BG Viernheim baut mit Vorbildwirkung

Passivhausstandard und einheitliches Farbkonzept für Neubauten
Acht Passivhäuser entstehen am Ortsrand von Viernheim an der Hessischen Bergstraße. Bauherr ist die Baugenossenschaft Viernheim, die hier rund zehn Millionen Euro investiert, Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Martin Duckek (PresseBox) (Ober-Ramstadt, ) Acht Häuser in Passivbauweise errichtet die Baugenossenschaft Viernheim am Ortsrand der 30.000-Einwohner-Stadt an der Hessischen Bergstraße. Die Gesamtarealplanung stellt aus städtebaulicher Sicht eine beispielhafte Lösung unter Berücksichtigung vieler wichtiger Faktoren dar. Die neue Bebauung folgt der Idee, den Waldsiedlungscharakter zu erhalten und mit zeitgemäßer Wohn-Architektur zu verbinden. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Bauweise im Passivhausstandard und das einheitliche Farbkonzept für die Außengestaltung der Neubauten. Entwickelt wurde es im Auftrag des Bauherrn im FarbDesignStudio von Caparol.

Die Umgebung der „Waldsiedlung Kirschgarten“ im Viernheimer Norden ist geprägt durch einen gewachsenen Kiefernbestand und durch Geschosswohnungsbauten der 1950/60er Jahre. Die direkte Angrenzung zum Naherholungsgebiet „Viernheimer Wald“ und die gute Infrastruktur mit kurzen Wegen zur Nahversorgung sowie die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr macht die Neubauten für Familien mit Kindern ebenso interessant wie für ältere Menschen.

Ambitioniertes Neubauprogramm im Passivhausstandard

Im September 2011 erfolgte der offizielle Spatenstich für das Projekt. „Es umfasst 68 Wohnungen in acht Neubauten – alle in Passivhausbauweise und im barrierefreien bzw. barrierearmen Standard“, berichtet Harald Weik, Technischer Vorstand der BG Viernheim und ergänzt: „Insgesamt investieren wir rund zehn Millionen Euro in das ambitionierte Programm.“ Im Jahr 2015 ist der fünfte von acht Bauabschnitten fertiggestellt worden. Der erste Neubau war 2011 zugleich das erste Gebäude im Geschosswohnungsbau in Viernheim, welches im Passivhausstandard errichtet und vom Passivhausinstitut Darmstadt zertifiziert wurde.

Dank der Konstruktion, Ausrichtung und technischen Ausstattung der Gebäude wird der überwiegende Teil des Wärmebedarfes aus „passiven“ Quellen gedeckt. Das sind beispielsweise die Sonneneinstrahlung sowie Abwärme von Personen und technischen Geräten. Die Kosten für Heizung und Warmwasseraufbereitung fallen gegenüber der bisherigen Bauweise bis zu 60 Prozent geringer aus. Dazu trägt neben der kompakten Ausführung der Baukörper und der kontrollierten Lüftung vor allem die wirkungsvolle Dämmung bei.

Diese wurde mit 30 Zentimeter starken Fassadendämmplatten von Caparol realisiert. Die Platten lassen sich universell verarbeiten und eignen sich sowohl für geklebte als auch für gedübelte Wärmedämmverbund-Systeme. Als Oberputz wurde ein Capatect Mineralputz verwendet. Für die farbige Gestaltung kommt die Caparol-Fassadenfarbe Thermosan zum Einsatz. Dank ihrer Siliconharz-Bindemittelkombination mit integrierter Nano-Quarz-Gitter Struktur entsteht eine regenabweisende, hoch wasserdampfdurchlässige Oberfläche. Die Farbe hemmt den Algen- und Pilzbefall und hält Fassaden länger sauber.

Einheitliches Farbkonzept für das Gesamtareal

„Bei der Farbgestaltung hat die BG Viernheim schon in vorangegangenen Projekten gute Erfahrungen mit dem FarbDesignStudio von Caparol gesammelt,“ begründet Weik die Wahl des Partners für die Entwicklung eines einheitlichen Farbkonzeptes. „Unsere Idee: Die Farbigkeit muss den Baustil und seine Gemeinsamkeiten betonen, aber zugleich individuelle Unterscheidungsmerkmale zwischen den einzelnen Gebäuden schaffen.“ Von Beginn an stand fest: Es wird ein Gesamtkonzept für alle acht neuen Häuser geben. Die Waldsiedlung „Kirschgarten“ soll zu einem einheitlichen und optisch ansprechenden Gebäudeensemble gestaltet werden.

