Prozess- und Qualitätssicherung in der Bauteilreinigung lässt sich lernen

Erfolgreiches 2. Grundlagenseminar des Fachverbands industrielle Teilereinigung
(PresseBox) (Hilden, ) Als qualitätsentscheidende Einflussgröße hat die Bauteilsauberkeit in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Doch wie lässt sich die Qualität des Reinigungsprozesses sichern, damit definierte Sauberkeitsanforderungen nicht nur stabil, sondern auch wirtschaftlich erfüllt werden. Antworten darauf bot das zweite Grundlagenseminar „Prozess- und Qualitätssicherung in der Bauteilreinigung“, das der Fachverband industrielle Teilereinigung e.V. (FiT) am 21. und 22. Mai 2014 in Frankenthal durchführte.

„Das Seminar war sehr interessant und bot eine gute Mischung an Inhalten, die von den Referenten verständlich vermittelt wurden. Angenehm war auch die begrenzte Teilnehmerzahl. Man kam dadurch schnell mit anderen Teilnehmern und den Referenten ins Gespräch und konnte Erfahrungen austauschen. Die beiden Tage haben mich begeistert und ich bin mit vielen Anregungen und neuen Ideen nach Hause gefahren“, so das Fazit von Fanny Mildner, Arbeitsvorbereitung Mechanische Fertigung, Biotronik SE & Co. KG. Dass bei diesem Seminar viel praxisorientiertes Wissen geboten wurde, bestätigten alle der 25 Teilnehmer.

Know-how für eine qualitätssichernde Prozessführung
Das Programm der zweitägigen Veranstaltung startete mit einem Vortrag von Professor Dr. Lothar Schulze, Vorsitzender des Fachausschusses Reinigen im FiT, zum Ist- und Soll-Zustand der Qualitätssicherung in der Bauteilreinigung. Dieser verdeutlichte, dass durch den häufig anzutreffenden Sicherheitsbetrieb – gekennzeichnet durch Überdosierung des Reinigers, frühzeitige Baderneuerung und Prozesseingriffen erst nach Fehlern im Folgeprozess – die hohen Anforderungen an die Bauteilsauberkeit, die aus Folgeprozessen wie Beschichten, Schweißen, Verkleben oder Montage resultieren, weder prozesssicher noch wirtschaftlich erfüllt werden können. Die sichere Beherrschung des Fertigungsprozesses Reinigung lässt sich nur durch Qualitätslenkung auf Basis einer kontinuierlichen Überwachung der Prozessmedien sowie der Sauberkeit der Oberflächen erzielen. In den anschließenden Vorträgen zum Themenbereich „Grundlagen Reinigen“ erläuterte Ulrike Kunz, Surtec Deutschland GmbH, zum einen die Kriterien bei der Auswahl des Reinigungsmediums wie Bestandteile wässriger Systeme, Werkstoff des Reinigungsgutes und unterschiedliche Arten von Verschmutzungen. Zum anderen informierte Kunz über die verschiedenen industriellen Reinigungstechnologien, deren Einsatzgebiete und die bei der Auswahl des Verfahrens wesentlichen Einflussfaktoren.
Die fünf Referate der Nachmittagssession des ersten Tages beschäftigten sich mit der Qualitätssicherung. Dabei behandelte ein Vortrag mit Oberflächenspannung als Messgröße für die Benetzbarkeit einer Oberfläche, Möglichkeiten zu deren bedarfsgerechter Einstellung und Lösungen zur Überwachung der Reinigerbestandteile Builder und Tenside im Bad. Dr. Markus Rochowicz vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) präsentierte verschiedene Lösungen zum „Messen und Prüfen filmischer Teileverunreinigungen“ und erläuterte deren Relevanz in der Praxis. In einem zweiten Vortrag stellte er Verfahren für die Erfassung von partikulärem Schmutz auf Oberflächen und in flüssigen Medien vor. Daniel Schümann, Sita Messtechnik GmbH, thematisierte die Kontrolle der Bauteilsauberkeit sowie die Überwachung der Schmutzkonzentration in Reinigungsbädern durch Fluoreszenzmesstechnik. Anhand von Praxisbeispielen erläuterte er Möglichkeiten und Grenzen der Messmethode. Über Fehler bei nachfolgenden Prozessen wie Beschichten, Löten und Kontaktieren durch mangelhafte Reinigung ging es im Vortrag von Dr. Andreas Schäfer, nanoAnalytics GmbH. Für die Fehleranalyse präsentierte er verschiedene oberflächenanalytische Verfahren wie beispielsweise Kontaktwinkelmessung und Photoelektronenspektrometrie (ESCA, XPS) und informierte über deren Einsatzfelder.
Mit der reinigungsgerechten Bauteilgestaltung beschäftigte sich der erste Vortrag des zweiten Tages von Professor Dr. Torsten Hielscher, Fachhochschule Kaiserslautern. Dabei stellte er verschiedene Konstruktionsregeln vor, deren Beachtung zur Verringerung des Aufwands und der Kosten in der Bauteilreinigung beitragen. In seinem zweiten Vortrag präsentierte Hielscher anhand eines Praxisbeispiels den Einfluss der Faktoren Montageeinrichtungen, Umgebung, Personal und Logistik auf die Bauteilsauberkeit in Montageprozessen. Das Referat von Gerhard Koblenzer, LPW Reinigungssysteme GmbH, informierte über Reinigungsverfahren und -maschinen sowie über die Auswahlkriterien für einen optimal ausgelegten Reinigungsprozess – eingeflossen sind dabei auch die Aspekte Teilehandling, Medienaufbereitung und Energieeffizienz. Mit der Wirkweise und dem Einsatz von Ultraschall als Reinigungstechnik beschäftigte sich der Vortrag von Dr. Thomas Dreyer, Weber Ultrasonics GmbH. Technische Sauberkeit in der Automobilindustrie und die Neuauflage der VDA 19 waren weitere Themen, über die das Seminar informierte.
Ergänzend zu den Vorträgen hatten die Teilnehmer bei der begleitenden Ausstellung Gelegenheit, in der Praxis bewährten Analyse-, Mess- und Prüfsysteme kennenzulernen. Bei Demonstrationen konnten Proben selbst untersucht und bewertet werden.
Das nächste Grundlagenseminar „Prozess- und Qualitätssicherung in der Bauteilreinigung findet am 12. und 13. November 2014 in Frankenthal statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen begrenzt, Anmeldungen liegen bereits vor. Weitere Informationen unter www.fit-online.org.

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