"Sprint" soll junge Flüchtlinge schneller integrieren

Neues Projekt an den Berufsbildenden Schulen der Region Hannover
(PresseBox) (Hannover, ) Mit Sprache integrieren – das ist die Idee des Sprach- und Integrationsprojekts „Sprint“, das das Niedersächsische Kulturministerium jetzt ins Leben gerufen hat. An dem Projekt, das an die bereits vorhandenen Sprachförderklassen anknüpft, nehmen auch die Berufsbildenden Schulen der Region Hannover teil. Ziel ist es, junge Flüchtlinge möglichst schnell und intensiv mit der deutschen Sprache, dem Kultur- und Berufsleben vertraut zu machen. In Hannover haben jetzt die BBS Handel, die Anna-Siemsen-Schule (BBS 7) und die Hannah-Arendt-Schule erste „Sprint“-Kurse eingerichtet, weitere Berufsschulen werden folgen.

„Die vorhandenen Sprachförderklassen an unseren Berufsbildenden Schulen leisten hervorragende Arbeit. Wir brauchen aber noch mehr Klassen und noch mehr Lehrkräfte, die insbesondere Flüchtlinge zwischen 18 und 21 Jahren unterrichten können“, sagt Ulf-Birger Franz, Bildungsdezernent der Region Hannover. Durch das neue Projekt werden Sprachförderangebote an Berufsschulen auch für diese Zielgruppe geöffnet. Bislang werden regionsweit rund 400 15- bis 18-jährige Flüchtlinge in Sprachlernklassen des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) unterrichtet. „Unser Ziel ist, dass alle jungen Flüchtlinge bis 21 Jahren in der Region Hannover ein Schulangebot, eine Berufsorientierung und anschließend eine Berufsausbildung erhalten“, so Franz.

Die meisten jungen Flüchtlinge zwischen 15 und 18 Jahren werden in Hannover zurzeit an der BBS 6 und der Anna-Siemsen-Schule unterrichtet. Dort richtet die Region jetzt auch zusätzliche Sozialarbeiterstellen ein, die den Jugendlichen bei der beruflichen Integration helfen sollen. „Wir schaffen zusätzliche Ressourcen, damit auch andere Schülerinnen und Schüler weiterhin umfassend betreut werden können. Uns ist sehr wichtig, dass die zusätzlichen Angebote für Flüchtlinge nicht zu Lasten anderer benachteiligter Jugendlicher gehen.“

Eingereiste Jugendliche im Alter zwischen 16 und 21 Jahren können an dem Projekt „Sprint“ teilnehmen und ein Jahr lang eine Sprachförderklasse an einer der Berufsbildenden Schulen der Region Hannover besuchen. Der Unterricht soll mindestens 25 Stunden in der Woche, verteilt auf fünf Tage, gewährleistet sein und zielt neben dem Spracherwerb auf die Einführung in die deutsche Lebenswelt sowie das Berufs- und Arbeitsleben ab. Die rund 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sprachunterrichts können jederzeit in ein Regelangebot wechseln.

Anderthalb Personalstellen bekommen die Berufsbildenden Schulen vom Niedersächsischen Kultusministerium für das Projekt finanziert. Bei der Planung der Klassen sind die Schulen flexibel: Die Förderpläne können eigenverantwortlich, nach Bedarf und Leistungsfähigkeit der Jugendlichen, gestaltet werden. Auch die Einbindung von externen Bildungseinrichtungen und die Vermittlung von Praktika sind im neuen Projekt eingeplant. „Wir begrüßen die Initiative des Kultusministeriums und werden unsererseits den Schulen für das neue Angebot ausreichende Finanzmittel zur Verfügung stellen“, sagt Franz. Das sei aufgrund der Masse der Sprachförderklassen, die jetzt und in Zukunft benötigt werden, dringend notwendig geworden, so Franz. Das Projekt „Sprint“ des Niedersächsischen Kultusministeriums läuft zunächst bis zum 31. Juli 2018.

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Carmen Pförtner
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