"Jeder stirbt für sich allein" von Hans Fallada

Aufführungstermine vom 18. bis 21. Juni / Inszenierung der Theaterwerkstatt der Hochschule Bremen im 15. Jahr ihres Bestehens
(PresseBox) (Bremen, ) Die Theaterwerkstatt der Hochschule Bremen zeigt in ihrem Jubiläumsjahr - sie besteht bereits seit 15 Jahren - die Bühnenfassung von Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Die Regie führt Holger Möller. Premiere in der Bremer Shakespeare Company (Theater am Leibnizplatz) ist am Mittwoch, dem 18. Juni, um 19:30 Uhr. Weitere Aufführungen gibt es am 19. und 20. Juni, jeweils um 19:30 Uhr, sowie am 21. Juni um 19 Uhr. Dazu gibt es Livemusik mit Florian Oberlechner (Akkordeon) und Christian Hiltawsky (Schlagzeug, Posaune, Violine). Für Schülerinnen und Schüler steht eine Vorstellung am 18. Juni bereits um 11 Uhr auf dem Programm. - Karten können telefonisch reserviert werden unter: 0421 - 500 333.

Zum Inhalt:

Der Roman von Hans Fallada ist nicht zuletzt durch eine erst kürzlich erschienene Neuauflage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Bei den Berliner Festspielen wurde dieses Stück in einer Aufführung des Thalia-Theaters zur Inszenierung des Jahres 2012 gekürt.

Es ist Falladas letzter Roman, in etwa vier Wochen geschrieben (!). Er schien fast vergessen, bis er über den Umweg über das Ausland wieder entdeckt und zum Bestseller wurde. Handwerklich mag er Schwächen haben, aber der Roman liest sich ungemein spannend und er zeigt ein ungeschminktes und sehr genaues Bild vom „leisen Widerstand Weniger“, vom Terror der damaligen Zeit und wie sich die meisten Menschen damit eingerichtet haben. Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit, die Fallada leicht verändert aufnimmt. Nach dem Kriegstod ihres Sohnes 1940 erklärt das Ehepaar Quangel dem Hitler-Regime ihren ganz persönlichen Krieg:

„Der Führer hat mir meinen Sohn ermordet!“

Mit diesem Satz auf einer Postkarte beginnt der ungewöhnliche Widerstand des Arbeiterehepaares Quangel.

Über 270 handgeschriebene Postkarten und Briefe verteilt das Paar zwischen 1940 bis 1942 auf Treppen und Hausfluren ausgesuchter Wohnhäuser in verschiedenen Stadtteilen Berlins, immer in der Angst beobachtet und denunziert zu werden. Schon bald geraten sie ins Visier der Gestapo.

Lohnt sich Widerstand?

„Wie Ratten in der Falle sitzen die Menschen in der von Tag zu Tag enger werdenden Kriegsstadt. Spitzel und Denunzianten, Nichtsnutze, Spieler und Betrüger bevölkern die Großstadt.“ [Thalia-Theaterinfo 2013]. Quangels gehören zu den „kleinen Helden“, die Widerstand leisten. Sie sind umgeben von Personen, die wegschauen, von ängstlichen Mitläufern, willfährigen Handlangern des Systems und brutalen Tätern, nur sehr wenige Menschen im Roman leisten Widerstand oder zeigen Zivilcourage. Am Ende erfahren Quangels, ihre Karten sind kaum gelesen worden. Hat sich ihr Widerstand gelohnt?

Diese Frage hat sich auch für andere im 3. Reich gestellt: Johann Georg Elser mit seinem nur knapp gescheiterten Attentat auf Hitler 1939 im Münchner Bürgerbräukeller oder die Geschwister Scholl mit ihrer Flugblattaktion in der Maximilian-Universität München.

Diese Beispiele werden im Theaterstück der Hochschule aufgenommen, auch das grausame Vorgehen gegen die Kinder im Außenlager des KZ Neuengamme, die Schule Bullenhuser Damm in Hamburg. Dort, wo die SS kurz vor Kriegsschluss 20 Kinder und weitere Personen umbringt, um die Spuren der grausamen medizinischen Experimente zu beseitigen. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Ost werden in diesen Szenen beteiligt sein.

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