Regionalkonferenz "Energie und Umwelt" im Zeichen der klimaneutralen Stadt

(PresseBox) (Mannheim, ) Über 200 Teilnehmer zählte die vierte Regionalkonferenz "Energie und Umwelt" der Metropolregion Rhein-Neckar, die heute im südhessischen Bensheim stattfand. Passend zum Motto des dort laufenden Hessentages beschäftigte sich die Netzwerkveranstaltung mit dem Thema "Klimaneutrale Stadt". In drei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion unter Moderation von Gerhard Augstein (SWR) erläuterten Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung die Folgen der Energiewende für Stadtentwicklung, Mobilität und Energieversorgung.

Blick in die Zukunft gerichtet

"Bei unserer diesjährigen Regionalkonferenz wagen wir den Blick in die Zukunft", sagte Bernd Kappenstein, Leiter des Fachbereichs "Energie und Umwelt" der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, in seiner Begrüßung. "Wir möchten Trends aufzeigen und Projekte vorstellen, die das Zeug haben, unseren Alltag zukunftsweisend zu verändern. Wir wollen zeigen, welche Herausforderungen auf die Kommunen und die Region zukommen und welche Weichen es gemeinsam zu stellen gilt."

Wie wichtig es in diesem Zusammenhang sei, über kommunale Grenzen hinweg zu denken und zu handeln, betonten in ihren Grußworten auch Landrat Matthias Wilkes und der hessische Wirtschaftsstaatssekretär Mathias Samson. Gerade der Kreis Bergstraße, der sowohl der Metropolregion Rhein-Neckar als auch der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main angehört, könne in diesem Prozess eine wichtige Scharnierfunktion übernehmen.

Die Stadt von Morgen: nachhaltig und vernetzt

Die enorme Bedeutung der Städte auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit verdeutlichte in seinem Vortrag Dr. Eckhart Hertzsch vom Fraunhofer- Institut für Bauphysik IBP. 70 Prozent der Deutschen leben aktuell in Städten; weltweit dürfte die Anzahl der Stadtbewohner schon bald die Fünf-Milliarden-Grenze knacken. Um die gesteckten Klimaziele zu erreichen, brauche es ein umfangreiches und aufeinander abgestimmtes Gesamtkonzept, so der Leiter der Geschäftsstelle "Nationale Plattform Zukunftsstadt". Die energieeffiziente Sanierung bestehender Gebäude sei dabei genauso wichtig wie die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien und die intelligente Vernetzung der Energieinfrastruktur. So könnten Gebäude zum Beispiel mit Abwärme aus Industrieanlagen oder Abwässern geheizt werden. Das in dezentralen Kläranlagen gewonnene Biogas könnte beispielsweise zur Energieversorgung genutzt werden. Ein intelligentes System würde im Hintergrund Energieproduzenten und -verbraucher miteinander verbinden und so die Versorgung sicherstellen. Nachhaltige Mobilitätskonzepte seien ebenso charakteristisch für die Stadt der Zukunft wie der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, so Hertzsch.

Vom Verkehrsverbund zum Mobilitätsverbund

Dass sich das Mobilitätsverhalten der Menschen schon in naher Zukunft grundlegend verändern wird, davon zeigte sich der Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) Volkhard Malik überzeugt. In seinem Vortrag zeigte er auf, wie aus dem VRN in den kommenden Jahren ein Mobilitätsverbund werden soll. Dabei müssten gleichermaßen ökologische (z.B. Klimaziele), ökonomische (z.B. Kosteneffizienz) und soziale Anforderungen (z.B. gesellschaftliche Teilhabe) berücksichtigt werden, so Malik. Ziel und größte Herausforderung sei es, verschiedene Verkehrsträger (z.B. Bus, Bahn, Auto, Fahrrad) und Mobilitätsdienstleistungen (z.B. Car-Sharing, Fahrradverleih, Mitfahrdienste) intelligent zu vernetzen und kundenfreundliche Informations-, Zugangsund Bezahlsysteme zu entwickeln. Dies könne nur durch Kooperationen gelingen, wie etwa zwischen dem VRN und dem Car-Sharing-Anbieter stadtmobil oder aktuell bei der Ausschreibung eines Fahrradverleihsystems. Zudem plane man im Verbundgebiet ein flächendeckendes Netz von Mobilitätszentralen, in denen sich Kunden umfangreich zum Thema und die verschiedenen Angeboten des VRN informieren können.

Energieversorgung der Zukunft ist dezentral

Mit der Energieversorgung und -politik der Zukunft beschäftigte sich in seinem Vortrag Dr. Peter Müller, Vorstand der GGEW AG. Das kommunale Unternehmen mit Sitz in Bensheim versorgt seit über 125 Jahren Bürger, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit Gas, Wasser und Elektrizität. Bereits seit vielen Jahren setzt das Unternehmen konsequent auf den Ausbau der erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und Windkraft.

Dialog ausschlaggebend für den Erfolg

Einmal mehr wurde bei der Regionalkonferenz deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen den Akteuren für gute Lösungen ist. "Wir brauchen in der Region das Gespräch und die kritische Auseinandersetzung mit den vielschichtigen Folgen der Energiewende", so Kappenstein zum Abschluss der Konferenz. "Wir müssen uns weitsichtig auf eine neue Zeit einrichten. Dies kann nur gelingen, wenn wir unsere Anstrengungen gezielt bündeln. Nur gemeinsam können wir Rhein-Neckar bis 2020 zu einer Vorbildregionen in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz weiterentwickeln."

Kontakt

Metropolregion Rhein-Neckar GmbH
N 7, 5 -6
D-68161 Mannheim
Peter Limbacher
Öffentlichkeitsarbeit - Presse
Bernd Kappenstein
Leiter Fachbereich „Energie & Umwelt“
Metropolregion Rhein-Neckar GmbH
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