Biosignallabor für Medizininformatik

Zweibrücker Informatiker bauen neues Labor auf
Von links nach rechts: Prof. Dr. Norbert Rösch, Prof. Dr. Bernhard Schiefer (Prodekan) und Alexander Münzberg (Assistent) freuen sich über die neue Ausstattung des Biosignallabors (PresseBox) (Kaiserslautern, ) Prof. Dr. Norbert Rösch verstärkt seit Oktober 2013 die Medizininformatik der Fachhochschule (FH) Kaiserslautern am Campus Zweibrücken. Zuvor leitete der Ingenieur für Biomedizintechnik und promovierte Gesundheitswissenschaftler die Arbeitsgruppe "Biomedical Engineering & Public Health" am Luxemburger Forschungsinstitut "Centre de Recherche Public Henri Tudor". Seine dort entwickelten Methoden zur Fernüberwachung von chronisch kranken Herzpatienten (Tele-Homemonitoring) wurden bereits in klinischen Studien am Uniklinikum Homburg eingesetzt und basieren auf der computerbasierten Messung und Auswertung von Biosignalen (z.B. EKG, Pulswellenlaufzeiten und Sauerstoffsättigung). Mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung Rheinland-Pfalz konnte die Fachhochschule nun die Ausstattung eines neuen Labors zur Biosignalanalyse ermöglichen. Das Labor wird Studierenden der Medizininformatik ab dem kommenden Wintersemester 2014/15 zur Verfügung stehen und die praxisbezogene Lehre weiter bereichern.

Die telemedizinische Überwachung von Herzpatienten wird gerne als Chance bezeichnet, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) besser zu behandeln. Viele Krankenkassen sträuben sich allerdings noch, die telemedizinische Überwachung in die Regelversorgung zu integrieren. "Das hat auch seinen Grund", weiß Prof. Rösch, "denn viele Studien zeigen, dass nicht alle Patienten in vertretbarem Umfang vom einfachen Tele-Homemonitoring profitieren können". Viele Fragen im Umgang mit den zuhause erhobenen medizinischen Daten seien noch zu klären und die Techniken lassen sich durch computerbasierte Analysemethoden der Biosignale weiter optimieren. Dennoch ist sich Rösch sicher: "Die Telemedizin wird zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gerade die steigende Zahl älterer Mitbürger und der Ärztemangel auf dem Land erfordern neue Konzepte der Versorgung, an denen wir in Zweibrücken forschen".

Für Medizininformatiker bieten sich somit spannende Perspektiven. Um an der Schnittstelle zwischen Medizin und Computer zu arbeiten, ist allerdings eine fundierte interdisziplinäre Ausbildung unerlässlich. "Allein ein fantastischer Programmierer oder Arzt zu sein, reicht hier nicht aus. Die Entwicklung neuer Technologien braucht Fachkräfte, die in beiden Disziplinen fundierte Kenntnisse haben. Wir erhalten ständig Jobangebote für unsere Absolventen", stellt Rösch fest.

Auch die Landesregierung hat erkannt, dass in der Medizininformatik ein enormes Potential liegt. Prof. Bernhard Schiefer, Prodekan des Fachbereichs Informatik und Mikrosystemtechnik freut sich daher, Mittel des Hochschulpakts für den Aufbau des neuen Biosignallabors verwenden zu können: "Das neue Labor ermöglicht es in besonders anschaulicher Weise, wichtige Körperfunktionen zu messen und zu analysieren. Damit werden den Studierenden auf sehr eingehende Art und Weise komplizierte physiologische Zusammenhänge erklärt. Praktika in Kleingruppen und das eigenständige Messen und Auswerten bereiten zudem viel Spaß".

Für viele Studierende ist zusätzlich auch die Möglichkeit interessant, an Forschungsprojekten aktiv teilzunehmen und erste Erfahrungen im Wissenschaftsbetrieb zu sammeln. Nach seiner Inbetriebnahme wird das neue Biosignallabor hier weitere Optionen eröffnen.

Weitere Informationen im Internet: http://www.mediinfo-zw.de/...

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Referat Öffentlichkeitsarbeit/Schulkontakte
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