Neue Untersuchung des ISL zur Struktur der Containerverkehre der Nordrangehäfen

Entwicklung des Containerumschlags der Nordrangehäfen nach Marktsegmenten 2005-2012 (PresseBox) (Bremen, ) Seit nunmehr zehn Jahren lädt das ISL regelmäßig Unternehmen aus der Transportwirtschaft ein, mit ihrem Fachwissen die Kenntnis um die regionale Verteilung des Verkehrsaufkommens zu verbessern. Damit leisten diese Unternehmen einen wertvollen Beitrag, die Datengrundlage für Infrastrukturentscheidungen in Häfen und Hinterland zu verbessern.

Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) untersucht regelmäßig die Struktur der Hinterland- und Feederverkehre der Nordrangehäfen. Aktuell werden Speditionen, Reedereien, Transportunternehmen, Hinterland-Hubs und Verlader zur räumlichen Verteilung des Containerverkehrs befragt. Die Ergebnisse werden mit verfügbaren öffentlichen Statistiken kombiniert und geben ein detailliertes Bild der Containerströme zwischen den Nordrangehäfen und ihrem Hinterland ab. Das "Containerverkehrsmodell Nordrangehäfen" hat sich inzwischen zum Standard entwickelt, zu Kunden gehören die führende Nordrangehäfen wie Hamburg, Antwerpen und Bremen/Bremerhaven. Die regelmäßige Marktbeobachtung ermöglicht aus Sicht der großen Containerhäfen eine einzigartige Quantifizierung der Verkehrsaufkommen im Hinterland und damit zielgerichtete Investitionen in Erhalt und Ausbau von Infrastruktur. Die laufenden Unternehmensbefragungen des ISL dauern noch bis zum 15.07.2014 an. Unter der Adresse www.nectm-survey.isl.org können interessierte Unternehmen weiterführende Informationen erhalten und an der Befragung teilnehmen. Die teilnehmenden Unternehmen erhalten voraussichtlich im Herbst die neuesten Untersuchungsergebnisse.

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung der verschiedenen Teilsegmente des Containerumschlags der Nordrangehäfen zeigt, dass der Transhipmentverkehr - und hier insbesondere das Transhipment mit dem Ostseeraum - in den vergangenen Jahren überproportional zum Wachstum des Umschlags beigetragen hat. Bis 2007 war auch das Wachstum der Importe aus Übersee ins europäische Hinterland sehr stark, getragen durch den China-Boom der frühen 2000er. Seither stagnierte dieses Segment jedoch weitgehend und trug mit Ausnahme des Krisenjahres 2009 jeweils gut 19 Mio. TEU zum Umschlag der Nordrangehäfen bei. Aktuell werden Wachstumsimpulse eher im Export erwartet. Die innereuropäischen Shortsea-Land-Verkehre schließlich, die ungefähr zur Hälfte auf die britischen Inseln entfallen, lagen in den vergangenen Jahren stabil bei ca. 5 Mio. TEU pro Jahr.

Besonders auffällig seit der letzten detaillierten Untersuchung der Hinterlandverkehre für das Basisjahr 2011 war die Entwicklung des Exportüberschusses, hier gemessen an dem Überschuss ausgehender beladener Container gegenüber einkommenden beladenen Containern. Im Laufe des vorigen Jahrzehnts ging der Exportüberschuss kontinuierlich zurück und lag 2011 nahe Null. Aufgrund der schwachen europäischen Konjunktur und des anziehenden Wachstums in Nordamerika und Asien stieg der Exportüberschuss 2012 sprunghaft auf knapp 8 % und erreichte 2013 eine langjährige Höchstmarke von 9 %. Ein Fokus der Untersuchung für das Basisjahr 2013 liegt daher auch auf der Untersuchung regionaler Import/Export-Disparitäten.

Weiterführende Informationen:

Trotz der herausragenden Bedeutung der Hinterlandverkehre für die Infrastrukturentwicklung sind insbesondere für LKW-Verkehre kaum zuverlässige Daten über die regionale Struktur verfügbar. Seit nunmehr zehn Jahren schließt das ISL mit Hilfe des "Containerverkehrsmodells Nordrangehäfen" diese Lücke. Mit der Unterstützung der Transportwirtschaft werden über Befragungen sämtliche Containerverkehre der Häfen nach Teilsegmenten (Hinterland bzw. Transhipment), Regionen und Verkehrsträgern gegliedert. Auf diese Weise sind Vergleiche der regionalen Ausrichtung der verschiedenen Häfen möglich. Das "Containerverkehrsmodell Nordrangehäfen", in dessen Rahmen die Befragung stattfindet, wurde in Zusammenarbeit mit Global Insight, dem Hafenbetrieb Rotterdam und der Hamburg Port Authority entwickelt. Zu den Kunden zählen auch die Häfen Antwerpen und Bremen/Bremerhaven.

Mit Hilfe der Angaben, die in den etwa alle zwei Jahre durchgeführten Hinterlandbefragungen gesammelt werden, werden die Hinterlandverkehre der Nordrangehäfen in einer einheitlichen regionalen Struktur abgebildet. Innerhalb Deutschlands unterscheidet das Modell zwischen Bundesländern, Frankreich ist in fünf Regionen untergliedert, die Niederlande in zwei Regionen und Belgien in drei Regionen. Des Weiteren werden sämtliche übrigen Länder einbezogen, die über die Nordrangehäfen bedient werden. Untersuchungen mit detaillierterer regionaler Gliederung sind jedoch möglich. Neben der regionalen Verteilung für die Landverkehrsträger werden im Rahmen einer gesonderten jährlichen Befragung von Shortsea-Reedereien auch Transhipmentverkehre nach Ländern erfasst. Die Angaben aus dem Containerverkehrsmodell Nordrangehäfen dienen den Häfen als verbesserte Grundlage für Infrastrukturentscheidungen sowie für die strategische Ausrichtung.

Kontakt

Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL)
Universitätsallee 11-13
D-28359 Bremen
Dr. Sönke Maatsch
Maritime Wirtschaft und Verkehr
Projektmanager

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