IfE verbessert Prognosegenauigkeit von Gas-Standardlastprofilen um 50 % und mehr

(PresseBox) (Steinbach-Hallenberg, ) Rund 45 % oder 387 TWh des deutschen Gasverbrauchs werden über Standardlastprofile prognostiziert. Die seit 2005 verwendeten Standardlastprofile zur Gasbezugsprognose der TU München haben sich in der Praxis nicht immer als sehr zuverlässig erwiesen. Im Winter ist das Allokationsniveau häufig zu niedrig, in der warmen Jahreszeit zu hoch. Die Folge sind teils erhebliche Abweichungsraten, die viel Geld kosten, weil kurzfristig erhebliche Mengen Gas zugekauft bzw. meist mit Verlust wieder veräußert werden müssen. Mit der auf Basis einer Sigmoidfunktion entwickelten neuen Profilgeneration (SigLinDe) konnte die Prognosegenauigkeit nicht entscheidend verbessert werden.

Mit dieser von vielen Gasversorgern als unbefriedigend empfunden Situation wollte sich Dr.-Ing. Dirk Schramm, Geschäftsführer der IfE GmbH, nicht abfinden. „Ich war überzeugt, dass man noch genauer prognostizieren kann.“ Das Ingenieurbüro ging dem Problem auf den Grund und entwickelte eine eigene Lösung. Dabei arbeitete es mit historischen Lastgangdaten aus dem eigenen Mandantenstamm. Und siehe da: Mit dem selbst entwickelten netzspezifischen Berechnungsansatz gelang es, die Prognosegüte um ca. 50 %, teilweise sogar um 60 bis 70 % zu verbessern. Ein konkretes Rechenexempel mit einer SLP-Abnahmemenge von 147,5 GWh/a brachte beispielsweise eine Reduzierung der jährlichen Regelenergiekosten von ca. 96.000 Euro auf 26.000 Euro. Die IfE GmbH arbeitet momentan daran, eine Profilschar zu entwickeln, mit der Stadtwerke und Gasversorger operativ arbeiten können. Mitte 2016 soll das Produkt marktreif sein.

Die Innovation kommt zur rechten Zeit, denn der Gesetzgeber zieht zum 1. Oktober 2016 die Daumenschrauben weiter an: GaBi 2.0 und die neue Kooperationsvereinbarung (KoV VIII) verlangen, dass Netzbetreiber einen Anreizmechanismus für die Bereitstellung genauer Prognosen entwickeln. Die Verteilnetzbetreiber müssen die tägliche Prognosegüte der Bundesnetzagentur melden. Für die täglich auftretenden Prognoseabweichungen ist ein Grenzwert zu bestimmen. Netzbetreiber, die eine überdurchschnittliche Abweichung vom festgelegten Grenzwert aufweisen, werden vom Marktgebietsverantwortlichen in einer Liste veröffentlicht. Die verbesserte Prognose des Gasabsatzes im SLP-Bereich minimiert also nicht nur die Regelenergiekosten, sondern verhindert auch, an den Pranger gestellt zu werden.

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