Gesunde Ernährung bereits in der Kita: "Abenteuer Essen" startet in der Rhein-Neckar-Region

(PresseBox) (Mannheim, ) Zu viel Fleisch, zu wenig Obst und Gemüse - das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Ernährung von Kindern in deutschen Kindertagesstätten. Untersucht wurden die Qualität und Kosten des Mittagessens. Nur in jeder dritten Kita entspricht die Verpflegung demnach anerkannten Standards. Neben gesetzlichen Vorgaben zur Qualität der Mahlzeiten fordern die Autoren eine entsprechende räumliche und personelle Ausstattung. So empfehlen sie pro Betreuungseinrichtung mindestens eine einschlägig ausgebildete Fachkraft für den Verpflegungsbereich, die sich kontinuierlich weiterbildet.

"Abenteuer Essen" soll Ernährungsbewusstsein fördern

Für 20 Kindertagesstätten in Nordbaden, Südhessen und der Pfalz wird diese Forderung bereits im Herbst erfüllt: Als Piloteinrichtungen des Projekts "Abenteuer Essen - Frühkindliche Ernährungsbildung in der Metropolregion Rhein-Neckar" können sie von einem umfangreichen Maßnahmenpaket profitieren, das die Metropolregion Rhein- Neckar GmbH im Rahmen der "Initiative Prävention" gemeinsam mit Unternehmen, Stiftungen und Krankenkassen geschnürt hat. Ziel ist es, bereits in jungen Jahren den Grundstein für eine gesunde Lebensweise zu legen. Das Programm richtet sich daher an Kinder, Eltern und Kita-Personal.

Zentraler Baustein des Programms "Abenteuer Essen" ist - wie in der Bertelsmann- Studie empfohlen - die Qualifizierung von Beauftragten für Ernährungsbildung in den beteiligten Kitas. Diese sollen sich dauerhaft mit dem Thema beschäftigen und das vorhandene Know-how bündeln. Bei Weiterbildungen und Vor-Ort-Terminen erhalten die pädagogischen Fachkräfte dazu neue Impulse und praktische Handlungshilfen für ihre tägliche Arbeit. Zudem werden sie darin geschult, das Thema Ernährungsbildung fest im Kita-Alltag zu verankern und bei auffälligen Ernährungsgewohnheiten Eltern gezielt anzusprechen. Die Kinder lernen bei "Abenteuer Essen" verschiedene Lebensmittel kennen und erleben den Prozess der Nahrungsmittelproduktion aktiv mit - von der Herkunft über die Verarbeitung bis hin zur Zubereitung und dem Verzehr. Die Eltern werden unter anderem durch ein Eltern-Kind-Genuss-Abenteuer in der Kita eingebunden.

Auftaktveranstaltung für Pilot-Kitas Anfang Juli

Zahlreiche Kitas hatten sich in den vergangenen Wochen um eine Teilnahme an "Abenteuer Essen" beworben. Eine Jury wählte jetzt zehn Pilot-Kitas aus dem badischen, sieben aus dem pfälzischen und drei aus dem hessischen Teil der Metropolregion Rhein-Neckar aus. Die Einrichtungen werden in den kommenden Tagen benachrichtigt. Am 9. Juli findet eine Auftaktveranstaltung bei der Dr. Rainer-Wild-Stiftung in Heidelberg statt. "Nach einer einjährigen Pilotphase soll 'Abenteuer Essen' dann schrittweise in der Region ausgeweitet werden", sagt Projektleiterin Anika Dornieden.

Breite Unterstützung im Rahmen der "Initiative Prävention"

Die Metropolregion Rhein-Neckar hat Volkskrankheiten wie Diabetes und Krebs den Kampf angesagt. Deshalb wurde 2013 die "Initiative Prävention" ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, Menschen von einer gesunden Lebensweise zu überzeugen. Krebsvorsorge und gesunde Ernährung bilden derzeit die Schwerpunkte der Initiative.

Das Projekt "Abenteuer Essen" wird von der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH gemeinsam mit folgenden Partnern entwickelt: Sascha Bembennek (BASF SE), Dr. Markus Gomer (BASF SE), Dr. Kristin Januschke ("Offensive Bildung"), Dr. Antje Louis (Ökotrophologin, Agentur Publik), Verena Räsener (Ökotrophologin, Referentin für "Bewusste Kinderernährung"), Prof. Jürgen F. Riemann (Stiftung LebensBlicke), Christina Rode-Schubert (Robert-Bosch-Healthcare GmbH), Uschi Schneider (Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, FORUM Ernährung).

Ermöglicht wird das Vorhaben durch die Unterstützung folgender Förderer: BASF SE, BKK Pfalz, DAK Gesundheit, Dietmar Hopp Stiftung, Dr. Knoell Consult GmbH, Dr. Rainer Wild-Stiftung, Heinrich-Vetter-Stiftung, IKK Classic, IKK Südwest, pronova BKK, Siemens Betriebskrankenkasse und Techniker Krankenkasse.
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