Regionale Wirtschaft bleibt zuversichtlich

Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken für das 3. Quartal 2015
Regionale Wirtschaft bleibt zuversichtlich (PresseBox) (Heilbronn, ) Die Konjunktur im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken zeigt sich im 3. Quartal 2015 weiter robust. Die Lageurteile der Unternehmen konnten sich nahezu auf dem Niveau vom Vorquartal behaupten. Verbessert hat sich die wirtschaftliche Situation im Groß- und Einzelhandel. In der Industrie und im Baugewerbe hat das Stimmungsbild auf hohem Niveau etwas nachgegeben. Die Dienstleister berichten von einer stabilen Konjunkturentwicklung. Mit Blick auf den weiteren Geschäftsverlauf hat der Optimismus der Betriebe nur geringfügig abgenommen.

Die aktuelle Geschäftslage wird von den regionalen Unternehmen per saldo beinahe genauso gut wie im Vorquartal eingeschätzt. 41 Prozent (Vorquartal 42 Prozent) der Unternehmen sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während wie im Vorquartal nur 7 Prozent der Betriebe mit der Geschäftslage unzufrieden sind. Die Lageurteile liegen nach wie vor deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

Hinsichtlich des Geschäftsverlaufs in den kommenden zwölf Monaten überwiegt weiter der Optimismus. Die Geschäftserwartungen fallen per saldo kaum schlechter als im Vorquartal aus. 28 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) der Betriebe erwarten eine günstige Geschäftsentwicklung, während lediglich 6 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) mit Skepsis in die Zukunft blicken.

Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken: „Einmal mehr erweist sich unsere regionale Wirtschaft als gut aufgestellt. Die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen sind gut. Befeuert durch einen niedrigen Ölpreis und einen schwachen Euro bleibt der Export stark. Unwägbarkeiten stellen insbesondere jedoch die schwache wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern und die angespannte Lage im und um den Euroraum dar."

Industrie leicht verschlechtert

In der Industrie haben sich die Lageurteile auf hohem Niveau per saldo leicht verschlechtert. Während 44 Prozent (Vorquartal 47 Prozent) der Industriebetriebe eine gute Geschäftslage melden, halten wie im Vorquartal nur 7 Prozent der Unternehmen den Geschäftsverlauf für schlecht.

Gegenüber dem Vorquartal hat sich die Zahl der Auftragseingänge aus dem Ausland verringert. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen bleibt jedoch im Plusbereich. 29 Prozent der Betriebe melden wie im Vorquartal steigende Auslandsorders. 21 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) der Betriebe klagen hingegen über Einbußen. Auch im Bereich der Inlandsorders ist per saldo eine Verschlechterung festzustellen. 26 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Unternehmen melden einen Zuwachs der Auftragseingänge aus dem Inland, während 17 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) rückläufige Inlandsorders verzeichneten. Dennoch fallen die Umsatzerwartungen ähnlich optimistisch wie im Vorquartal aus. 43 Prozent der Betriebe rechnen mit einem Umsatzanstieg, während lediglich 9 Prozent Umsatzeinbußen erwarten.

Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate haben die Industriebetriebe ihre Geschäftserwartungen per saldo nur leicht nach unten korrigiert. 32 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) der Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft, während lediglich 6 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Betriebe einen ungünstigeren Geschäftsverlauf erwarten.

Auch die Exporterwartungen der Industrie haben sich kaum geändert. 37 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Unternehmen erwarten einen Anstieg der Exporte. Nachgelassen hat andererseits die Investitionsbereitschaft. Nur noch 26 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) der Betriebe planen mit steigenden Inlandsinvestitionen.

Dienstleister stabil

Die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch die heimischen Dienstleister liegt auf dem Niveau des Vorquartals. 32 Prozent (Vorquartal 33 Prozent) der Betriebe sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während lediglich 4 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) der Unternehmen mit der Geschäftslage nicht zufrieden sind.

Beim Auftragsvolumen berichten die Unternehmen per saldo von einem Anstieg. 37 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) der Betriebe verzeichnen einen Anstieg der Auftragsvolumina, während 16 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) der Unternehmen Einbußen hinnehmen mussten.

