Zurückkehren oder bleiben: Münchner Konferenz ermuntert MINT-Nachwuchs zur Rückkehr ins Baskenland

25 spanische Unternehmen bieten Plattform für Austausch und Zusammenarbeit
(PresseBox) (London/Bilbao, ) Am 11. November 2017 findet im Geschäfts- und Konferenzzentrum der Nemetschek Group in München eine Konferenz statt,  die hochqualifizierte, in Deutschland ansässige baskische Fachkräfte zur Rückkehr ins Baskenland ermuntern will. 125 Fach- und Führungskräfte u.a. aus der Automobil- und Werkzeugmaschinenindustrie haben ihre Teilnahme an der 10. Be Basque Talent Conference bereits bestätigt.

Rund 25 baskische, in diesen Branchen tätige Unternehmen und Organisationen werden an der von Bizkaia Talent durchgeführten Veranstaltung teilnehmen. Deren Ziel ist es, hochqualifizierte, in der Region München ansässige, baskische Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen der Geschäftswelt, der Wissenschaft und der Technologie zu treffen. Bizkaia ist eine der drei Provinzen der spanischen Region Baskenland, die Hauptstadt ist Bilbao.

Ziel der Veranstaltung ist es, nach Deutschland ausgewanderten Fachkräften die Gelegenheit zu geben, sich aus erster Hand über die gegenwärtige und zukünftige Situation strategischer Sektoren zu informieren - Entwicklungs- und Karrierechancen miteinbegriffen, falls sie sich zur Rückkehr entschließen sollten. Unternehmen aus dem Baskenland stellen Informationsmaterial zu konkreten Chancen und offenen Stellenangeboten bereit. Die teilnehmenden Unternehmen bekommen die einzigartige Gelegenheit, Menschen mit hoher Fachkompetenz und umfangreicher Auslandserfahrung zu treffen.

Zudem bietet die Veranstaltung Gelegenheit, in Deutschland arbeitende baskische Fachkräfte zu animieren, gemeinsame Projekte mit baskischen Organisationen zu entwickeln, selbst wenn diese nicht zurückkehren. Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, themenspezifische Workshops zu besuchen und sich mit verschiedenen baskischen Organisationen zu vernetzen, die im Rahmen der Veranstaltung an einer Diskussionsrunde und einem „Networking Lunch“ teilnehmen.

Im Baskenland gibt es den höchsten europäischen Anteil an MINT-Absolventen im Vergleich zur Gesamtzahl der Hochschulabsolventen. Es ist zudem eine der am stärksten industrialisierten Regionen Europas und im Begriff, bald eine Schwerpunktregion für Technologieunternehmen in Europa zu werden. Das Land stellt einen höheren Prozentsatz seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung (F&E) bereit, als jede andere Region Spaniens. (Gemäß Estate Basque betrugen die Aufwendungen für F&E im Jahr 2016 fast 2% des BIP, verglichen mit 1,2% in Spanien.)

Nach der Finanzkrise hatten einige der vielversprechendsten und besten MINT-Nachwuchskräfte das Land verlassen– wobei Deutschland zu den beliebtesten Zielen zählte. Nun, da die baskische Wirtschaft wächst und sich ein Fachkräftemangel bemerkbar macht, braucht das Baskenland seinen Nachwuchs zurück.

Bizkaia Talent stellt den Organisationen des Baskenlands einen professionellen Netzwerk-Service bereit und bietet umfassende Unterstützung. Vor allem als Bindeglied zu hochqualifizierten baskischen Forschungs- und Fachkräften, die ihre Aktivitäten in Drittländern zum Einsatz bringen, leistet es wertvolle Hilfestellung.

Um diesen Prozess zu verstärken, lancierte Bizkaia Talent unlängst eine App, die international ansässige Basken mit Personalrecruitern zusammenbringt und dann Vorstellungsgespräche mit größeren Unternehmen im Baskenland vermittelt.

Statt eine Werbe- oder Marketingkampagne einzuleiten, geht die Regierung von Bizkaia den Weg des persönlichen „Mikro-Targeting“ mit individuellen Treffen, Netzwerken und einem Integrationsservice, um Menschen im Rahmen ihrer Rückkehr mit praktischen Einzelheiten zu helfen.

Ivan Jimenez, Geschäftsführer von Bizkaia Talent, sagt:

„Nach der Finanzkrise siedelten viele begabte Basken mit wertvollen MINT-Fähigkeiten für Arbeitsplätze in der Autoindustrie und in anderen Sektoren nach Deutschland um. Wir denken, es ist gut für das Baskenland, dass viele unserer Hochqualifizierten die Erfahrung der Arbeit in Deutschland haben. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, mit ihnen über die Beschäftigungsmöglichkeiten zu sprechen, die sie erwarten, wenn sie zurückkommen.

