Elektromobilität heute schon wirtschaftlich

Dank IT-Unterstützung rechnen sich Elektrofahrzeugflotten für Unternehmen
Elektrofahrzeuge rechnen sich für Unternehmen, wenn durch IT-Unterstützung die Auslastung und das Laden der Fahrzeuge clever geplant werden / Bild: Falko Kötter/Tobias Krause © Fraunhofer IAO (PresseBox) (Berlin, ) Im Projekt Shared E-Fleet wurde in den vergangenen zwei Jahren elektromobiles Carsharing im Unternehmensumfeld unter realen Bedingungen erprobt. Die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekts wurden jetzt am Fraunhofer IAO in Stuttgart präsentiert. Die wichtigste Erkenntnis: Elektrofahrzeuge rechnen sich für Unternehmen, wenn durch IT-Unterstützung Standzeiten vermieden und günstige Energiealternativen gewählt werden.

Immer häufiger greifen Privatpersonen auf Carsharing zurück und verzichten auf das eigene Auto. Dank der im Projekt Shared E-Fleet entwickelten IT-Lösungen können sich nun auch Firmen Elektrofahrzeuge teilen, um Kosten und Aufwände zu senken. Auch die Integration von Elektrofahrzeugen in bestehende Fuhrparks ist einfach möglich. »Bei geeigneten Rahmenbedingungen und einer hohen Auslastung ist gemeinsam genutzte Elektromobilität effizient durchführbar«, fasst Norman Natzke vom Konsortialführer Carano die Projektergebnisse zusammen. Shared E-Fleet hat ein hohes Potenzial für den wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen ermittelt: Allein durch Einsatzoptimierung sind bei gemischten Flotten, die sowohl aus herkömmlichen Verbrennerfahrzeugen als auch aus Elektrofahrzeugen bestehen, eine CO2-Reduktion von 25 Prozent und Kosteneinsparungen von 10 Prozent möglich.

»Nachhaltige Mobilität und Wirtschaftlichkeit müssen keine Gegensätze sein«, kommentierte Dr. Alexander Tettenborn, Leiter des Referats VIB4 – Entwicklung digitaler Technologien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), die vorgestellten Projektergebnisse. »Werden Elektrofahrzeuge häufig genutzt und ihr Einsatz clever geplant, können sie auch unter Kostengesichtspunkten eine vollwertige Alternative zu herkömmlichen Fahrzeugen sein. Das Forschungsprojekt ›Shared E-Fleet‹ hat dies eindrucksvoll gezeigt.«

Die IT-Lösungen, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden, bieten dem Nutzer einen hohen Komfort. So hat sich das Smartphone-gestützte Öffnen und Schließen der Fahrzeuge sehr bewährt. Ein weiteres Ergebnis aus Sicht der Projektpartner: Wer erstmal angefangen hat, E-Mobilität zu nutzen, ist begeistert. »Es macht einfach Spaß, die E-Fahrzeuge zu fahren und natürlich ist es sehr umweltfreundlich«, schwärmt eine Anwenderin. »Ich bin ein Fan von dem Projekt geworden.«

Auch am Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart IZS zeigt Shared E-Fleet schon Wirkung: Auf Basis der Projektergebnisse wurden zwei Elektrofahrzeuge für die Standortflotte angeschafft.

Für die Zukunft lässt sich die Effizienz des Fuhrparkbetriebs noch weiter steigern. Erforderlich sind offene, standardisierte und wirtschaftliche Lösungen für den Fahrzeugzugang, für Telemetriedaten und das gesteuerte Laden, die vor allem von der Automobilindustrie unterstützt und bereitgestellt werden müssen.

Projektinformation: Shared E-Fleet – Business-Carsharing der Zukunft

Elektrofahrzeuge prägen zunehmend unser Straßenbild. Doch für deren gemeinsame Nutzung durch mehrere Unternehmen fehlten bislang geeignete Betreiberkonzepte und IT-Lösungen. Shared E-Fleet schließt diese Lücke. Das Forschungsprojekt realisiert ein einfach nutzbares System und zeigt, wie Elektromobilität sinnvoll im Unternehmenskontext eingesetzt werden kann. Dadurch wird der Auslastungsgrad der Fahrzeuge und damit die Wirtschaftlichkeit im Betrieb gesteigert.

In Modellversuchen in den Technologieparks STEP (Stuttgarter Engineering Park) und MTZ (Münchner Technologiezentrum), mit der Landeshauptstadt Magdeburg, mit der Potsdamer Platz Management GmbH, dem Berliner Focus Teleport und dem Fraunhofer Institutszentrum IZS kamen die Anwender zum Zug. Unter realen Bedingungen wurden der Einsatz einer gemeinsamen Elektrofahrzeugflotte sowie die im Projekt entwickelten IT-Lösungen erprobt.

Das Projekt Shared E-Fleet ist Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Forschungsprogramms »IKT für Elektromobilität II«. Im Rahmen des Programms werden noch bis Ende des Jahres neue Konzepte und Technologien für das Zusammenspiel von intelligenter Fahrzeugtechnik im Elektroauto mit Energieversorgungs- und Verkehrssteuerungssystemen auf der Basis moderner Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) entwickeln.

Das Konsortium des Projekts Shared E-Fleet setzt sich zusammen aus: Carano Software Solutions GmbH, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, baimos technologies gmbh, Ludwig-Maximilians-Universität München, Marquardt GmbH, MGH-Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrumsgesellschaft mbH, Siemens AG, STEP Stuttgarter Engineering Park GmbH, TWT GmbH Science & Innovation.

Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie unter www.shared-e-fleet.de sowie www.ikt-em.de.

Kontakt

Carano Software Solutions GmbH
Alt-Moabit 90
D-10559 Berlin
Norman Natzke
Konsortialführer
Thomas Renner
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart
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