125 Jahre Rheinmetall: Traditionsreicher Technologiekonzern mit wehrtechnischen Wurzeln

Heute ein weltweit führender Anbieter in den Bereichen Sicherheit und Mobilität
Derendorfer Rohrwerk um 1910 (PresseBox) (Düsseldorf, ) Vom Munitions- und Geschützfabrikanten in der Kaiserzeit zum weltweit anerkannten Technologiekonzern: In ihrer 125-jährigen Firmenhistorie ist es der Rheinmetall AG gelungen, ihren Wurzeln in der Wehrtechnik treu zu bleiben und ihre Aktivitäten gleichzeitig immer wieder auf neue zukunftsweisende Technologiefelder auszuweiten, diese erfolgreich voranzutreiben und darin weltweit führende Marktpositionen zu erringen. Mit den Bereichen "Sicherheit und Mobilität" hat sich das Unternehmen heute zwei Tätigkeitsfeldern verschrieben, die sich elementaren Grundbedürfnissen heutiger Gesellschaften widmen.

So steht der Name Rheinmetall heute für Spitzentechnologie in der Verteidigungs- und Automobiltechnik. Mit der KSPG AG nimmt das Unternehmen eine weltweite Spitzenposition als renommierter Automobilzulieferer ein. Abnehmer für Module und Systeme rund um den Motor sind namhafte internationale Automobilhersteller. Im Verteidigungssektor ist Rheinmetall ein bedeutender Ausrüster der Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland, von NATO-Partnerländern und befreundeten Nationen - mit Lösungen für die Heereskräfte ebenso wie für Luftwaffe und Marine.

In diesem Jahr begeht die Rheinmetall AG ihr 125jähriges Firmenjubiläum. Gegründet wurde sie im Jahre 1889 als Aktiengesellschaft und firmiert seitdem ununterbrochen als AG - die meiste Zeit davon auch börsennotiert. Damit verbindet sich eine einzigartige Erfolgsgeschichte, zumal nicht viele Unternehmen in Deutschland - insbesondere als Aktiengesellschaft - auf eine so lange Historie zurückblicken können. Dies ist umso bemerkenswerter, als das Unternehmen nach den Kriegen 1918 wie auch 1945 unter schwierigen Bedingungen jeweils neu beginnen musste.

Bedeutender Arbeitgeber mit weltweiter Präsenz - zwei Unternehmenssparten

Die Rheinmetall AG mit ihren beiden Sparten Defence und Automotive ist heute nicht zuletzt auch ein bedeutender Arbeitgeber, der an 34 Standorten in Deutschland ca. 10.500 und weltweit rund 25.000 Mitarbeiter beschäftigt. Mit Produktionsstätten und Vertriebsstützpunkten ist Rheinmetall in zahlreichen Ländern der Welt vertreten, von Kanada über USA bis nach Brasilien, von China über Australien bis nach Südafrika.

Im Unternehmensbereich Automotive entwickelt und produziert die Konzerntochter KSPG Kolben, Zylindergehäuse und Gleitlager, Magnetventile, Pumpen sowie zahlreiche andere Komponenten für die Antriebstechnik aktueller und künftiger Fahrzeuge. Auch die KSPG AG (vormals: Kolbenschmidt Pierburg) ist ein Traditionsunternehmen mit einer über einhundertjährigen Historie.

Das Produktspektrum des Unternehmensbereiches Defence umfasst eine breite Palette an Militär-LKWs, gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge, Waffenanlagen und Munition im Groß- und Mittelkaliber-Bereich, Turm-, Flugabwehr- und Schutzsysteme. Auch in der Simulationstechnik, bei Soldatensystemen wie auch in der Sensorik und Feuerleittechnik ist Rheinmetall Defence führend.

Großauftrag für Munition legte den Grundstein

Im Jahr 1889 auf Veranlassung des damaligen Hoerder Bergwerks- und Hüttenvereins gegründet, diente Rheinmetall zunächst einzig dem Zweck, einen beim Bergwerksverein bestehenden Großauftrag über Munition für das Deutsche Reich abzuarbeiten. Am 13. April 1889 wurde der Gesellschaftervertrag der "Rheinischen Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft" unterzeichnet, am 7. Mai 1889 die Eintragung ins Handelsregister vollzogen. Am 3. September 1889 nahm das junge Unternehmen in einem gemieteten Betrieb an der Talstraße im Düsseldorfer Stadtteil Bilk die Produktion von Munition auf, die für das damalige Reichskommissionsgewehr 88 der Spandauer Gewehrfabrik benötigt wurde.

