(Stoff-)Information nach REACH uneinheitlich – es besteht Aufklärungsbedarf

Polyurethan- und Schaumkunststoff- Industrie sieht Aufklärungsbedarf bei Erzeugniskunden
Experten im FSK diskutierten bei Rhein Chemie Stoffmanagement in der Wertschöpfungskette nach REACH (PresseBox) (Frankfurt/Stuttgart (FSK), ) Der Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane FSK e.V. stellt derzeit noch erhebliche Verunsicherungen bei der Umsetzung von REACH in der Lieferkette in der Industrie fest. Bei einem Treffen der Umwelt- und REACH- Beauftragten der FSK-Mitgliedsunternehmen bei Rhein Chemie in Mannheim wurde festgestellt, dass unnötige Erklärungen und Angaben durch Kunden von den Bauteillieferanten gefordert würden. Während der Erzeugnis-Hersteller als Bauteil-Lieferant lediglich Angaben zu möglichen gefährlichen Stoffen in seinem Produkt nach geltendem Chemikalienrecht geben muss, verlangten die Kundenindustrien zum Teil REACH-Compliance Erklärungen bis hin zu Angaben der Inhaltsstoffe. Dies betreffe nicht nur Kunststoffbauteile, sondern alle Werkstoffe und Zuliefersegmente. Es herrsche zum Teil Unsicherheit und Unwissenheit bei den Kunden, insbesondere wenn es sich um internationale Unternehmen handle, die über Produktionsstätten in Europa verfügten. Dort bestünden Informationslücken über REACH und deswegen verlangten diese Unternehmen teilweise „REACH-Garantie-Erklärungen“.

Aufgrund der Unsicherheiten gaben die beiden chemikalienpolitischen Sprecher des FSK, Dr. Martin Priese (Performance Chemicals Handels GmbH) und Ralf Henrici (RÜHL PUROMER GmbH) an die Kunststoffverarbeiter im FSK eine Mustererklärung für Erzeugnishersteller heraus, um eine einheitliche Position gegenüber den Kunden abzugleichen. Unterschiedliche Informationen von Bauteileherstellern verunsicherten eher den Markt. „Kein Zulieferer erklärt seinen Kunden, dass er nicht das Grundwasser verschmutze oder keine Steuern hinterziehe.", vergleicht Ralf Henrici die unnötige Forderung mancher Kundenindustrien nach „REACH Vollkaskoerklärungen“. Die chemikalienpolitische Verantwortung aller Beteiligten in der Prozesskette sei bekannt und würde durch Kunststoffverarbeiter eingehalten. Allerdings lasse die Vergleichbarkeit und einheitliche Struktur der Stoffinformationen bei Umsetzung von REACH zum Teil zu wünschen übrig, so FSK-REACH Experte Dr. Martin Priese. Klare und einheitliche Stoffinformationen seien wichtig, insbesondere im Hinblick auf die Registrierungsfrage der kleinen Stoffmengen, die bis 2018 abgeschlossen sein müssen.

Der FSK stellte auf dem chemikalienpolitischen Treffen des Verbandes eine Stoffdatenbank vor, die für Kunststoffverarbeiter entwickelt werden soll und das Handling mit Stoffinformationen beim Verarbeiter deutlich vereinfachen und Synergien erzeugen soll. Das Interesse der Chemikalien-Hersteller, den Verarbeitern bei der Aufbereitung der Stoffinformationen und Stoffdaten behilflich zu sein. Dies müsse auf jeden Fall im gemeinsamen Interesse der Chemikaliensicherheit sein“, sagte Dr. Michael Krancher von Rhein Chemie. Als großer Nachteil der europäischen Chemikalienpolitik und REACH-Verordnung wird insbesondere gesehen, dass einige Stoffe schon jetzt wegfallen, da die Umsetzung von REACH zu teuer ist und diese Stoffe auch nicht mehr auf den Markt gebracht werden. Nicht selten werden die „kleinen“ Stoffe von Stoffen in größerer Menge ersetzt, die allerdings zum Teil weniger umweltfreundlich seien. Auch dies sei ein Kostentreiben in der Zuliefererkette. In einigen Bereichen schrumpfe schon heute die Zahl der Anbieter von bestimmten Anwendungen, da die genannten Stoffe wegfallen und die Vielfalt der Chemikalien dadurch nachlasse.

Weitere Informationen sowie Fotos und Filme bzw. Video-Statements finden Sie im Pressebereich unter www.fsk-vsv.de sowie als E-Mail unter fsk@fsk-vsv.de

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Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V.
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Dr. Schloz

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