Konzept für die Neustrukturierung der universitären Ingenieurwissenschaften vorgestellt

Gemeinsame Medieninfo der Fachrichtung Mechatronik an der Universität des Saarlandes, der IHK Saarland und des ME Saar
(PresseBox) (Saarbrücken, ) In einem Pressegespräch in der IHK Saarland wurde am Montag, 4. August 2014 ein Konzept für die künftige Ausgestaltung der Ingenieurwissenschaften an der Universität des Saarlandes (UdS) vorgestellt. Die Fachrichtung Ingenieurwissenschaften an der Universität des Saarlandes, IHK Saarland und ME Saar sehen das Konzept im Einklang mit den Empfehlungen des Wissenschaftsrates, den Ergebnissen der darauf aufbauenden Arbeitsgruppengesprächen des Landes sowie den Kernaussagen der Regierungserklärung der Ministerpräsidentin und es des Eckpunktepapiers des Landtages des Saarlandes.

Hauptbestandteil des neuen Konzepts für eine langfristig stabile, fokussierte universitäre Ingenieurwissenschaft im Saarland ist der Studiengang Systems Engineering. Dieser Studiengang befähigt die Studierenden in einem interdisziplinären Ansatz dazu, komplexe technische Systeme zu beherrschen. Dies betrifft neben Entwicklungs-, Produktions- und Fertigungsprozessen den kompletten Lebenszyklus eines Produkts von der Idee über die Fertigung bis zur Nutzung und sogar Entsorgung. Die englische Bezeichnung des Studiengangs unterstreicht seine angestrebte internationale Ausrichtung.

Mit dem Begriff Systems Engineering wird der in den letzten Jahren bereits sukzessiv begonnene Prozess der verstärkten Ausrichtung der universitären Ingenieurwissenschaft im Saarland auf systemorientierte Forschungsfragen aufgegriffen, gezielt zur Profilbildung verstärkt und nach außen sichtbar gemacht. Dieser Prozess dokumentiert sich u. a. in der (Neu-)Ausrichtung und den Forschungsaktivitäten der ingenieurwissenschaftlichen Lehrstühle der UdS und bindet dabei auch die An-Institute wie ZeMA, DFKI, IzfP, IBMT sowie KIST Europe nahtlos ein. Mit Systems Engineering ist zudem eine hervorragende Ausgangsbasis gegeben, um innerhalb der im Aufbau befindlichen Kooperationsplattform Ingenieurwissenschaften mit der HTW Saar zusammenzuarbeiten.

Die universitäre Ingenieurausbildung im Saarland wird dabei unter besonderer Berücksichtigung des Anforderungsprofils der saarländischen Wirtschaft neu geordnet. Dazu sollen im Studiengang Systems Engineering verschiedene Studienrichtungen etabliert werden, die zum einen bestehende universitäre Forschungsschwerpunkte aufgreifen, zum anderen die besonderen Interessen der saarländischen Wirtschaft berücksichtigen - angefangen vom hocheffizienten Produktionsbetrieb bis hin zum innovativen Mittelstand. Darüber hinaus soll das Studienangebot im Bereich Embedded Systems in enger Kooperation mit der Fachrichtung Informatik weiterentwickelt werden.

Systems Engineering bildet die Grundlage für eine moderne und interdisziplinäre Ingenieurausbildung, die sich an den Stärken der UdS und den Anforderungen der saarländischen Wirtschaft orientiert und ein attraktives Studienangebot für den dringend benötigten Ingenieurnachwuchs bietet. Entlang der skizzierten Grundzüge soll das Konzept zeitnah und in enger Abstimmung mit der Landesregierung, den Gremien der Universität, der HTW Saar und vor allem der saarländischen Wirtschaft konkretisiert und umgesetzt werden. Das bestehende Studienangebot der Mechatronik an der UdS wird bis zur Einrichtung des neuen Studiengangs im Wintersemester 2015/2016 aufrechterhalten. Studierende haben in der Folge die Möglichkeit entweder das begonnene Studium der Mechatronik abzuschließen oder in den neuen Studiengang Systems Engineering zu wechseln.

