Den Arbeitsmarkt nicht schlecht reden!

IHK: Arbeitskammer zeichnet ein unvollständiges Bild des Arbeitsmarktes
(PresseBox) (Saarbrücken, ) "Die Arbeitskammer zeichnet ein Zerrbild der Arbeitsmarktentwicklung im Saarland. Richtig ist, dass der Arbeitsmarkt sich hierzulande seit 2008 schwächer entwickelt hat als im Bund. Richtig ist aber auch, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt auch im Saarland spürbar verbessert hat." So kommentierte der IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die heute (11. Juli 2014) vorgelegte Arbeitsmarktanalyse der Arbeitskammer ("AK-Fakten").

Ein umfassender Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt zweierlei. Erstens: Die saarländische Wirtschaft hat schwierigere Jahre hinter sich als der Bund. Während die Wirtschaft im Bund von 2008 bis 2013 um 3,2 Prozent gewachsen ist, fiel das reale Bruttoinlandsprodukt hierzulande um 2,8 Prozent. Die Gründe für diese Entwicklung liegen in der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise (2009) und der Eurokrise (2012/13). Beide Krisen haben das Saarland mit seiner hohen Exportorientierung und seinem überdurchschnittlich hohen Industrieanteil an der Wertschöpfung viel stärker getroffen als den Bund. Damit hat sich einmal mehr bestätigt, dass Rückschläge der Weltwirtschaft im Saarland größere Rückwirkungen haben als in anderen Bundesländern - mit entsprechenden Folgen für den Arbeitsmarkt.

Zum zweiten - so Giersch - ist in Rechnung zu stellen, dass durch die Beendigung des saarländischen Bergbaus in der Zeit von 2008 bis 2013 rund 4.000 Arbeitsplätze abgebaut wurden.

Trotz dieser belastenden Faktoren hat sich der saarländische Arbeitsmarkt erstaunlich gut geschlagen. So waren im Jahresdurchschnitt 2013 nur 400 mehr Arbeitnehmer arbeitslos als im Boomjahr 2008. Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung konnte zwar der Rekordstand des Jahres 2012 nicht gehalten werden. Mit über 364.500 Personen lag die Zahl der Beschäftigten 2013 aber immer noch rund 3,6 Prozent über dem Stand des Jahres 2008. Giersch: "Das ist ebenso erfreulich wie die Entwicklung am aktuellen Rand. Im Juni ist die Arbeitslosigkeit im fünften Monat hintereinander gefallen. Und parallel hierzu ist die Beschäftigung weiter angestiegen." Zudem werde die Exportorientierung des Saarlandes mit anziehender Weltkonjunktur zum Vorteil. Giersch: "Floriert die Weltwirtschaft, dann profitiert das Saarland davon in besonderem Maße. Das dürfte in diesem Jahr wieder der Fall sein - wir erwarten ein Saarwachstum von bis zu 2,5 Prozent." Die IHK appelliert daher erneut an die Arbeitskammer, die Arbeitsmarkt- und Ausbildungslage im Saarland nicht unberechtigt schlecht zu reden. Das schade dem Land. Denn es verleite junge Menschen dazu, anderswo Ausbildung und Arbeit zu suchen.

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