertungen des A.T. Kearney’s Global Business Policy Council.

Kalkulationsbasis für den Index ist das gewichtete Mittel der Einschätzungen (hoch, mittel und niedrig) der Wahrscheinlichkeit von direkten Investitionen in einem Markt innerhalb der nächsten drei Jahre. Die Index-Werte basieren auf Antworten, die jeweils nicht aus dem betreffenden Land kom-men. So wurde beispielsweise der Index-Wert für die USA ohne Berücksichtigung der Antworten von Investoren in den USA berechnet. Höhere Index-Werte stehen für Investitionsziele mit höherer Attraktivität.

Die FDI-Bewegungszahlen stammen aus den neuesten verfügbaren Statis-tiken der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD). Zu den weiteren sekundären Quellen gehören Agenturen für Investitionsförderung, Zentralbanken, Ministerien für Finanzen und Handel sowie große Fachzeitschriften.

Weitere Informationen finden Sie hier.


Der FDI Confidence Index® 2014:

Land Platz 2014 Platz 2013 Änderung
USA 1 1 0
China 2 2 0
Kanada 3 4 +1
Großbritannien 4 8 +4
Brasilien 5 3 -2
Deutschland 6 7 +1
Indien 7 5 -2
Australien 8 6 -2
Singapur 9 10 +1
Frankreich 10 12 +2
VAE 11 14 +3
Mexiko 12 9 -3
Südafrika 13 15 +2
Schweiz 14 18 +4
Malaysia 15 25 +10
Schweden 16 -- N/A
Chile 17 22 +5
Spanien 18 16 -2
Japan 19 13 -6
Italien 20 -- N/A
Belgien 21 -- N/A
Niederlande 22 -- N/A
Dänemark 23 -- N/A
Türkei 24 -- N/A
Indonesien 25 24 -1

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