Bürgerenergie - Geschäftsmodell mit Zukunft

Deutschlands Energieversorgung befindet sich im Umbruch / Das alte System, basierend auf der Verbrennung fossilen Energieträgern wird momentan durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien abgelöst
(PresseBox) (Lauda-Königshofen, ) Der Vorstandsvorsitzende von Eon SE, Johannes Teyssen, schreibt im aktuellen Magazin der Energiewirtschaft EW, dass die Geschäftsmodelle des alten Systems bereits nicht mehr funktionieren. Der Grund weshalb das Geschäftsmodell nicht funktioniert ist einfach. Die Erneuerbaren haben im Jahr 2013 29% des Nettostromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Damit haben sie den 4 großen Stromverkäufern in Deutschland Eon, Vattenfall, RWE und EnBw ¼ des Marktes genommen. Damit nicht genug, die großen 4 haben nicht nur ein ¼ des Strommarktes verloren, sie haben ausgerechnet die Teile des Marktes verloren in denen sie früher zu den höchsten Preisen verkaufen konnten. Denn speziell die Photovoltaik produziert dann am meisten Strom, wenn die Preise an der Strombörse am höchsten sind.

Nach dem die Erneuerbaren auch für die 4 großen Quasimonopolisten nicht mehr zu übersehen sind, kommt nun nach über einem Jahrzehnt Ausbau der Erneuerbaren Energien die Einsicht, dass ihre alten Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren. Herr Teyssen hat erkannt, dass die Bürgerinnen und Bürger beim Ausbau der dezentralen, erneuerbaren Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen. Nach dem die Bürger mittlerweile ¼ des Strommarktes abdecken, ist dies wohl eine folgerichtige Erkenntnis eines Vertreters der alten Energiewirtschaft. Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien durch die Bürger gefährdet die Geschäftsmodelle der alten Energiewirtschaft. Deshalb versuchen sie mit allen Mitteln die Bürgerenergiewende zu behindern und ihre Geschäftsinteressen als Interessen der Gesellschaft zu deklarieren.

Verpackt wird dies in Forderungen wie die Schaffung von verlässlichen Rahmenbedingungen für internationale Investoren im deutschen Energiemarkt, heißt konkret, die großen Konzerne wollen nun auch vom Projekt Energiewende profitieren. Eon sieht sich hier, laut Herr Teyssen, in einer Doppelrolle, zum einen als Investor, welcher selbst Investitionen in Deutschland gegen ausländische Investitionsvorhaben abwägt aber auch als Investitionsobjekt. Wie der Aktienkurs beweist war Eon als Investitionsobjekt in den vergangen Jahren jedoch ehr durch Wertverluste gekennzeichnet.

Herr Teyssen fordert in seinem Essay die Rahmenbedingungen im deutschen Energiesystem so zu gestalten, dass internationale Investoren wieder mehr Chancen als Risiken sehen. Das Erneuerbare Energiengesetz hat eben diese Rahmenbedingungen geschaffen. Allerdings passten die Ziele einer dezentralen und umweltfreundlichen Energieversorgung nicht zu den primären Zielen der alten Energiewirtschaft. Deshalb fordert Herr Teyssen nun konkret risikoadäquate Zinsen und Renditen und kalkulierbare Investitionsbedingungen für internationale Konzerne. Den gesellschaftlichen Beitrag den diese Konzerne im Gegenzug leisten, konkretisiert er nicht.

Nachdem die Bürger die alten Geschäftsmodelle der großen 4 ins Wanken gebracht haben, benötigen diese nun grundsätzlich Unterstützung um gegen die Bürgeranlagen bestehen zu können. Herr Teyssen behauptet, dass Eon mit veränderten Rahmenbedingungen zum Initiator neuer Entwicklungen bei Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz wird, ist der einzige gesellschaftliche Nutzen den er in Aussicht stellt.

Eon könnte also zum Treiber der Energiewende werden, wenn die Rahmenbedingungen mehr Profit für das Unternehmen ermöglichen. Stellt sich die Frage warum Bürgergetragene Anlagen mit 3% Rendite funktionieren sollen, die großen vier sich aber die Taschen mit 20% vollstopfen sollen dürfen? Den Vorsprung der Bürgerinnen und Bürger aufzuholen ist jedoch ambitioniert. Bisher befinden sich beispielsweise lediglich 0,2% der Photovoltaikanlagen im Eigentum der vier großen Stromkonzerne. Die Rolle Treiber der Energiewende zu sein bleibt den Bürgerinnen und Bürgern noch eine Weile vorbehalten. Denn Erneuerbare sind eben in der Regel kleinteilig und dezentral und so können die Verhältnisse nicht signifikant mit einem großen Erneuerbaren Energien Projekt verändert werden. Selbst wenn die Offshore Windparks fertiggestellt und endlich angeschlossen werden können, werden die großen 4 nicht plötzlich zum Treiber werden. Denn hier haben sie sich schon als Treiber Disqualifiziert. Welcher Projektierer baut Anlagen ohne Anschluss an das Stromnetz und erwartet dann, dass die Verbraucher die entgangene Einspeisung bis zum Anschluss bezahlen?

Angesichts der aktuellen politischen Weichenstellung darf Herr Teyssen jedoch auf verbesserte Rahmenbedingungen für die alte Energiewirtschaft hoffen. Das dies positive Effekte für die Energiewende und die Gesellschaft hat, ist unwahrscheinlich. Eon ist strukturell immer noch ein Unternehmen der alten Energiewirtschaft mit großen zentralen Verbrennungskraftwerken und einem Feigenblatt an Erneuerbaren.

Die aktuelle Reform des Erneuerbaren Energiengesetzes hat das Ziel die Rahmenbedingungen für die Unternehmen der alten Energiewirtschaft und die internationalen Konzerne zu verbessern. Die Bürgerinnen und Bürger hingegen, stehen nicht im Fokus der Reform. Doch eben diese Bürger machen die Energiewende möglich, gemeinsam und ohne großes TamTam. Sie erkennen die Chancen der Erneuerbaren Energien für die Umwelt und für ihren persönlichen Nutzen. Photovoltaikanlagen zum Beispiel produzieren Strom, ohne dass CO2 in die Atmosphäre gelangt und sind gleichzeitig attraktive Bürgerbeteiligungsmodelle mit einer sicheren Verzinsung kombiniert mit steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten für die einzelnen Beteiligten. Dieser dreifache Nutzen überzeugt die Bürgerinnen und Bürger, sie gestalten die neuen Geschäftsmodelle der Energiewirtschaft und legen ihr Geld sicher an. Aktuell ermöglicht der Bürgersolarpark Steinwalde den Bürgerinnen und Bürgern die individuellen Chancen einer neuen Energieversorgung in Deutschland zu nutzen.

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