Bürgschaftsgemeinschaft will Hamburgs Mittelstand noch kräftiger unterstützen

Neukundengeschäft und Bewilligungsvolumen sollen 2014 um jeweils 10 Prozent wachsen
Geschäftsführer der BG: Jörg Finnern (l.), Dieter Braemer (r.) (PresseBox) (Hamburg, ) Die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg (BG) rechnet im Geschäftsjahr 2014 mit einer Ausweitung des Geschäftes. Die Zahl und das Volumen der Bürgschaftsbewilligungen sollen um bis zu 10 Prozent steigen. Neben der konjunkturellen Aufhellung bilden neue Programme zur Verbürgung von Leasing-Anträgen und innovative Existenzgründerfinanzierungsprogramme die Grundlage.

"Es gilt, das Rückgrat der Hamburger Wirtschaft weiter zu stärken", sagten die Geschäftsführer Jörg Finnern und Dieter Braemer bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2013. Die Selbsthilfeeinrichtung der Hamburger Wirtschaft sieht sich für diesen Schritt gut gerüstet. Die sehr gute Eigenkapitalausstattung, fachliche Kompetenz, starke Partner und Gesellschafter sowie eine vernünftige Risikovorsorge sichern dem Kreditinstitut einen wichtigen Platz in der hanseatischen Förderbranche. Eine Vielzahl von Unternehmen profitieren von der Arbeit der Bürgschaftsbank. So unterstützte die BG beispielsweise das HARD ROCK CAFE HAMBURG an den Landungsbrücken oder das populäre Einzelhandelsgeschäft für vegane Ernährung Veganz in Ottensen.

Trotz des erwarteten Neugeschäftes wird der Bestand an Bürgschaften 2014 leicht sinken. Ursache ist das hohe Niveau im Rahmen des Konjunkturprogramms der Bundesregierung der Jahre 2009 bis 2011. Die Hamburger Wirtschaft war wegen der schwächelnden Konjunktur weniger stark gewachsen. Viele kleine und mittlere Unternehmen kämpften mit Liquiditätsproblemen und stellten Investitionen zurück. Und in konjunkturell schwierigen Zeiten wurde die BG öfter eingebunden als in der jetzigen Wirtschaftsphase. Nach dieser Amplitude entwickelt sich das Bürgschaftsgeschäft nun wieder auf ein Normalniveau. Heute finanzieren einige Unternehmen ihre Vorhaben teilweise mit liquiden Mitteln oder aus Rücklagen. Trotz dieser Rahmendaten hat die BG 2013 durch einen guten Umgang mit den Ressourcen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung wieder ein sehr gutes Ergebnis erreicht.

Doch die anhaltenden Schwankungen der Kapitalmärkte werden auch 2014 die wirtschaftliche Entwicklung der BG noch beeinflussen. Als vorsichtige Kaufleute prognostizieren die Geschäftsführer für die Finanzanlagen nur eine durchschnittliche Rendite von 1,5 Prozent. Damit reicht der Ertrag, den die Gemeinschaft aus der Anlage ihres Vermögens erzielt, noch nicht zur Deckung der Risikokosten aus. Dieser wesentliche Aufwandsposten steigt allerdings im laufenden Jahr nicht mehr an, sondern hält das Vorjahresniveau. Die Wirtschaftsförderer gehen davon aus, auch 2014 mindestens 2 Mio. Euro Überschuss in die heute benötigten Rücklagen für Bankhäuser einzustellen.

2013 lag die BG im bundesweiten Vergleich beim Fördervolumen bezogen auf die kleinen und mittleren Unternehmen in Hamburg vorn

Im Geschäftsjahr 2013 übernahm die Bank trotz guter konjunktureller Vorzeichen aus 750 Anfragen 506 Bürgschaften und Beteiligungsgarantien. Das sind zwar 7,8 Prozent weniger als 2012. Das Volumen der Bürgschaften lag allerdings mit 63,7 (Vj.: 64,3) Mio. Euro auf Vorjahresniveau und ermöglichte Kredite der Partnerbanken von 99,4 (Vj.: 99,7) Mio. Euro. Die Genehmigungen im Handel und im Handwerk stiegen um 16 Prozent beziehungsweise 12 Prozent.

Mit 168 (Vj: 171) Bürgschaften begleitete die BG Gründungen und Unternehmensnachfolgen in etwa auf Vorjahresniveau. Interessant erscheint jedoch die Volumenentwicklung: Im Gegensatz zum Jahr 2012 konnten 2013 rd. 25,1 Mio. Euro an Bürgschaftsvolumen für die Gründungen/Übernahmen in Hamburg bewilligt werden. Das ist eine Steigerung um 35 %. Hinter dem Bürgschaftsvolumen stehen 36,9 Mio. Euro bewilligte Kredite und Darlehen (Vj.: 25,0).

Zum Jahresende reduzierte sich dann insgesamt der Bürgschafts- und Garantiebestand durch laufende und außerplanmäßige Kredittilgungen sowie das etwas reduzierte Neugeschäft auf 3.361 (Vj.: 3.374). Das Volumen von 291,2 (Vj.: 298,8) Mio. Euro führte zu Krediten über 443,7 (Vj.: 455,6) Mio. Euro.

"Mit der Übernahme der Bürgschaften haben wir in der Hansestadt 1.053 neue Stellen geschaffen und 4.505 Arbeitsplätze gesichert. Das sind eindrucksvolle Zahlen und ein großer Beitrag zur Wirtschaftsförderung", sagten die Geschäftsführer.

Im bundesweiten Vergleich aller 17 Bürgschaftsgemeinschaften nehmen die Hanseaten den ersten Platz ein. Bezogen auf die Zahl der bestehenden kleinen und mittleren Unternehmen in Hamburg lieferten sie 2013 die Grundlage für das größte verbürgte Kredit- und Beteiligungsvolumen in Deutschland. In den absoluten Zahlen nimmt die BG hinter Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfallen und Schleswig-Holstein Platz 4 bei den Bewilligungszahlen 2013 ein.

In den kommenden Jahren will die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg künftigen Unternehmern bei ihrem Sprung in die Selbstständigkeit noch stärker unter die Arme greifen und insbesondere die volkswirtschaftlich so wichtigen Unternehmensnachfolgen in Hamburg mit Sonderprogrammen und im Schulterschluss mit den Kammern 2014 besonders fokussieren. Da Gründungen und Unternehmensübernahmen naturgemäß mit höheren Risiken belegt sind, verlangen die Hausbanken oft werthaltige Sicherheiten. Hier kann die Bürgschaftsgemeinschaft mit ihrem stabilen Fundament Wege ebnen.

"Die Finanzierung eines sinnvollen Geschäftsvorhabens darf nicht an mangelnden Sicherheiten scheitern", betonen die Geschäftsführer. Können Existenzgründer und Unternehmen diese nicht vorweisen, stellt die Bürgschaftsgemeinschaft den Hausbanken Ausfallbürgschaften von bis zu 80 Prozent für die benötigten Kredite zur Verfügung. Mindestens 20 Prozent der Kreditrisiken bleiben bei den Banken. Die Freie und Hansestadt Hamburg und der Bund unterstützen das Engagement der BG durch entsprechende Rückbürgschaften.

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Britta Cirkel
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