Weltwirtschaftsforum (WEF) will Förderung junger Unternehmen in Europa verbessern

Studie des Weltwirtschaftsforums in Zusammenarbeit mit A.T. Kearney zeigt: Kooperationen von innovativen jungen Firmen mit großen Unternehmen bieten Vorteile für beide Seiten
(PresseBox) (Düsseldorf, ) In Europa ist die Unterstützung innovativer, junger Unternehmen über die Grenzen von Regionen und Ländern hinweg eine große Herausforderung

David und Goliath: Junge Unternehmen können von der Kooperation mit Konzernen und anderen Organisationen profitieren, indem sie ihre Dynamik und ihre Ideen mit dem Marktzugang und den Ressourcen von Konzernen oder akademischen Institutionen kombinieren

Düsseldorf, 2. Juli 2014 – Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat zusammen mit der Managementberatung A.T. Kearney eine Studie mit dem Titel „Fostering Innovation-Driven Entrepreneurship in Europe“ vorgestellt. Die Studie wird ergänzt durch eine Agenda, die vor allem Mehrfachgründer motivieren soll, gemeinsam mit anderen weitere Geschäftsideen zu entwickeln sowie innovationsgetriebene Firmen zu gründen und auszubauen.

Die Studie basiert auf einer Online-Umfrage unter 1.132 Unternehmensgründern in ganz Europa, einer Reihe von Interviews mit hochrangigen europäischen Politikern und interaktiven Workshops mit Politikern und Unternehmenslenkern. Die Daten wurden im vergangenen Jahr in Davos, London, Berlin, Genf und Dalian (China) erhoben.

Ein Ergebnis der Studie: Das innovationsgetriebene Unternehmertum in Europa muss stärker gefördert werden. Genannt werden diverse Fördermöglichkeiten für die drei Phasen der Unternehmensgründung:

1. Stand up – Förderung des unternehmerischen Denkens und der Fähigkeiten, die erforderlich sind, um erfolgreich ein ausbaufähiges Unternehmen zu gründen

2. Start up – Bündelung und Definition der Ressourcen für die Unternehmensgründung. Im Fokus steht dabei der europaweite Zugang zu dem erforderlichen Kapital

3. Scale up – Wachstumsförderung für junge Unternehmen, unter besonderer Berücksichtigung von Kooperationen, die allen Partnern bessere Wachstumschancen bieten und Arbeitsplätze schaffen

Insbesondere die „Scale up“-Phase stellt für europäische Unternehmer eine große Herausforderung dar. So gaben nahezu 40% der Befragten an, dass die Bedingungen in ihrem Land ungünstig sind für solche Kooperationen.

„Junge Unternehmen, aber auch Konzerne und die Politik müssen dem Lebenszyklus von Unternehmungen mehr Beachtung schenken“, sagt Dr. Kai Engel, Leiter des globalen Kompetenzteams Innovations- und R&D Management bei A.T. Kearney Deutschland. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, damit Startups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erfolgreich wachsen können und auch große Unternehmen in ganz Europa innovativer werden,

„In einer zunehmend dynamischen Wirtschaft sind Kooperationen häufig der entscheidende Erfolgsfaktor. Um Förderinitiativen zu optimieren, müssen wir uns darum bemühen, die Kosten für Kooperationen – insbesondere mit großen Konzernen – zu reduzieren“, erklärt Engel.

Engel fügt hinzu: „Sowohl Konzerne als auch kleine Unternehmen würden von einer verbesserten und offeneren Zusammenarbeit profitieren. Junge, kleine Unternehmen sind flexibel, dynamisch und haben innovative Ideen, während große Konzerne über einen guten Marktzugang und umfassende Ressourcen verfügen. Das klingt nach einer Kooperation von David und Goliath – und genau das ist das Ziel. Die große Mehrheit der für die Studie Befragten (79%) ist davon überzeugt ist, dass junge Firmen von einer engeren Zusammenarbeit mit großen Unternehmen oder akademischen Institutionen profitieren können.“

Dennoch gaben nur 30% der befragten jungen Unternehmer an, dass sie schon einmal mit einem größeren Unternehmen oder einer Organisation zusammengearbeitet haben. 39% der Befragten bemängelten die Intransparenz und mangelnde Wahrnehmung der Chancen bei Großunternehmen.

Die Studie enthält den Entwurf einer europäischen Agenda, die eine effizientere Förderung von innovationsgetriebenem Unternehmertum ermöglichen soll. Ziel ist es, Unternehmensgründern in ganz Europa Anreize für eine intensivere Kooperation untereinander zu geben – trotz unterschiedlicher Bedingungen und Richtlinien in den einzelnen Ländern.

Die dafür erforderlichen Best-Practices wurden unter den drei Begriffen Focus, Connect und Partner zusammengefasst.

• Focus: Stakeholder brauchen explizite Kriterien, um effiziente, unternehmerische Initiativen zu identifizieren und entsprechende Investitionsentscheidungen zu treffen
• Connect: Erfassung sämtlicher Aktivitäten und Etablierung eines europäischen Netzwerks, in dem öffentliche und private Initiativen zusammengefasst werden, um die Unterstützung der Unternehmen zu verbessern (wünschten sich 89% Prozent der Befragten)
• Partner: Stakeholder benötigen Unterstützung für die branchen- und länderübergreifende Zusammenarbeit, damit unternehmerische Initiativen die erforderliche Dimension und Wirkung erreichen (Befürworten 80% Prozent der Befragten)

Die europäischen Mitgliedsstaaten sollten sich zudem um bessere Rahmenbedingungen für junge Unternehmen bemühen: Sie sollten für einen vereinfachten Zugang zu Finanzmitteln sorgen sowie junge Unternehmen bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern unterstützen und Kooperation zwischen Regionen und Marktteilnehmern fördern.

Die Initiative „Fostering Innovation-Driven Entrepreneurship in Europe“ ist Teil der Bestrebungen des WEF, die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen durch Forschung und Dialoge auf höchster Ebene zu verbessern. Im Beratungskomitee des Projekts vertreten sind ABB, Adecco, A.T. Kearney, Barclays, BT, das European Institute of Technology, die European Private Equity and Venture Capital Association, Henkel, die IMP³rove European Innovation Management Academy, das Lisbon Council, Microsoft, Royal DSM, Siemens und Telefonica. An der nächsten Projektphase beteiligen sich führende Unternehmen, zivilgesellschaftliche Organisationen, akademische Institutionen und Politiker. Dann wird es darum gehen, wie Innovationen, Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen in einem europäischen Ökosystem der offenen Innovation gefördert werden können.

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