TÜV SÜD: Top-Five der Assistenzsysteme - gilt auch für Gebrauchte

Auf Sicherheits-Features beim Second-Hand-Auto achten
Sorgen schon seit langem für ein großes Sicherheitsplus: Fahrerassistenzsysteme (PresseBox) (München, ) Jetzt werden wieder Kilometerstände, Farben und Ausstattung verglichen. Wer derzeit einen Gebrauchtwagen sucht, findet ein breites Angebot vor. In mitunter langen Aufzählungen von Details kommen auch Fahrerassistenzsysteme vor. Und manchmal fällt die Entscheidung schwer: Leder oder Notbremsassistent? Die Experten von TÜV SÜD geben Tipps, welche Sicherheits-Features ein neuer Gebrauchter haben sollte.

Ob chices Cabrio für den Sommer, vernünftiger kleiner Zweitwagen oder Geschenk zum bestandenen Abitur - oft kommt dafür nur ein gebrauchtes Auto in Frage. Und gerade bei den kleinen Fahrzeugen wird vielfach nach der Devise gekauft: Der wird nicht so viel gefahren; Sicherheitssysteme sind da nicht so wichtig? "Dann bewegt der Familienvater womöglich ein voll ausgestattetes neues Modell, während der Nachwuchs selbst oder als Mitfahrer ohne den Stand der Technik in Sachen Sicherheit unterwegs ist", sagt Eberhard Lang von TÜV SÜD. Dabei muss wirklich nicht alles sein, was die Listen der Autohersteller so anbieten. Doch auf einige Systeme sollte kein Gebrauchtwagenkäufer verzichten - schon gar nicht für hübsche, aber nicht im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtige Dinge wie etwa Breitreifen und eine Lederpolsterung.

Platz 1 - ABS: Das Antiblockiersystem (ABS) ist schon länger vorgeschrieben. Ältere Schnäppchen kommen aber womöglich noch ohne daher. "Dann lässt sich das Auto bei einer Vollbremsung nicht mehr lenken", weiß Lang. Da die meisten Fahrer heute nicht mehr mit dieser Einschränkung rechnen, kann es dabei brenzlig werden. In fast allen Fällen verkürzt ABS den Bremsweg zudem um zehn bis 15 Prozent.

Platz 2 - ESP: Das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP) gehört zu den wirksamsten Unfallverhinderern und Lebensrettern. Rund ein Viertel der Unfälle verhindert es. Bei den tödlichen sind es sogar 40 Prozent. Bis 2010 waren erst knapp 60 Prozent der Autos mit ESP ausgestattet. Ein besonderes Augenmerk auf das Sicherheitssystem ist also notwendig. Leider nennen nicht alle Autohersteller es ESP. Abkürzungen wie DSC (BMW), DSTC (Volvo), MASC, (Mitsubishi), PSM (Porsche), VSA (Honda) oder VSC (Toyota) bezeichnen die gleiche Technik. ESP schließt ABS stets ein.

Platz 3 - Bremsassistent: Viele Autofahrer treten bei einer Notbremsung nicht fest genug auf das Bremspedal. "Ohne den Assistenten geht dabei wertvolle Bremswirkung verloren und der Anhalteweg verlängert sich", sagt Lang. Der Bremsassistent erkennt anhand der Art, wie der Fahrer auf die Bremse tritt, dass die volle Wirkung erwünscht ist und bremst mit voller Kraft. Die Funktion darf nicht mit dem Notbremsassistenten (siehe später) verwechselt werden. Sie verkürzt aber den Bremsweg in vielen Fällen deutlich und verhindert auf diese Weise so manchen Unfall.

Platz 4 - Spurhalteassistent: Er warnt vor dem Abkommen von der Straße oder einem unbeabsichtigten Wechsel der Fahrspur. Eine Kamera beobachtet dazu die Fahrbahnbegrenzungen. Die Warnung selbst ist so verschieden wie die Namen für den Assistenten bei den einzelnen Autoherstellern. Viele sprechen von Lane Departure Warnung. Gebräuchlich sind vibrierende Lenkräder, Töne und optische Signale. Erst ganz neue Systeme greifen zusätzlich in die Lenkung ein.

Platz 5 - Automatische Notbremsung: Leider noch schwer in Gebrauchten und nur bei wenigen Marken zu bekommen ist der Notbremsassistent. Über Kamera und Radar beobachtet er ständig den Verkehr und warnt zunächst, wenn ein Hindernis eine Bremsung erforderlich macht. Folgt der Fahrer nicht, bremst das Auto selbsttätig. Für die Experten von TÜV SÜD liegen die Sicherheitsvorteile in der gleichen Größenordnung wie beim ESP. Wer einen relativ neuen Gebrauchtwagen sucht, sollte also nach dem Notbremsassistenten Ausschau halten.

Hintere Plätze: Es gibt noch etliche Systeme, die positive Auswirkungen auf die Sicherheit haben. Und dazu noch weitere, die den Komfort verbessern und über entspanntes Fahren ebenfalls das Unfallrisiko senken. Abstandswarner, Einparkhilfen - von den einfachen Piepsern bis zum automatischen Parkassistenten, Rückfahrkameras und Tote-Winkel-Erkennung sind nur einige Beispiele. Sie können die oben genannten bedeutenden Lebensretter ergänzen, aber nicht ersetzen.

Weitere Informationen unter www.tuev-sued.de

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