BHT und DGB Bayern gegen Modularisierung der Ausbildung

"Ein vollwertiger Berufsabschluss eröffnet mehr Möglichkeiten"
(PresseBox) (München, ) Die Spitzen des Bayerischen Handwerktages (BHT) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bayern haben sich bei einem Gespräch in München gegen die Modularisierung der Ausbildung ausgesprochen. Immer kürzere Innovationszyklen bei technischen Entwicklungen und Werkstoffen sowie stetig wachsende Ansprüche der Verbraucher erfordern eine umfassende Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft. Dies funktioniert nur auf der Grundlage einer ganzheitlichen Berufsausbildung.

"Eine Ausbildung in verschiedenen Modulen, wie sie von Seiten der Industrie und deren Verbänden sowie der Politik immer wieder ins Gespräch gebracht wird, beschränkt die Menschen in ihren Fähigkeiten und macht sie zu 'Schmalspur-Beschäftigten'. Darum lehnen wir Teilqualifizierungen entschieden ab", betont der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger, MdL a. D. "Wenn Ausbildungsinhalte nur als Fragmente vermittelt werden, fehlt der Bezug zum eigentlichen Tätigkeitsfeld. Damit verliert unsere duale Berufsausbildung ihre eigentliche Stärke", so der BHT-Präsident weiter. Gerade die Arbeitsprozesse in kleinen und mittleren Unternehmen erfordern eine umfassende berufliche Handlungskompetenz, auf der dann die notwendige Weiterbildung aufbauen kann.

Der Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena, sagt: "Eine fundierte, umfassende Berufsausbildung ist die beste Basis für die Beschäftigten, um den Wandel der Arbeitswelt zu meistern und sich langfristig erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können. Eine Ausbildung muss deshalb immer zu einem vollwertigen Berufsabschluss führen." Das duale System der Berufsausbildung sei ein Erfolgsmodell, um junge Menschen in die Arbeitswelt zu integrieren und Jugendarbeitslosigkeit zu mindern. Jena kann nicht nachvollziehen, wie Teilqualifizierungsangebote zur Fachkräftesicherung beitragen sollen: "Niemand käme auf die Idee, jungen Menschen ohne Schulabschluss ein Zertifikat für Rechnen, Lesen und Schreiben auszustellen. Das wäre genauso wenig wert wie die sogenannten Teilqualifikationen."

Traublinger und Jena machen deutlich, dass die Teilnahme an teilqualifizierenden Maßnahmen lediglich für Personen über 25 Jahre sowie für Langzeitarbeitslose sinnvoll sein könnte, die über keinen Berufsabschluss verfügen und die zunächst ein Beschäftigungs-, Umschulungs- oder Ausbildungsangebot noch nicht durchhalten können. Aber auch für diese Gruppe sollte das Ziel immer ein ganzheitlicher Berufsabschluss sein.

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