Studienangebote im Bereich Systems Engineering liegen im Trend. In Deutschland gibt es sie bereits an den Universitäten Bremen und Freiburg als Bachelor und Master, an der Technischen Universität Clausthal, an der Universität der Bundeswehr in München sowie an mehreren Fachhochschulen als Master.

Vorgesehen ist, das Studienangebot an der UdS so auszustatten und mit anderen Forschungsschwerpunkten zu vernetzen, dass es sich im Wettbewerb der Hochschulen aussichtsreich positionieren kann.

Stellungnahmen zum Konzept:

"Mit dem heute vorgestellten Konzept wird ein erster Schritt zur zukunftsgerichteten Neuausrichtung der Ingenieurwissenschaften an der Universität des Saarlandes und gleichzeitig zur Umsetzung der Kooperationsplattform Ingenieurwissenschaften getan. Die vorgesehene komplementäre Ausgestaltung und Abstimmung mit der htw saar, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ZeMA, DFKI, IzfP, IBMT, INM, und KIST Europe ist zugleich ein wichtiges Signal für Studieninteressenten, Studierende und die Wirtschaft."

Dr. Susanne Reichrath, Beauftragte der Ministerpräsidentin für Hochschulen, Wissenschaft und Technologie

"Deutsche Ingenieure sind weltweit für die Planung, Realisierung und Wartung komplexer Systeme berühmt, die sicher und zuverlässig funktionieren. Im Studiengang Systems Engineering wird die nächste Generation von Ingenieuren ausgebildet, welche die Welt des Internet mit der Welt der Produktion verbinden und damit Deutschland zum Leitanbieter für Industrie 4.0 machen."

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des DFKI

"Wir brauchen starke Ingenieurwissenschaften an HTW und Saar-Uni. Denn unsere Industrie lebt von ihrer Ingenieurkunst. Sie benötigt für die Optimierung der Fertigungsabläufe, die Vernetzung innerhalb der Wertschöpfungsketten und für die Entwicklung neuer Produkte hoch qualifizierte Ingenieure, und zwar zu einem Drittel solche mit Uni-Abschluss. Das Studienprofil "Systems Engineering" ist passgenau auf den Bedarf unserer Industrie zugeschnitten - gerade auch auf den Bedarf der kleinen und mittleren Unternehmen, die bereits jetzt erhebliche Probleme haben, qualifizierte Entwicklungsingenieure zu finden. Mit Blick auf die vielen Zweigwerke in unserem Land würde eine gute Verfügbarkeit von Uni-Ingenieuren die Chance eröffnen, dass diesen Produktionsstätten zusätzliche Entwicklungsaufgaben übertragen werden. Unsere IHK wird die Saar-Uni deshalb offensiv beim Marketing für dieses neue Studienangebot unterstützen."

IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch

"Wir begrüßen sehr, dass die UdS einen attraktiven und zur Wirtschaft unseres Landes passenden Studiengang anbieten wird. Für Abiturienten aus dem Saarland und natürlich auch aus den anderen Bundesländern bietet sich hier eine tolle Chance, nach einem innovativen und wissenschaftlich gleichwohl ausgereiften und grundständigen Studium direkt in die Wirtschaft einzusteigen und dort Karriere zu machen. Die Spardiskussion war nötig, aber jetzt müssen wir uns auf das fokussieren, was unsere Zukunft positiv prägen wird."

Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer ME Saar

"Die Vorteile eines attraktiven Angebots an ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen an Uni und HTW liegen auf der Hand:

Mehr für die Saarwirtschaft interessante Personen kommen ins Land und stehen dem saarländischen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Dies ist insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen des Handwerks, die ebenfalls eine steigende Zahl von Ingenieuren benötigen, von großem Wert, da damit die Chancen, ihren Bedarf an Ingenieuren zu decken, erheblich verbessert werden."

Georg Brenner, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer des Saarlandes

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