Mit Erfindergeist auf Erfolgskurs - Neustart nach dem Krieg

Noch heute ist Rheinmetall am Gründungsstandort Düsseldorf mit der Hauptverwaltung vertreten. Als heute älteste vor Ort bestehende Aktiengesellschaft hat das Unternehmen weit über die Region hinaus Industriegeschichte geschrieben. Dabei wuchs das Unternehmen rasch über die Rolle des alleinigen Munitionsherstellers hinaus. Mit seinem ausgeprägten Erfindergeist legte der thüringische Ingenieur Heinrich Ehrhardt - der über viele Jahre an der Spitze des Unternehmens stand und es zu früher Größe vorantrieb - die Grundlagen für den Aufstieg Rheinmetalls mit dem von ihm mitentwickelten Rohrrücklaufgeschütz.

Es stellte eine bedeutende Innovation in der Geschütztechnik dar, mit der erstmals die Verwendung von Feldkanonen als Schnellfeuergeschütze möglich war.

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges wuchs Rheinmetall (nach Krupp) zum zweitgrößten Hersteller von Geschützen und Munition für Heer und Marine im Deutschen Reich heran.

Nach 1918 stellte das Unternehmen die Produktion notgedrungen zunächst auf zivile Produkte um, u. a. auf Lokomotiven, Dampfpflüge und Büromaschinen, durfte von 1921 an aber auch wieder Rüstungsgüter fertigen.

Die Fusion mit dem traditionsreichen Berliner Lokomotivhersteller Borsig zur Rheinmetall- Borsig AG ermöglichte dem neuen Konzern den Aufbau eines Netzes an Produktionsstandorten im ganzen Deutschen Reich. Rheinmetall-Borsig übernahm eine führende Rolle in der deutschen Rüstungsindustrie, geriet aber ab 1933 unter den vollständigen Einfluss der Nationalsozialisten, die den Konzern verstaatlichten und in die Reichswerke Hermann Göring eingliederten. Während der letzten beiden Kriegsjahre wurden zahlreiche Produktionsstätten zerstört. Die Besetzung Deutschlands durch die Siegermächte, die Abtrennung der früheren deutschen Ostgebiete und nicht zuletzt die Teilung Deutschlands führten zur Enteignung zahlreicher Werke im späteren Polen und der nachmaligen DDR, aber auch zum vorübergehenden Aus durch Produktionsverbot und Vermögenssperre.

Rheinmetall als Ausrüster der neu gegründeten Bundeswehr - Übernahmen von Kolbenschmidt und Pierburg

Nach dem daran anschließenden Betrieb eines wenig erfolgreichen zivilen Produktionsprogramms in Düsseldorf, der Reprivatisierung durch den Verkauf der im Bundesbesitz befindlichen Rheinmetall-Aktien an die Röchling-Gruppe und der Trennung von Borsig in Berlin konnte Rheinmetall ab 1956 wieder in das traditionelle Geschäft mit der Wehrfertigung einsteigen. Dies war von staatlicher Seite her auch so gewollt: Der Röchling-Gruppe wurden die Rheinmetall-Anteile angetragen mit dem ausdrücklichen Ziel, wieder einen leistungsfähigen Produzenten von Wehrmaterial in Deutschland entstehen zu lassen.

Am Aufbau der Bundeswehr beteiligte sich das Unternehmen zunächst mit der Produktion von Handfeuerwaffen, dem MG 42/MG 3 und dem Sturmgewehr G 3 sowie einer 20-mm- Maschinenkanone für den ersten Schützenpanzer der Bundeswehr. Im Jahr 1964 nahm Rheinmetall auch den traditionsreichen Geschützbau wieder auf.

Einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte bildete die Beteiligung Rheinmetalls an den Kampfpanzer-Programmen für die Bundeswehr. Besonders die 120-mm-Glattrohrkanone für den "Leopard 2" gilt als ein technologischer Höhepunkt, der noch heute in der Version 2A7 des "Leopard" sichtbar wird.

Seit den 1960er Jahren diversifizierte Rheinmetall auch in den zivilen Bereich mit dem Erwerb von Gesellschaften, die u. a. im Maschinenbau oder der zivilen Elektronik tätig waren. Besondere Bedeutung haben dabei die Übernahmen von Pierburg (1986) und Kolbenschmidt (1997). Als KSPG-Gruppe bilden sie heute den Unternehmensbereich Automotive. Nach der Trennung von Randaktivitäten seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts konzentriert sich Rheinmetall auf die beiden Standbeine Defence und Automotive.