Sabine Hoffner vom Caparol-FarbDesignStudio in Ober-Ramstadt war bereits während der Planungsphase vor Ort. „Bei der Entwicklung von Gestaltungsideen spielen sehr viele Faktoren eine Rolle“, erklärt sie. Wichtig für die Entscheidungsfindung seien neben der Architektur und der Funktion der Gebäude auch der städtebauliche Kontext, die Nachbarbebauung sowie die Vorstellungen und Wünsche des Bauherrn. „Je mehr Informationen zur Verfügung stehen, um so präziser können wir unseren Vorschlag ausarbeiten. Ziel ist es, für jede Anforderung eine Individuallösung zu entwickeln, quasi eine Gestaltung nach Maß, um damit sowohl den Bauherrn als auch die Nutzer gleichermaßen zu überzeugen.“

Im FarbDesignStudio arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Architekten, Innenarchitekten, Farbdesignern, Malermeistern und Multimediadesignern. Über 1.000 Objekte werden hier jedes Jahr gestaltet – vom Einzelobjekt über Farbleitplanungen bis zur Farbmasterplanung ganzer Siedlungen und Städte. Die Farbgestaltung wird an Hand von Originalfarbkarten und -materialmustern unter Tageslichtbedingungen entwickelt und danach auf den Rechner übertragen. Die Entwürfe werden mit Hilfe von Grafikprogrammen visualisiert.

Die Planung der Waldsiedlung war eine anspruchsvolle Aufgabe. „Bei den Gebäuden handelt es sich um kubenartige Punkthäuser mit reinen Lochfassaden ohne Nischen und Vorsprünge“, berichtet die Farbdesignerin. „Stark auskragende, vorgestellte Balkone in einer ansprechenden Materialkombination betonen die vertikale Struktur.“ Charakteristisch für alle Häuser sind weiße Pultdächer mit einer geringen Neigung.

Entwickelt wurde ein Konzept, bei dem die formale Gliederung aller acht Fassaden einheitlich ist. Dadurch bleibt das Areal als Ensemble deutlich erkennbar. Die Individualität entwickelt sich aus der Kombination von Fassadenfarbton mit Akzent- und Brüstungsfarbton. Die Farbpalette setzt sich zusammen aus zwei mineralisch anmutenden Grundfarbtönen – einer Sand- und einer Graunuance – in jeweils zwei Helligkeitsstufen. Diesen Fassadenfarbtönen werden zwei Blau- und zwei Grünnuancen zugeordnet, die als horizontale Bänderung im oberen Drittel der Fassade appliziert werden. Das Band verläuft bewusst etwas versetzt zu den Fensteröffnungen im dritten Stock und greift den Dachabschluss der Balkone auf.

Die vertikale Struktur der Vorstellbalkone wird dadurch aufgebrochen.

„Alle Bänder werden in Weiß gefasst und vermitteln einen eleganten Übergang zwischen Fassade und Akzent. Oberes Fassadendrittel und unterer Fassadenteil werden farblich fein nuanciert. Die Unterscheidung beider Wandflächen ist nur sehr subtil wahrnehmbar“, erklärt Sabine Hoffner. Aus dem Farbkonzept ergeben sich vier unterschiedliche Farbvariationen. Jede Fassade doppelt sich innerhalb des Bebauungsareals.

„Das Farbkonzept hat nicht nur uns bei der BG Viernheim überzeugt, sondern kommt auch bei unseren Mietern sehr gut an“, freut sich Weik. „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Caparol hat sich einmal mehr als erfolgreich erwiesen.“

Das gesamte Areal hat sich positiv entwickelt und wurde durch die Neubebauung spürbar aufgewertet und attraktiver. „Das betrifft sowohl den äußeren Eindruck der Gebäude und Außenanlagen als auch die Gebäudeausstattung und geht bis zum Rund-um-Sorglos-Paket für die Mieter“, ergänzt Weik. Sowohl das dritte, das vierte und auch das fünfte Haus des Areals waren bereits im frühen Rohbaustadium vollständig vermietet. Für die verbliebenen Neubauten gibt es bereits Wartelisten.

Bautafel:

Objekt: Passivhäuser Waldsiedlung Kirschgarten, Viernheim

Auftraggeber: Baugenossenschaft Viernheim

Architekt: Baugenossenschaft Viernheim

Baujahr: 2011 bis 2016

Farbentwurf: Caparol-FarbDesignStudio

Technische Beratung: Werner Aumann, Caparol

Produkte: Dalmatiner-Fassadendämmplatte 30 cm, Capatect Mineralputz, Thermosan Fassadenfarbe NQG

Malerbetrieb: Norgel & Bauer, Viernheim

Kontakt

Caparol Farben Lacke Bautenschutz GmbH
Roßdörfer Str. 50
D-64372 Ober-Ramstadt
Ute Schader
Presseabteilung
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