Treibhausgas (THG)-Minderungspflicht für Biokraftstoffe in Deutschland auf dem Prüfstand

Deutschland hat zum 1. Januar 2015 als bisher einziges Mitgliedsland der EU von einer energetischen Quotenvorgabe bei Biokraftstoffen auf die Treibhausgas (THG)-Minderungspflicht umgestellt
(PresseBox) (Bonn, ) Deutschland hat zum 1. Januar 2015 als bisher einziges Mitgliedsland der EU von einer energetischen Quotenvorgabe bei Biokraftstoffen auf die Treibhausgas (THG)-Minderungspflicht umgestellt. Dies stellt die gesamte Warenkette der Biokraftstoffwirtschaft vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig verschärft sich durch die geänderten Rahmenbedingungen der Wettbewerb der Rohstoffe und Biokraftstoffherstellungsverfahren untereinander.

Die Herausforderungen der neuen Regelungen betreffen vor allem die praktische Umsetzung wie z.B. die Berechnung der anzuerkennenden THG-Minderung und deren Zertifizierung. Diese Aspekte stehen daher im Mittelpunkt des vom Bundesverband BioEnergie (BBE) und der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) angebotenen 4. Fachseminars „Nachhaltige Biokraftstoffe“, das am 5. November 2015 in Berlin stattfinden wird. Zur Einführung werden die Elemente des im April 2015 vom Europäischen Parlament verabschiedeten Kompromisses zur Änderungen der EU-Biokraftstoffpolitik vorgestellt. Diese bestimmen im Wesentlichen den förderpolitischen Rahmen der EU-Biokraftstoffpolitik bis 2020.

Die Optimierung der Treibhausgasbilanzen bis zum Biokraftstoffhersteller als letzte Schnittstelle setzt im Sinne eines fairen Wettbewerbs und vergleichbarer Emissionswerte die korrekte Beachtung der gesetzlichen Vorgaben u.a. der §§ 37a ff des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) voraus. Die Erfahrungen können im Seminar mit den zuständigen Stellen ausgetauscht werden. Überdies bedarf es einer qualifizierten Umsetzung der Zertifizierungsanforderungen, die ebenso die verfahrenstechnischen Unterschiede in der Biokraftstoffproduktion und die Option der CO2-Substitution berücksichtigen müssen. Im Seminar wird eine Handreichung vorgestellt, die Grundlage für die Entwicklung einer international ausgerichteten Qualifizierung der Zertifizierung auf der Stufe der Rohstoffverarbeitung und Biokraftstoffherstellung sein soll. Dieses Ziel verfolgt ebenfalls die Weiterentwicklung der THG-Kalkulation-Tools. Vorgestellt werden auch Erfahrungen über die Umsetzung der THG-Kalkulation in Großbritannien.

Die europäische Landwirtschaft als Biomasseproduzent steht nicht nur vor der Herausforderung der THG-Optimierung für die Biokraftstoffproduktion, sondern soll mit Blick auf die Klimaschutzziele 2020 und 2050 einen bestimmten Beitrag zur THG-Reduzierung leisten. Wie kann dabei der Spagat zwischen Düngungs- und Ertragsniveau vor dem Hintergrund möglicher Einschränkungen im Zuge der Novellierung der Düngeverordnung überwunden werden? Die Ergebnisse einer Studie im Auftrag der UFOP zur Entwicklung von Optimierungsstrategien für die Stickstoffdüngung in Rapsfruchtfolgesystemen soll hierauf eine Antwort geben. Mit diesem Projekt soll die fachliche Debatte für eine sachgerechte THG-Berechnungsmethodik angestoßen werden, in der Fruchtfolgeaspekte berücksichtigt sind.

Das Fachseminar umfasst damit ein breites Themenspektrum zur aktuellen und zukünftigen Umsetzung der neu eingeführten Treibhausgas-Minderungspflicht. Neben Fragen der Treibhausgas-Bilanzierung wird die Verwendung der entsprechenden Tools vorgestellt und mit den Anwendern diskutiert. Das Seminar richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Biokraftstoffindustrie und der Zertifizierungsstellen, aber auch an Vertreter der betroffenen Wirtschaftsverbände und der zuständigen öffentlichen Institute und Behörden.

Das Seminar findet statt am 5. November 2015 im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin - Programm und Anmeldungen unter: Fachseminar Nachhaltigkeit

Kontakt

Bundesverband Bioenergie e.V.
Godesberger Allee 142-148
D-53175 Bonn
Markus Hartmann
Projektleiter

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