Ver.di- Chef Frank Bsirske fordert umfassende Eindämmung prekärer Arbeitsverhältnisse

Ver.di- Chef Frank Bsirske. Foto: Kristof Gatermann (PresseBox) (Flensburg, ) In Folge der Gesetzesänderungen der Agenda 2010 hat die prekäre Beschäftigung - Niedriglöhne, Leiharbeit, Befristungen, erzwungene Teilzeit, Minijobs - enorm zugenommen", sagte Verdi-Chef Bsirske am Vormittag vor mehr als 100 Studierenden, Mittarbeitern und Gästen beider Flensburger Hochschulen im Audimax. "Wir brauchen eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt." Der Gewerkschafter forderte die umfassende Eindämmung prekärer Arbeitsverhältnisse.

"Schöne neue Arbeitswelt" - so lautete der Vortrag, den Frank Bsirske auf Einladung der beiden Ver.di- Betriebsgruppen von Universität und Fachhochschule Flensburg, am Vormittag auf dem Campus hielt. Fast ein Viertel aller der Beschäftigten würden mittlerweile im Niedriglohnsektor arbeiten, das seien zurzeit 6,9 Millionen Menschen und damit mehr als zwei Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zusätzlich seit 1995. "Das ist arbeiten in Armut. Aus dem Niedriglohnsektor ist die Niedriglohnfalle geworden", so der Ver.di Gewerkschaftsboss. Eine der Folgen: der Anteil der Arbeitnehmer mit Psychischen Erkrankungen sei nach einer Studie der Barmer BEK von 27,6 Prozent (2004) auf 32,6 Prozent (2011) gestiegen, Tendenz weiter steigend. In einer repräsentativen Analyse zum DGB- Index "Gute Arbeit 2012" seien 47 Prozent der Befragten der Ansicht, dass sie ihre berufliche Tätigkeit nicht ohne gesundheitliche Einschränkungen bis zum gesetzlichen Rentenalter schaffen würden.

Der Präsident der Fachhochschule Flensburg, Prof. Dr. Herbert Zickfeld, kennzeichnete zuvor in seinem Grußwort die aktuelle Situation in der Arbeitswelt. "Die Sättigung der Märkte, Automatisierung, Globalisierung und ein gnadenloser Wettbewerb haben unsere Arbeits- aber auch unsere Lebenswelten dramatisch verändert. Wenn wir trotz dieser Bedrohungen eine lebenswerte Zukunft wollen, dann müssen wir alle gesellschaftlichen Kräfte bündeln. Dabei spielen unsere Gewerkschaften eine entscheidende Rolle", so Zickfeld.

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