Hinsichtlich des zukünftigen Geschäftsverlaufs gehen 73 Prozent (Vorquartal 61 Prozent) der Dienstleister von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. 18 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft. Größte Risiken sehen die Betriebe in der Entwicklung der Inlandsnachfrage und im Fachkräfteengpass.

Baugewerbe gibt nach

Die Geschäftslage hat sich in der regionalen Bauwirtschaft im 3. Quartal 2015 auf hohem Niveau verschlechtert. 55 Prozent (Vorquartal 64 Prozent) der Betriebe bezeichnen den Geschäftsverlauf als gut und nach wie vor spricht kein Unternehmen von einer schlechten Geschäftslage.

Die Auftragseingänge insgesamt haben sich per saldo schwächer als im Vorquartal entwickelt. Im Einzelnen berichten der Straßen- und Tiefbau, der Wohnungsbau und der öffentliche Hochbau von einer ungünstigeren Auftragslage. Dagegen ist im gewerblichen Hochbau eine Verbesserung festzustellen. 38 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Unternehmen registrierten in diesem Teilbereich einen Zuwachs der Auftragseingänge, während nur 8 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) über einen Rückgang klagen.

Die Einschätzungen zur weiteren Geschäftsentwicklung haben sich aufgehellt und liegen per saldo nun wieder im positiven Bereich. Während 15 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Baubetriebe mit Optimismus in die Zukunft blicken, erwarten lediglich 3 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) der Unternehmen einen ungünstigeren Geschäftsverlauf. Als größtes Geschäftsrisiko wird der Fachkräftemangel gesehen (79 Prozent).

Großhandel erholt sich

Das Stimmungsbild im Bereich des Großhandels hat sich nach der Eintrübung im Vorquartal wieder aufgehellt. Während 41 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Unternehmen von einem guten Geschäftsverlauf berichten, sind 13 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) der Betriebe mit der aktuellen Geschäftslage unzufrieden. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Zahl der Bestellungen gestiegen. 35 Prozent (Vorquartal 28 Prozent) der Unternehmen verbuchten einen Anstieg der Bestellungen. 14 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) melden rückläufige Bestellmengen.

Auch in Bezug auf den Geschäftsverlauf in den kommenden zwölf Monaten herrscht mehr Optimismus als im Vorquartal. 32 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) der Großhändler erwarten eine günstigere Entwicklung. Nur 6 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) blicken skeptisch auf den weiteren Geschäftsverlauf.

Einzelhandel verbessert

Die Lagebeurteilung im heimischen Einzelhandel fällt im Vergleich zum Vorquartal besser aus. 89 Prozent (Vorquartal 77 Prozent) der Unternehmen halten den Geschäftsverlauf für gut oder zufriedenstellend und lediglich 11 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) bezeichnen die Geschäftslage als schlecht.

Die Rahmenbedingungen für den privaten Konsum sind aufgrund steigender Reallöhne, der hohen Erwerbstätigkeit und einer geringen Inflation gut. Die Einschätzung des Kaufverhaltens hat sich per saldo verbessert. Zwei Drittel (Vorquartal 56 Prozent) der Einzelhandelsbetriebe stufen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig oder saisonüblich ein. Ein Drittel (Vorquartal 44 Prozent) spricht von einem zurückhaltenden Kaufverhalten.

Für die kommenden zwölf Monate zeigen sich die Einzelhändler sehr optimistisch. 39 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Unternehmen gehen von einer günstigeren Geschäftsentwicklung aus. Lediglich 6 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Betriebe blicken mit Skepsis in die Zukunft.

Arbeitsmarkt bleibt expansiv

Die Beschäftigungsplanungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate bleiben moderat aufwärts gerichtet. Wie im Vorquartal planen 21 Prozent der Unternehmen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl, während 15 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) Stellenstreichungen in Erwägung ziehen. Spitzenreiter bei den geplanten Neueinstellungen sind erneut der Dienstleistungssektor und das Baugewerbe. 31 bzw. 24 Prozent der Betriebe ziehen wie im Vorquartal Neueinstellungen in Betracht.

An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben rund 330 Unternehmen mit insgesamt rund 74.000 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen.

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