Gegen den Rückfall: Leben und Arbeiten

Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) setzt in ihrem Modellprojekt zur Reintegration alkoholkranker Menschen „LeA“ auf stabilisierende Elemente
Frau U. Siem im Beratungsgespräch (PresseBox) (Hamburg, ) Alkoholsucht ist ein Phänomen, das sich durch alle Kreise der Gesellschaft zieht. Oft sind es aber gerade sozial benachteiligte Menschen, die sich nur schwer aus dieser Abhängigkeit befreien können. Unbestritten ist, dass Arbeitslosigkeit dabei ein besonderes Risiko im Hinblick auf Suchtgefährdung darstellt. So wurde beispielsweise in einer Suchtklinik in einem Zeitraum von 18 Monaten eine Rückfallquote bei arbeitslosen Alkoholabhängigen von 35 bis 45 Prozent festgestellt - gegenüber einer Quote bei beschäftigten Abhängigen von 15 bis 20 Prozent. *
Hochgerechnet kosten Entgiftung und Therapie für eine Person ca. 50.000,00 Euro. Gelder, die von der Gesellschaft aufgebracht werden müssen und sich immer dann potenzieren, wenn der Patient rückfällig wird. Dass dagegen etwas getan werden muss, ist verständlich. Mit dem innovativen Ansatz, Betroffene unmittelbar nach einem Entzug, bzw. einer Entwöhnungstherapie Schritt für Schritt an eine kontinuierliche berufliche Tagesstruktur heranzuführen, hat die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) in Lübeck ein Projekt konzipiert, dass sich als Schnittstelle zwischen Klinikaufenthalt und beruflichem Wiedereinstieg sieht und von einem hochprofessionellen Team begleitet wird.
Das Projekt „LeA – Leben und Arbeiten“ richtet sich also an Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit, die ihren Alkoholentzug erfolgreich beendet haben und nun neue Wege gehen möchten. Zugehörig zum Arbeitsmarktprogramm der Kieler Landesregierung für die Jahre 2014-2020 ist das Projekt Teil der Kampagne für Menschen, die es besonders schwer haben, sich in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Landesprogramm Arbeit hat ein Gesamtvolumen von etwa 240 Millionen Euro, davon stammen knapp 90 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds.
Kontinuierliche Tagesstrukturen, Perspektivplanung, Qualifikation und die Bewältigung persönlicher als auch familiärer Problemlagen, das Projekt „LeA – Leben und Arbeiten“ beinhaltet viele innovative Ansätze, eine langfristige Abstinenz zu erhalten, berufliche Perspektiven zu entwickeln und Kenntnisse zu erwerben, die für den beruflichen Wiedereinstieg in den 1. Arbeitsmarkt notwendig sind.
„Letztendlich geht es aber auch um die Vermeidung von Rückfallsituationen“ so Ursula Siem, die als Projektmitarbeiterin u.a. die Erstberatung der Teilnehmenden durchführt. „Ärger- und Konfliktsituationen, soziale Verführungen, Enttäuschungen oder Rückschläge - werden Betroffene nach einer erfolgreichen Therapie genau jenen Lebenssituationen ausgeliefert, in denen sie einst getrunken haben, sind Rückfälle vorprogrammiert“. Und genau dort setzt das Projekt der DAA- Lübeck an, das Teilnehmenden eine Betreuung bis zu 64 Wochen ermöglicht, um so einen großen zeitlichen Rahmen für die Stabilisierung, Qualifizierung und Kenntnisvermittlung sowie den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu gewähren.
Am Projekt teilnehmen kann jeder, der älter als 25 Jahre, mindestens ein Jahr arbeitslos und Leistungsbezieher der JobCenter ist. Interessenten können sich mit der Deutschen Angestellten-Akademie DAA, Hochstraße 84, 23554 Lübeck telefonisch unter 0451-872730 oder per E-mail über info@daa-luebeck.de in Verbindung setzen.


*Präventive Sucht- und Drogenpolitik: Ein Handbuch
Bettina Schmidt, ‎Klaus Hurrelmann - 2013

Kontakt

DAA Deutsche Angestellten Akademie GmbH
Alter Teichweg 19
D-22081 Hamburg
Markus Metke
Leiter für Öffentlichkeitsarbeit

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