IHK: Geopolitische Krisen dämpfen Saar-Konjunktur

Geschäftslage spürbar schlechter, Aussichten leicht eingetrübt
(PresseBox) (Saarbrücken, ) Die Konjunktur im Saarland hat im August einen Dämpfer erhalten. Das signalisieren die Angaben der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und den weiteren Aussichten. Danach hat sich die Lage der Saarunternehmen gegenüber dem Vormonat erkennbar verschlechtert: Der IHK-Lageindikator fiel um 5,4 Punkte auf 33,3 Zähler. Das ist der niedrigste Wert in diesem Jahr. Etwas eingetrübt haben sich auch die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate. Nach drei Anstiegen in Folge sank der IHK-Erwartungsindikator um 1,8 Punkte. Mit 5,1 Zählern liegt er aber nach wie vor im positiven Bereich, was weiteres Wachstum in den kommenden Monaten signalisiert. "Die Ausläufer der geopolitischen Krisen haben im August auch die Saarwirtschaft erreicht. In strukturprägenden Branchen unserer Industrie zeigen sich erste Bremsspuren. Hinzu kommen die saisontypischen Effekte der Ferienzeit im Handel. Trotz der leicht gedämpften Perspektiven sehen wir aber weiterhin gute Chancen, dass unsere Wirtschaft im laufenden Jahr etwas stärker wachsen wird als im Bund. Wahrscheinlich ist aus heutiger Sicht, dass das Saarwachstum in 2014 unsere Juli-Prognose von 2,5 Prozent nicht ganz erreichen wird. Gut zwei Prozent sind aber drin." So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die aktuelle Konjunktur-Umfrage der IHK Saarland, an der sich 300 Unternehmen mit rund 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 43 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 47 Prozent mit befriedigend und 10 Prozent mit schlecht. Weiterhin mit Schwung laufen die Geschäfte im Fahrzeugbau und in der Medizin-, Mess- und Automatisierungstechnik. Deutlich schwächere Geschäfte - aber auf nach wie vor hohem Niveau - meldet der Maschinenbau. Ebenfalls verhalten wird die Lage in der Gummi- und Kunststoffindustrie, in der Elektroindustrie, im Stahlbau und in der keramischen sowie in der Ernährungsindustrie eingeschätzt. In der Stahlindustrie bleibt die Lage weiter angespannt.

Im Dienstleistungssektor berichten weiterhin knapp 95 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Besonders lebhaft geht es bei den Versicherungen zu. Mit Beginn der Ferienzeit haben sich viele Familien in den Sommerurlaub verabschiedet. Das bekommt der Handel in diesem Jahr besonders deutlich zu spüren. Insgesamt meldet er aber immer noch überwiegend befriedigende bis gute Geschäfte. In der IT-Wirtschaft, im Verkehrsgewerbe, bei den unternehmensnahen Dienstleistern sowie im Hotel- und Gaststättenbereich wird die Lage mit "befriedigend" eingeschätzt.

Aussichten: verhalten optimistisch

Mit Blick auf die kommenden Monate sind die Unternehmen nicht mehr ganz so zuversichtlich wie noch im Vormonat. Insgesamt rechnen 12 Prozent der Betriebe mit besseren und 6 Prozent mit schlechteren Geschäften. Die verbleibenden 82 Prozent erwarten eine etwa gleich bleibende Entwicklung. Giersch: "Wenn sich die Konjunktur im Süden der EU belebt und die Weltwirtschaft aufgrund der internationalen Krisen nicht ins Stocken gerät, sollte unsere Industrie im weiteren Jahresverlauf über den Export wieder mehr Rückenwind erhalten."

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