IHK begrüßt geplante engere Kooperation zwischen Saar-Uni und HTW

Ingenieurausbildung an der Uni auf hohem Niveau halten!
(PresseBox) (Saarbrücken, ) Viele der Beratungsergebnisse, die der Lenkungskreis gestern vorgelegt hat, zeigen aus unserer Sicht in die richtige Richtung. Ein Gesamtkonzept, das sich insbesondere auch am Bedarf des Landes orientiert, ist bisher aber bestenfalls in vagen Umrissen zu erkennen. Positiv bewerten wir insbesondere die angestrebten Kooperationsplattformen in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Gesundheit sowie die geplante verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Hochschulverwaltungen." So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch das gemeinsame "Beratungspapier des Lenkungskreises zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems im Saarland".

Von besonderer Bedeutung für die Saarwirtschaft ist aus IHK-Sicht die künftige Entwicklung der Ingenieurwissenschaften mit Schwerpunkt Automatisierungs-/Fertigungstechnik. "Hier begrüßen wir", so Giersch, "die angestrebte enge Kooperation zwischen HTW und Uni. Sicherzustellen ist in jedem Fall aber, dass die Ausbildung von Ingenieuren nicht nur an der HTW, sondern auch an der Uni auf hohem Niveau erhalten bleibt." Die Industrie brauche neben Absolventen mit HTW-Profil (anwendungsorientiert) auch solche mit Uni-Profil (eher grundlagenorientiert). Dies etwa in der Relation zwei Drittel zu einem Drittel.

Strukturpolitisch ist aus IHK-Sicht eine leistungsfähige, am Bedarf der Wirtschaft orientierte Ingenieurausbildung an der Saar-Uni aus zwei Gründen besonders wichtig:

- Erstens werden Ingenieure mit Uni-Abschluss in den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen benötigt. Sie tragen dort maßgeblich zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren bei. Ein Mangel an Ingenieuren mit Uni-Profil würde deshalb die Innovationsfähigkeit unserer Wirtschaft tendenziell schwächen.

- Zweitens ist eine gute Verfügbarkeit von Ingenieuren mit Uni-Profil Voraussetzung dafür, dass den im Saarland ansässigen Zweigwerken und Tochterunternehmen künftig zusätzliche Entwicklungsaufgaben übertragen werden. Diese Chance sollte das Saarland nutzen.

Die angedachte inhaltliche Weiterentwicklung der Uni-Mechatronik in Richtung Automatisierungstechnik und Industrie 4.0 ist nach Auffassung der IHK durchaus diskussionswürdig. Giersch: "Das Ausbildungsprofil muss sich in jedem Fall aber quantitativ und qualitativ möglichst eng am Bedarf der Wirtschaft orientieren. Das Angebot von Landesregierung und Hochschulen, hierüber im Einzelnen zu sprechen, nehmen wir gerne an. Dass der Masterstudiengang Maschinenbau an der Saar-Uni auslaufen soll, bedauern wir."

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