Hightech-Produkte für die Sicherheit der Soldaten

Vor allem auch bei der Bundeswehr leistet Rheinmetall mit seinen Produkten und Dienstleistungen einen wichtigen Betrag dazu, dass Soldatinnen und Soldaten ihre Aufgaben sicher erfüllen können. Für den Schutz des Personals vor einsatzbedingten Bedrohungen sorgen z.B. hochgeschützte Fahrzeuge wie der Radpanzer Fuchs oder der Großraumtransporter Boxer. Gladius, das neue Infanteriesystem des Heeres, wird als weltweit modernste Soldatenausstattung derzeit bei der Bundeswehr eingeführt. Technologisch ebenfalls neue Maßstäbe setzt der neue Schützenpanzer Puma, der bei der Bundeswehr nun sukzessive den vor rund 40 Jahren eingeführten Marder ablösen wird.

Mit Mantis hat Rheinmetall ein einzigartiges Flugabwehrsystem entwickelt, das militärische Objekte ebenso wie zivile Einrichtungen wirksam vor Bedrohungen aus der Luft - z.B. Raketen- oder Mörserangriffen - schützen kann. Mit leistungsfähigen Lösungen im Bereich Simulation und Ausbildung sorgt Rheinmetall - auch in zivilen Feldern - dafür, dass die Nutzer hochkomplexer technischer Systeme diese jederzeit sicher und fehlerfrei bedienen können - zu Lande, im Wasser und in der Luft. So betreibt Rheinmetall für die Bundeswehr auch eine ihrer größten und bedeutendsten Ausbildungseinrichtungen überhaupt, das Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Altmark/Sachsen-Anhalt, in dem jährlich bis zu 15.000 Soldaten trainiert werden.

Nicht zuletzt auch durch Entwicklungsaufwendungen in Höhe von derzeit über 70 Mio. Euro pro Jahr stellt Rheinmetall sicher, auch künftig wertvolle Beiträge zur Ausrüstung der Sicherheitskräfte leisten zu können - für den individuellen Schutz der Soldatinnen und Soldaten, für eine erfolgreiche Durchführung ihrer Einsatzaufgaben und gesamthaft im Sinne einer verantwortungsgerechten staatlichen Sicherheitsvorsorge.

Technologietreiber im Automobilbereich: Verbrauchsreduzierung und Schadstoffkontrolle im Fokus

Dass moderne Verbrennungsmotoren ein so hohes Maß an Leistungsfähigkeit, Effizienz und Schadstoffarmut aufweisen, ist zu großen Teilen auch ein Verdienst der Rheinmetall- Tochter KSPG. Als bewährter Entwicklungspartner der großen Automobilhersteller weltweit begleitet KSPG seit über einhundert Jahren mit Erfolg die Entwicklung und nachhaltige Verbesserung der Motorentechnik im Hinblick auf Schadstoffminimierung, Verbrauchsreduktion und CO2-Einsparung sowie bei der Gewichtsreduzierung und Leistungssteigerung.

Unter der Marke Kolbenschmidt entwickelt und produziert das Unternehmen Pkw- und Nutzfahrzeug-Kolben, Großkolben sowie Zylinderkurbelgehäuse, Zylinderköpfe, Gleitlager und Strukturbauteile aus Aluminium. Mit dem Markennamen Pierburg verbinden sich Module und Systeme zur Schadstoffreduzierung, Magnetventile, Aktuatoren und Ventiltriebsysteme sowie Öl-, Wasser- und Vakuumpumpen für den Pkw-, Truck- und Offroadbereich. Im Bereich Motorservice betreibt KSPG das weltweite Ersatzteilgeschäft für die Konzernmarken und weitere Produkte in mehr als 130 Ländern.

Umfassend recherchierte Firmengeschichte neu erhältlich

Die 125jährige Geschichte von Rheinmetall lässt sich nun ausführlich nachlesen. Ab sofort ist die Firmengeschichte des Unternehmens mit dem Titel "Rheinmetall. Vom Reiz, im Rheinland ein großes Werk zu errichten" (Greven Verlag) im Buchhandel erhältlich, Autor ist Dr. Christian Leitzbach.

Kontakt

Rheinmetall AG
Rheinmetall Platz 1
D-40476 Düsseldorf
Oliver Hoffmann
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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