Einer der Vorteile der baskischen Diaspora ist, dass sie über die ganze Welt reichende Netzwerke aufgebaut haben – unter anderem in strategisch entscheidenden Ländern wie Deutschland. Wir wollen dieses Netzwerk nutzen, um gemeinsame Projekte und die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und dem Baskenland weiterzuentwickeln.

Mit seinem nordeuropäischen Geschäftsverhalten und den liberalen Traditionen sowie der Verbindung mit der südeuropäischen Lebensart ist das Baskenland ein Ort mit hoher Lebensqualität.“

Die an der Veranstaltung teilnehmenden Organisationen aus dem Baskenland sind unter anderem der Automobil-Kunststoffzulieferer Maier, das Haushaltsgeräte-Unternehmen S.Coop, der Karosserieblechkonstrukteur Matrici, die internationale Industrie- und Technologie-Gruppe Velatia, die Universität des Baskenlands EHU/UPV, der Industriemaschinenlieferant Loramendi, die Werkzeugmaschinenunternehmen Ibarmia und Etxetar Group, Nem Solutions, deren Technologie Infrastruktureinrichtungen überwacht, AMPO, ein internationaler Hersteller von Edelstahl- und hochlegierten Gussteilen, die Grupo Ulma, eine multisektorale Unternehmensgenossenschaft, IK4 Research Alliance, ein Zusammenschluss von F&E-Zentren, Gestamp, Designer und Hersteller von Automobilkomponenten aus Metall, CIE Automotive, Zulieferer im Automobilbereich, CAF,  ein Hersteller von Zügen und Geräteschienen, das Automotivsystemunternehmen Batz, die Personalberater ieTeam, der Hersteller von Gummi- und Kunststoffkomponenten Cikautxo, die  Werkzeugmaschinenhersteller Fagor Arrasate und Dabobat Group sowie die Mondragon Corporation, eine Genossenschaft im Bereich Einzelhandel, Produktion, Finanz und Wissen.

Rund 400 Fachkräfte und 47 Unternehmen haben bereits an anderen, von Bizkaia Talent in Europa veranstalteten Be Basque Talent Conferences teilgenommen. 2008 fand die Konferenz zum ersten Mal in München statt, weitere Konferenzen sind an anderen strategischen Standorten wie London, Hamburg, Barcelona, Stuttgart, Hannover, Toulouse, Amsterdam und Dublin durchgeführt worden.

Das Baskenland weist eine der höchsten Lebenszufriedenheitsquoten der EU auf, wie der jüngste Indikator für das Wohlbefinden der OECD zeigt. Es ist außerdem eine der sichersten Gegenden in Europa, mit einer Kriminalitätsrate, die zwanzig Punkte unter dem EU-Durchschnitt und weit unter dem des restlichen Spanien liegt. 2013 erhielt es unter den EU-Ländern eine der höchsten Bewertungen im OECD-Index der menschlichen Entwicklung und liegt bei Pro-Kopf-Einkommen und Produktivitätsrate an dritthöchster Position in der EU. Dies macht das Baskenland zu einem sehr attraktiven Ort, an dem die besten Fachkräfte ihre Karrieren und Familienleben vereinbaren können.

Fast die Hälfte der Bevölkerung (48%) hat ein tertiäres Bildungsniveau (fortgeschrittene berufsqualifizierende Abschlüsse) – vergleichbar mit Niveaus in Finnland und Norwegen. Davon haben rund die Hälfte ein MINT-Fach studiert (Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technologien), weltweit einer der höchsten Anteile.

Die Region hat eine alternde Bevölkerung (die höchste Lebenserwartung in Europa, mit einem Durchschnitt von 83 Jahren), verbunden mit einer niedrigen Geburtenrate. Es wird erwartet, dass das Baskenland innerhalb von zehn Jahren aufgrund von demographischen Veränderungen 200.000 Personen im erwerbsfähigen Alter verliert, unter anderem wegen Pensionierungen, was 10 bis 15 Prozent der Arbeitnehmerschaft darstellt. Im Umkehrschluss ist dies eine günstige Gelegenheit für junge Menschen und Migranten, da gute Qualifikationen gefragt sind.

Anmeldung unter: leire.lagunilla@bizkaiatalent.eus und ander.markina@bizkaiatalent.eus

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