VDMA Elektrische Automation und AutomationML e.V. entwickeln eine Application Recommendation für VDMA 66415

VDMA 66415 kooperiert mit dem PAiCE Forschungsprojekt INTEGRATE. Der AK Engineering möchte damit Einfluss auf eine anwendergerechte Gestaltung der geplanten neutralen Datenplattform nehmen / Bildquelle: VDMA (PresseBox) (Nürnberg, ) Der VDMA Elektrische Automation erarbeitet mit dem Einheitsblatt 66415 eine „Universelle Anwender-Datenbasis“ als gemeinsame Informa-tionsübersicht. Dieses Einheitsblatt dient allen am auftragsbezogenen Engineering-Prozess beteiligten Arbeitsplätzen (Gewerke, Unternehmen, Personen) im Maschinen und Anlagenbau. Im Rahmen der Automatisierungsmesse sps ipc drives unterzeichnen dazu der VDMA Elektrische Automation und AutomationML e.V. eine Absichtserklärung („Memorandum of Understanding“) zur Erarbeitung einer AutomationML VDMA 66415 Application Recommendation.

„Wir wollen das Engineering der automatisierungstechnischen Ausrüstung von Maschi-nen und Anlagen fit für Industrie 4.0 und die Fabrik der Zukunft machen. Unser Ziel ist es, mit dem VDMA-Einheitsblatt 66415 eine branchen- und disziplinenübergreifende generische Grundlage zu schaffen, die den Anforderungen aller Beteiligten gerecht wird. Einerseits soll der Bedarf der Maschinenbauanwender nach einer einfachen, transparen-ten, individuell konfigurierbaren Lösung erfüllt werden. Gleichzeitig soll VDMA 66415 durch die Abbildung im Datenformat AutomationML die Anforderungen der Software-Hersteller an ein maschinenlesbares Format erfüllen“, erklärt Rainer Glatz, Geschäftsfüh-rer des VDMA Elektrische Automation.

Exceltabellen Ade


Ziel des VDMA-Arbeitskreises „Engineering“ ist die Definition (Inhalt, Struktur und An-wendung) einer zentralen Anwender-Projektierungsdatenhaltung und  -übersicht, die zu-dem auch von softwarebasierten Werkzeugen elektronisch geschrieben und gelesen werden kann. Damit sollen zum einen die heute meist verwendeten Tabelleneditoren in Zukunft durch moderne Editor-Werkzeuge ersetzt werden können. Gleichzeitig soll die elektronische An- bzw. Einbindung aller Informationen in die übergeordnete elektroni-sche Datenhaltung ermöglicht werden. Insbesondere auch die Einbindung von Informa-tionen, die von am Engineering-Prozess Beteiligten stammen - wie beispielsweise Unter-lieferanten, die aus technischen Gründen nicht über eine Schnittstelle angebunden wer-den können.

Kooperation für beide Seiten sinnvoll


„Industrie 4.0 wird alle Lebensphasen einer Maschine nachhaltig verändern“, sagt Dr. Michael Hoffmeister, Festo AG & Co. KG und Obmann VDMA Arbeitskreis Engineering. „Dies reicht vom Engineering bis zum Betrieb sowie der Wartung und erfasst sowohl die Maschine als Ganzes als auch ihre Bestandteile, die sinnvoll zusammenspielen müssen. Im Engineering kommen hier AutomationML und VDMA 66415 ins Spiel, die im Zusam-menwirken diese Strukturen nachhaltig und werkzeugübergreifend abbilden können. Beide Spezifikationen werden heute schon für die zukünftigen Verbundkomponenten der Industrie 4.0 berücksichtigt. Unsere Kooperation ist deshalb sehr sinnvoll, denn beide sind neutral und ergänzen sich”, erklärt Hoffmeister. “Das VDMA-Einheitsblatt 66415 liefert den applikativen Inhalt, AutomationML das Datenformat.”

Dr. Andreas Gössling, Vorsitzender des AutomationML e. V., erläutert: “Unser Ziel ist die Entwicklung und Verbreitung des Datenaustauschformates als Basis für eine ein-heitliche Dateninfrastruktur entlang des gesamten Entwurfsprozesses von Produktions-systemen. Dabei entsteht ein offenes, neutrales und XML-basiertes Datenaustausch-format, das für jedes Unternehmen zur freien Anwendung verfügbar ist. Dieses Format wird im Rahmen der IEC 62714 standardisiert und zeichnet sich durch eine Trennung von Syntax (Datenmodellierung) und Semantik (Datenbedeutung) aus“, so Gössling weiter. „Bei unserer Arbeit sind wir bestrebt, bestehende sowie in Entwicklung befindliche Standards, die Informationsbedeutungen (Semantiken) vorgeben, so weit wie möglich zu berücksichtigen, um Redundanzen zu vermeiden und von vorhandener Expertise zu profitieren.“

Prof. Dr.-Ing. Arndt Lüder, AutomationML e. V., begleitet die Arbeiten am VDMA-Einheitsblatt von Anfang an: „VDMA 66415 gibt für die Planungsinformationen von Projekten im Maschinen- und Anlagenbau die relevanten Daten, ihre Strukturierung und das Nutzungsvorgehen an. Dabei werden insbesondere Semantiken für entsprechende Planungsobjekte festgelegt. Diese möchten wir gemeinsam in die Standardisierungsar-beiten einfließen lassen. Der VDMA besitzt einen umfassenden Wissensschatz bezüg-lich der Anforderungen im Maschinen- und Anlagenbau, wir können nur gemeinsam einen wirklich weitreichenden Nutzen für diese Anwender auf dem Weg zu Industrie 4.0 erbringen. Um das zu erreichen, wollen der VDMA Elektrische Automation und der Au-tomationML e. V. eng zusammenarbeiten. Das heutige Memorandum of Understanding schafft uns dafür die notwendige gemeinsame Basis.“

Über AutmationML e. V.

Ziel des AutomationML e.V. ist die Verbreitung und die Weiterentwicklung des AutomationML Datenformates als offener, neutraler und kostenfreier Industriestandard zum unternehmens- und gewerkeübergreifenden Austausch von Planungsdaten für Anlagen der Fertigungs- und der Prozessindustrie. Damit möchte der AutomationML Entwurfskosten senken, Entwurfsprozesseffizienz und -qualität erhöhen, Investments über offen verfügbare Informationsinhalte sichern, Markteintrittsbarrieren für spezialisierte Produkte und Services senken, den Informationsfluss entlang des gesamten Lebenszyklus der entsprechenden technischen Systeme verbessern und dessen Datenkonsistenz erhöhen.

Kontakt

VDMA, Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.
Lyoner Str. 18
D-60528 Frankfurt
Holger Paul
VDMA
Leiter Kommunikation und Pressesprecher
Birgit Sellmaier
VDMA Elektrische Automation
Prof. Dr.-Ing. Arndt Lüder
AutomationML e. V.

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