Wirtschaft fordert mehr Investitionen in Bildung

Kritik an Ankündigung der Landesregierung, Lehrerstellen zu streichen
(PresseBox) (Bonn, ) Kritisch sieht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg die Ankündigung der NRW-Landesregierung, in den Schulen über 1.100 Lehrerstellen abbauen zu wollen. "So sehr wir es begrüßen, dass das Land endlich sparen möchte, so wird hier doch der Rotstift an der falschen Stelle angesetzt", sagt Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Berufsbildung und Fachkräftesicherung der IHK Bonn/Rhein-Sieg: "Wir brauchen mehr Investitionen in Bildung und vor dem Hintergrund, dass NRW verstärkte Anstrengungen im Bereich inklusive Beschulung unternimmt, ist diese Ankündigung umso unverständlicher."

Die Wirtschaft klage zunehmend über die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger. Eine Umfrage der IHK Bonn/Rhein-Sieg unter rund 200 Ausbildungsbetrieben hat ergeben, dass zu den Haupthindernissen mangelnde Kenntnisse in Deutsch und Mathematik zählen.

In welchen Bereichen stellen Sie Mängel bei der Ausbildungsreife heutiger Schulabgänger fest?


- Belastbarkeit 42 %
- Disziplin 48 %
- Elementare Rechenfertigkeiten 45 %
- Interesse und Aufgeschlossenheit 29 %
- Leistungsbereitschaft und Motivation 54 %
- Mündliches / schriftliches Ausdrucksvermögen 57 %
- Umgangsformen 36 %
- Teamfähigkeit 10 %
- Ich stelle keine Mängel fest 11 %

72,2 Prozent der Unternehmen, die freie Plätze nicht besetzen konnten, klagen über das Fehlen geeigneter Bewerber. Hindenberg: "Wir unternehmen viele Anstrengungen für ein besseres Matching von jungen Menschen, die zu den Unternehmen passen. Doch das hilft wenig, wenn die Schule wichtige Grundlagen aus Mathematik und Rechtschreibung nicht ausreichend vermittelt. Das schlechte Schulwissen ist der Hauptgrund für unbesetzte Ausbildungsplätze." Vor allem das mündliche und schriftliche Ausdrucksvermögen ist den Unternehmen zufolge ein Hemmnis.

Hindenberg: "Die Wirtschaft spricht sich für eine personell und finanziell bessere Ausstattung der Schulen aus. Nur so können wir dem zunehmenden Fachkräftebedarf Rechnung tragen. Wir müssen diese Potenziale stärker ausschöpfen und können es nicht hinnehmen, dass Schüler ohne Abschluss oder mit mangelnden Qualifikationen die Schule verlassen. Gerade die Dienstleistungsregion Bonn/Rhein-Sieg braucht gut ausgebildete Fachkräfte, will sie weiter wachsen."

Kontakt

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Claudia Engmann
Hauptgeschäftsführung / Öffentlichkeitsarbeit
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