Händler fordern zunehmend Zertifizierung nach IFS HPC

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Zertifikate beim IFS HPC Standard für Haushalts- und Körperpflegeprodukte im ersten Quartal 2014 um 150 Prozent gewachsen. Retailer wie Carrefour, Casino oder EDEKA verlangen die Zertifizierung.
Dr. Andrea Niemann-Haberhausen, Manager Food Services bei DNV GL. (PresseBox) (Essen, ) Shampoo, Fensterreiniger, Pappteller und Windeln haben eins gemeinsam: Sie alle zählen zu Produkten für Haushalt und Körperpflege, die einen direkten Einfluss auf die Gesundheit und Sicherheit von Konsumenten haben können. Umso wichtiger ist es daher, dass die Herstellung dieser Produkte transparent und sicher gestaltet sowie regelmäßig überwacht wird. Um diese Transparenz für die gesamte Produktionskette der Haushalts- und Körperpflegeprodukte zu gewährleisten, hat der HDE (Handelsverband Deutschland) unter der Mitwirkung von deutschen, italienischen und französischen Händlern im Jahr 2006 eine Initiative gestartet, die den IFS Household and Personal Care Standard (IFS HPC) entwickelt hat. Der Standard wurde im Jahr 2009 veröffentlicht und konnte insbesondere in den letzten Jahren eine deutlich erhöhte Nachfrage verzeichnen: Während im Jahr 2012 noch 54 Zertifikate ausgestellt wurden, waren es im Jahr 2013 bereits 74. Und der Trend hält an: Allein im ersten Quartal dieses Jahres haben sich 35 Unternehmen nach IFS HPC neu zertifizieren lassen, während es im ersten Quartal 2013 lediglich 14 Unternehmen waren. Aktuell liegt die Anzahl der gültigen, ausgestellten Zertifikate bei 106.

„Natürlich lässt sich diese Entwicklung noch nicht mit dem bereits in Europa und darüber hinaus etablierten IFS Food Standard vergleichen, nach dem wir im Jahr 2013 rund 13.000 Audits weltweit durchgeführt haben“, stellt Stephan Tromp, IFS Managing Director, fest. „Aber auch hier haben wir vor zehn Jahren klein und mit einem Schwerpunkt im Bereich der Bewertung von Lebensmittelbetrieben, die Eigenmarkenprodukte an den Handel liefern, angefangen. Inzwischen gehört IFS Food zu einem allgemein akzeptierten Standard für produktbezogenes Qualitätsmanagement in der Lebensmittelbranche, an dem Handelsmarkenhersteller, insbesondere in Deutschland, kaum noch vorbeikommen“, führt Tromp fort. „Daher stimmt uns die Entwicklung, die der IFS HPC in den letzten Monaten genommen hat, sehr positiv. Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr die 150-er-Marke an ausgestellten Zertifikaten knacken werden.“ Die erhöhte Akzeptanz des Standards am Markt spiegelt sich in den Forderungen der relevanten Akteure in der Kosmetikbranche wieder: Handelsketten wie Carrefour, Casino oder EDEKA verlangen mittlerweile die Zertifizierung nach IFS HPC, McDonald’s akzeptiert den Standard ebenso.

IFS HPC – Risiken im Blick
Der IFS HPC wurde speziell für Unternehmen entwickelt, die Haushalts- und Körperpflegeprodukte herstellen, bearbeiten oder verpacken, und soll deren Produktsicherheit gewährleisten. In den Anwendungsbereich des Standards fallen:
  • Kosmetikprodukte, Körperpflege-Produkte mit Hautkontakt
  • Chemische Haushaltsprodukte
  • Haushaltsartikel und Lebensmittel-Verpackungen mit Lebensmittelkontakt
  • Körperhygiene-Produkte mit Hautkontakt
Neben Anforderungen an die Qualität legt der Standard insbesondere umfangreiche Vorgaben für das Risikomanagement fest. So ist im Rahmen des Risikomanagements eine fundierte Gefahrenanalyse und Risikobewertung durchzuführen, die an das HACCP-Konzept aus dem Lebensmittelbereich angelehnt ist. Dazu gehört neben der Erstellung von Fließdiagrammen zur Darstellung von Prozessen, die Analyse und Bewertung von zu erwartenden physikalischen, chemischen und biologischen Gefahren sowie die Einrichtung von Kontrollpunkten zur Überwachung spezifischer Risiken. Dies gilt auch für die Kosmetikbranche. „Auch wenn das Thema Risikobewertung in der Kosmetikindustrie nicht unbekannt ist, geht der HACCP-Ansatz aus der Food-Industrie in vielen Punkten deutlich weiter“, fasst Dr. Andrea Niemann-Haberhausen, Manager Food Services bei DNV GL, zusammen. Sie fährt fort: „Falls ein Unternehmen sich noch nicht mit der Thematik HACCP auseinandergesetzt hat, sieht es sich anfänglich mit zusätzlicher Arbeit konfrontiert. Nichtsdestotrotz liegt der Vorteil dieses Ansatzes klar auf der Hand: Das Erkennen potenzieller Gefahren und deren Beherrschung vermeidet Probleme in der Herstellung, erhöht die Transparenz und wirkt sich damit positiv auf die Produktqualität der Haushalts- und Körperpflegeprodukte aus. Erfüllen die Hersteller von kosmetischen Mitteln, chemischen Haushaltsprodukten oder Körperhygiene-Produkten mit Hautkontakt die Anforderungen des IFS HPC, tun Sie daher weitaus mehr, als nur die gesetzlichen Vorgaben zu befolgen. Sie geben ein Qualitäts- und Sicherheitsversprechen für ihre Produkte ab.“

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